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Willkommen bei denn Hovawarten vom Bairischen Blues

 

RZV-LogoVDH-LogoWir züchten im Rassezuchtverein für Hovawarthunde e.V (RZV), einem Mitglied des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) und der Fédération Cynologique International (FCI).

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8. Woche (10.04.2019 - 16.04.2019)

 Mittwoch, 10.04.2019

Heute vor 107 Jahren legte die Titanic zu ihrer Jungfernfahrt ab, von der sie nie zurückkehren sollte. Ganz so schlimm wird diese, unsere letzte Woche mit den Idefixen nicht enden. Immerhin werden diese alle in einen für sie neuen Hafen einlaufen. Und wir werden am Kai von Southampton stehen und hinterher winken. Gut: Absaufen, da sind wir uns sicher, wird kein einziger der Idefixe. Nur weg werden sie halt sein, einige weit weg, und Grußkärtchen werden sie schicken, die uns erfreuen, aber den Verlust nicht ersetzen werden. Trübe Gedanken an einem elend trüben Morgen voller grauem Nieselregen. Wenigstens die Umstände in der Küche sind geeignet, unser Trübsal wegzublasen, so anständig übergeben uns die Zwerge ihr Nachtlager. 

Toben und kämpfenToben und kämpfen den ganzen TagAm Wetter ändert sich den ganzen Tag über nichts, es bleibt nieselig und mitunter regnet es sogar ein paar Tropfen. Für die Idefixe bedeutet das dennoch einen Tag im Freien, denn grauer Niesel und bodentiefe Wolken sind kein Grund für einen Einschluss. Dass sie in dieser Hinsicht völlig unserer Meinung sind, bestätigen sie durch ihre unbekümmerte und von allen grauen Gedanken losgelöste Spielleidenschaft. An solchen Tagen ohne Besucher sind sie ganz bei sich und mit sich alleine. Sogar der Assi wirft nur gelegentliche Blicke von oben, um nach dem Rechten zu sehen und findet sie selbstvergessen tobend oder im Pulk zusammengerottet schlafend. Eigentlich müsste ihm das Herz aufgehen, aber es klemmt

Nein, es will kein guter Tag im schlechten werden, aber er verschafft uns die Muße, einen etwas innigeren Blick auf die Gewichte zu werfen. Irax hat heute die Sieben-Kilo-Marke übersprungen: 7070 g (+110). Wir fragen uns, ob wir schon jemals Isi und IraxIsi und Iraxzu Beginn der letzten Woche einen Vierzehnpfünder hatten, sind aber zu faul, im Bluesarchiv zu graben. Nach Irax kommt sehr lange nichts. Inouk ist es, der als nächster um die Ecke biegt: 6510 g (+250). Iltschi folgt ihm mit 6480 g (+220), hautnah bedrängt von Iberl mit 6470 g (+180). Als Fünfter biegt Ilmo mit glatten 6400 g um die Ecke, ebenfalls 180 g aufgewertet. Jetzt dauert es wieder ein bisschen, bis die bemühten, und früher um die Stockerlplätze kämpfenden Mädels, auftauchen, was für sie schließlich ein Segen ist. Denn was für eine Fregatte wäre ein heute sieben Kilo schweres Mädchen? Diese Reihenfolge bestätigt die bewährte Logik der Natur von schweren JungsInoukInouk und leichten Mädchen. So taucht zuerst Isi mit 6170 g (+190) auf, und gleich nach ihr flitzt Indra mit 6150 g um die Ecke. Die 260 g plus machen sie zur Tagessiegerin in Sachen Auflastung. Ganz zum Schluss kommt, nein, kein schwerer Junge und auch kein leichtes Mädchen, sondern der Leichtmatrose Ignaz um die Ecke gewieselt. Während Irax schon unbarmherzig die acht Kilo im Visier hat, arbeitet er sich noch an den sechs Kilo ab: 5910 g (+150). Insgesamt ließen es die Idefixe gestern mit 1540 g bewenden. Ihr Durchschnittsgewicht liegt heute bei 6395 g.

Und damit lassen es auch wir für heute bewenden.   

 

Donnerstag, 11.04.2019

Es wäre wirklich nicht fair, dem Wetter Schlechtes nachsagen zu wollen; für diese Jahreszeit hat es uns all die Wochen, seit denen die Idefixe Ausgang haben, bestens zur Seite gestanden. Nun scheint es, etwas erschöpft, um Contenance zu ringen. Es bricht nicht zusammen, geht noch nicht mal in die Knie, sieht aber so grau aus wie nach vier durchgezockten Wochen in einem stickigen Pokerkeller: grau, supergrau und noch trüber und nieseliger als gestern. Allerdings berappelt es sich später am Tag und schickt uns sogar noch einige wenige Sonnenstrahlen.  

Es bleibt also wieder Zeit, der Gewichtstabelle zu huldigen, die ein paar kleine Veränderungen bereithält. Nicht bei Irax. Mit glatten 300 g belegt er unsere gestern unterstellte Vermutung, dass er sich gar nicht schnell genug die magischen acht Kilo ins Stammbuch schreiben lassen möchte: 7370 g. Bis zur Abgabe verbleiben ihm noch fünf Tage, die er, da sind wir uns IberlIberlsicher, nicht tatenlos verstreichen lassen wird. Dass wir in dieser Annahme nicht gänzlich falsch liegen, zeigt der gewachsene Abstand zum Zweitplatzierten, der immer noch Inouk heißt, aber heute statt 560 g schon 670 g hinterher hechelt (6700 g, +190). Iberl hat dem gestrigen Dritten, Iltschi, mit einem kleinen Zwischenspurt den Rang abgelaufen und ist Inouk hart auf den Fersen: 6690 g (+220). Iltschi hat mit 6630 g doch merklich an Boden verloren: +150 g. Ilmo bleibt angesichts des großen Abstands zu den Mädels unangefochten Fünfter und bedrängt Iltschi massiv (6620 g, +220). Indra muss gestern Isi ein paar Happen aus der Schüssel geklaut haben und zieht an ihr vorbei: 6380 g (+230). Das Nachsehen hat Isi mit 6300 g (+130). Beschwingt und von allen Rangeleien unbelastet erfuttert sich Ignaz mit 240 g die zweitgrößte Auflastung des Tages und schwingt sich lässig über die Sechs-Kilo-Marke: 6150 g. Das ergibt eine Gesamtauflastung von 1680 g.

IltschiIltschi mit der RappelflascheIm Grunde InoukInouk entsorgt den Lavendelunterscheidet sich der Tag nicht wesentlich von gestern: Es ist nieselig, aber nicht kalt, nur die Wiese ist nass. Alles keine Hindernisse für bewegungslustige Welpen, die die äußeren Umstände gar nicht zur Kenntnis nehmen, wenn sie herumtoben. Dabei, und das ist nun wirklich auffällig, werden ihre Spielphasen immer länger und die Schlafpausen dementsprechend kürzer. Den ganzen Tag hört man sie jauchzen und jubeln, gelegentlich lassen sich auch ein paar Maulschellen aus der Kakophonie heraushören. Für die Jauchzer zeichnen heute eine mit Kieseln befüllte Plastikflasche und die einige Tage in Vergessenheit geratene und wiederentdeckte Tellerschaukel verantwortlich. Für die Maulschellen fühlt sich Iberl und IgnazIberl und Ignazheute zur Abwechslung Iberl verantwortlich, der den Bad Boy gibt und Irax ein paar Gramm Gewicht aus dem Leib massieren möchte, was an diesem abprallt wie eine römische Ohrfeige an Obelix. Diese Zeit ist ein beständiger Rollentausch, jeder muss einmal die verschiedenen Fächer durchlaufen und sich profilieren. So gibt, während eines halbstündigen Das Rebellen-TrioDas Rebellen-Trio Ignaz, Isi und IlmoEinschlusses, als es einmal kräftig regnet, Ilmo den Rädelsführer eines von den anderen mäßig befolgten Ausbruchsversuchs, indem er sich mit mächtiger Stimme das schmächtige Seelchen aus dem Leib brüllt. Isi quietscht ein bisschen mit, hat aber ihr Aufruhrpulver schon neulich verschossen. Trotz des eher schmalbrüstigen Aufstands, touchiert  Ilmos Gekreische die Schmerzgrenze des hinlänglich gestählten Assis, der kurzzeitig  gute Lust verspürt, ihn mal kurz mit dem Kopf voran in die Kloschüssel zu stecken. Ja, es wird wirklich Zeit, dass die Idefixe zu ihren neuen Leuten kommen, wo sie sich ihren Anlagen entsprechend entwickeln und denen auf den Wecker gehen können. Jeder will jetzt der Wichtigste und die Größte sein, was wir ihnen nicht mehr bieten können. Wir sind nicht mehr in der Lage, allen acht gerecht zu werden; zusammen würden sie verkümmern. Auch Sämlinge müssen vereinzelt werden, damit sie groß und stark werden. 

Fianna sieht nach dem RechtenWas einen Züchter in diesem Stadium aber besonders glücklich macht, sind formschöne Darmexponate. Der Darmoutput der Idefixe ist wirklich sensationell, was bedeutet, dass die Därmchen verstanden haben und bestens funktionieren. Das macht nicht nur uns glücklich, sondern ist ein Zukunftsversprechen für ihre neuen Herrschaften. Nichts ist so verheerend für die Gesundheit von Hunden wie ein instabiler und schlecht entwickelter Magen-Darm-Trakt. Diese acht hier sind augenscheinlich bestens präpariert für die Zukunft. Ehrlich gesagt, haben wir noch nie so wenig Probleme gehabt wie mit den Idefixen. Man kann es nie ausschließen, dass ein Welpe etwas nicht verträgt, aber vor allem kann man nicht verhindern, dass in der Immunlücke zwischen etwa der sechsten Woche, wenn der Immunschutz der Mutter nachlässt, und dem Impftermin in der achten Woche Erreger und Keime aller Art ihre Finger nach den nahezu wehrlosen Zwergen ausstrecken. Nichts davon haben wir bisher gehabt, alle sind topfit.

Und zur Feier dieser Erkenntnis gibt es heute erstmals Kopffleisch mit Pansen und Innereien, was so unbeschadet verarbeitet wird wie alles andere bisher auch.

 

Freitag, 12.04.2019

Abergläubige Zeitgenossen werden dem gütigen Schicksal auf den Knien danken, dass heute erst der 12. und nicht Freitag, der 13. ist, denn der Terminplan der Idefixe ist heute voll und wird sie einigermaßen beanspruchen.

Bevor wir diesen Tag in Angriff nehmen, nehmen wir aber noch die Gewichte, da beißt die Maus keinen Faden ab. Die Reihenfolge wird bei den Burschen nur durch Iltschi gestört, weil der sich noch ein wenig weiter nach hinten fallen lässt; vielleicht sucht er die intime Nähe zu seinen Schwestern. Also: Irax 7500 g (+130), Inouk 6890 g (+190), Iberl 6850 g (+160), Ilmo 6840 g (+220), Iltschi 6740 g (+110). Isi bringt auch noch Unruhe ins Bild, weil sie sich von Indra nicht die Schuhe beim Laufen besohlen lassen möchte, und rempelt sich vorbei: 6570 g (+270), Indra 6520 g (+140). Und Ignaz zieht seine Kreise, winkt dem Publikum zu und nimmt dessen Ovationen entgegen: 6390 g (+240). 

Ankunft in der PraxisJetzt Ankunft in der Praxisheißt es aber Gas geben, denn bereits um 8:30 Uhr wartet das gesamte Team der Tierarztpraxis Dr. Schiele auf die acht Idefixe. Der Impftermin ist nicht nur für uns immer ein besonderer Termin, sondern auch für die Tierarzthelferinnen, die oft sogar ihren freien Tag opfern, um die kleinen Blueser in die Arme nehmen zu können.  Um acht Uhr steht Uwe, der Papa unserer aufopfernden Helferin und Hebamme Alexandra mit dem VW-Bus vor der Tür. Die Chefin setzt sich auf die Rückbank, die Idefixe werden ihr durch das Fenster gereicht, und ab geht der Impftransport, immerhin eine habe Stunde, welche die Idefixe einigermaßen manierlich absolvieren. Einigermaßen. Den Umständen entsprechend.

Iberl beim TierarztIberlBei der Ignaz bei TierarztIgnazPraxis in Stephanskirchen angekommen, warten bereits ein Sprechzimmer und ein erwartungsfrohes Team auf uns. Auf die Idefixe wartet allerdings mehr: ein Stethoskop, ein Fieberthermometer, eine Impfnadel, eine Chipnadel und eine Venenkanüle. Ziemlich viel auf einmal.  Auf das Praxisteam und die Ärztin wartet viel Arbeit und, wie der Assi prophezeit, eine nicht zu unterschätzende Zahl von Pinkellachen. Iberl geht seinen Geschwistern voran und gibt den Praxistester. Frau Dr. Henke beginnt mit einem tiefen Blick zwischen seine Kiefer, um nichts anderes festzustellen, als dass Iberls Gebiss ohne Beanstandung ist. Dann wird sein Herz abgehört, das seinen Dienst auch zur vollen Zufriedenheit der Ärztin Ilmo beim TierarztIlmoabsolviert. Iltschi beim TierarztIltschiDas Fieberthermometer im Popo nimmt er zweckmäßigerweise gar nicht erst zur Kenntnis, dann braucht er sich auch nicht aufzuregen. Und Hoden hat er auch schon, wie Frau Doktor mit geübten Fingern erfühlt. Jetzt wird es ernst. Mit einem Stich in die Beinvene wird er zur Ader gelassen, um ein Röhrchen Iberl-Blut für die Gen-Datenbank zu sammeln. Dabei besticht Iberl durch einen außergewöhnlich zackigen Blutdruck, der den Behandlungstisch innert Sekunden in eine Schlachtbank verwandelt. Frau Doktor wundert sich nicht schlecht, macht sie doch eher die Erfahrung, wie übrigens wir auch, dass man den Welpen das Blut förmlich aus den Adern betteln und manchmal sogar zweimal stechen muss. Nicht so Iberl: Er gibt, freimütig, was er hat. Damit wird er zur Inouk beim TierarztInouk Vorlage Irax beim TierarztIraxfür alle seine Geschwister, die ebenso freigiebig mit ihrem kostbaren Lebenssaft umgehen werden, was wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen können und deshalb Iberl als gewendeten Vampir einstufen. Anschließend versorgt ihn Frau Doktor mit einem Immuncocktail und schießt ihm seinen Personalausweis in Form eines Transponders in die linke Schulter. Das alles lässt Iberl anstandslos über sich ergehen. Wesentlich verantwortlich dafür ist Uwe, der Iberl, und anschließend alle anderen, mit einer leckeren Vitaminpaste ablenkt und ihnen die ganze Prozedur versüßt. Seit der ersten Blues-Generation verlassen die Welpen in einer Art Vitaminrausch die Praxis und erzählen später ihren Nachfahren, dass Tierarzt super ist und irgendwie high macht.

Indra beim TierarztIndraEin Isis beim TierarztIsiIdefix nach dem anderen unterzieht sich nun der Prozedur: Ignaz, Ilmo, Iltschi, Inouk, Irax, Indra und zum Schluss Isi. Alle haben sie einen Blutdruck, der einer Feuerwehrspritze alle Ehre macht, und sind ansonsten völlig unbeeindruckt: Kein Maulen, kein Jammern und schon gar kein Zeter und Mordio. Bis alle Formalitäten abgeschlossen sind, gehen die Zwerge von einem Arm zum nächsten Schoß und schließen mit der gesamten Praxis Freundschaft. Und draußen, am der Glasscheibe zum Behandlungszimmer, schießt bei manch einer weiblichen Praxisbesucherin spontan Milch ein. Die Idefixe haben die ganze Welt unter Kontrolle, was den Assi in eine peinliche Situation bringt, weil sie nämlich alle zusammen, fast zwei Stunden lang, auch ihre Blasen unter Kontrolle hatten und nicht eine einzige Lache auf den Praxisboden applizierten. Das macht den vorausschauend fürsorglichen Warner zu einem Überbringer von Fake News. Gut gemeint ist eben noch lange nicht gut gemacht. Um 10:15 Uhr ist der Auftritt der Idefixe vorüber und eine Trägerkarawane bringt die Helden und Heldinnen wieder in Uwes Bus. Abfahrt. Heimfahrt. Fast so still wie ein Leichentransport. Die Idefixe beamt es fast augenblicklich weg.

HeimtransportIdefix-Karawane AbtransportEin strahlendes TA-Team AbtransportUwe

Inouk beim Foto-ShootingInouk, bitte einmal still sitzenZuhause ist es dann auch schon wieder vorbei mit der Rekonvaleszenz. Der Himmel ist bewölkt und gibt uns nicht preis, was er heute und die nächsten Tage vor hat, deshalb entscheiden wir uns, das für die Welpenordner unverzichtbare Fotoshooting jetzt sofort hinter uns zu bringen. Dazu braucht man keine strahlende Sonne, nur ausreichend Licht und bestimmt keinen Regen. Also: Was du heute kannst verrichten...

Auf unsere Wiese werden die Idefixe gebracht und, begleitet von zahlreichen Zuschauern, in PositionIlmoIlmo auf dem Heimweg und ins rechte Licht gesetzt. Wer nun geglaubt hat, nach der Tierarztprozedur wären die Idefixe in ihrem Bewegungstrieb etwas reduziert, muss sich korrigieren. Dem Lichtbildner, im Gras liegend und kniend wird eine große Portion Geduld abverlangt, bis auch der Letzte im Kasten ist. Als besonders widerstrebend und standortuntreu erweist sich Ignaz, aber auch Irax, Iltschi, Iberl ... ja, man könnte sie fast alle auflisten. So eine Aktion dauert schon mal zwei Stunden, das sind dann 15 Minuten für jeden Idefix, An- und Abtransport inklusive. Und da soll man nicht ungeduldig werden?

Die Zwerge haben für heute definitiv genug, aber das Personal hat noch einen wichtigen Termin. Heute stellt sich auf dem Hundeplatz ein neuer Schutzdiensthelfer vor, und da dürfen die Chefin und ihre beiden Amazonen nicht fehlen. Und der Assi will auch mitreden, muss also mitkommen. Deswegen haben Iltschis zukünftige Napfbefüller ihren geplanten Besuch etwas vorverlegt und übernehmen dankenswerterweise das Babysitting. Ein großes Netzwerk an Freunden macht das Leben unendlich viel leichter.

IsiIsi und das GlöckchenNach Ilmo und Indra mit der KuhschelleIlmo und Indra mit der Kuhschelleder Rückkehr vom Hundeplatz sind wir der Meinung, dass die Idefixe genug erholt sein müssten, um noch ein paar neue Erfahrungen zu machen. Zu diesem Zweck bringen wir eine kleine Weihnachtsglocke und eine Kuhschelle zum Einsatz. Das Weihnachtsglöckchen ist für die eher Zartbesaiteten, die Kuhschelle für alle ein Muss, weil ein bayerischer Hund ohne eine alpenländische Prägung kein bayerischer Hund ist. Und um das akustische Gesamtkunstwerk zu vollenden, lassen wir noch ein Spielzeug-Polizeiauto mit Tatütata über die Terrasse rollen. Jetzt ist es aber wirklich genug für heute, obwohl die Idefixe vermutlich noch mehr abkönnten. Das ist schon einem ziemlich hartgesottene Bande.

 

Samstag, 13.04.2019

Morgens um 6 Uhr 3 °C, hochneblig trüb, aber trocken. Die Lage bessert sich offenbar und lässt nachmittags sogar ein paar Sonnenstrahlen zu, was für die Idefixe ein umtriebiger Tag zu werden verspricht.

Morgens dürfen wir aber, neben der wieder sehr ordentlichen Übergabe des Schlafgemachs, dokumentieren, dass nun tatsächlich Irax' Verfolgerquartett auch die Sieben-Kilo-Marke gerissen hat, während dieser schon die acht Kilo vor Augen hat. Irax: 7680 g (+180). Die kontinuierliche Zurückstufung der vergangenen Tage nagte an Iltschi offenbar so sehr, dass er sich zu einem Kraftakt ermannte und mit 7070 g (+330) auf den zweiten Platz schob. Ihm folgen Iberl 7020 g (+170), Inouk 7010 g (+120) und Ilmo 7000 g (+160). Indra machte Iltschis Wiedergutmachungsstrategie auch zu der ihren und überholt Isi aus dem Windschatten: 6760 g (+240), Isi 6670 g (+100). Und das Ende der Prozession bildet, wie gewohnt, Ignaz mit einem mächtigen Zugewinn von 250 g (6640).

Iberl und IndraIberl und IndraNeben IgnazIgnazdem alltäglichen Ringelreihen im Garten, wird der Tag von zwei nennenswerten Ereignissen geprägt, einem fast noch warmen Schafspansen und einem Abenteuerspaziergang. Der frische Pansen eines achtjährigen Schafs, das zum menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet ist, wird gegen 15 Uhr serviert. Was ihn vom schon bekannten Rinderpansen unterscheidet, ist, so darf man annehmen, der Geschmack, vor allem aber, dass er noch im Originalzustand, also nicht ausgeschüttelt ist. In ihm finden die Idefixe noch das vorverdaute Grünzeug, das ein Superfood für Magen und Darm ist; viel gesünder geht es eigentlich nicht. Nicht selten ist aber das besonders Gesunde geschmacklich ausbaufähig, nicht so bei Irax mi seinem LammpansenIrax mi seinem LammpansendiesemIsi mit PansenIsi mit Pansen Lammpansen. Die Idefixe vergehen sich förmlich an dem milchsauren Grünzeug, saugen es heraus wie der Bär das Knochenmark aus den Schafsknochen, und lassen es auf der Zunge zergehen wie unsereiner Gänseleberpastete. Es beamt sie förmlich weg, als ob sie in eine andere Welt eingetaucht wären. Inouk versucht wieder seinen Trick, die anderen zu übertölpeln, aber der Platz unter der Rampe ist doch zu öffentlich, als dass er damit durchkäme. Iltschi ist der Erste, der ihm seinen Pansen streitig machen möchte, aber Inouk bleibt auch im öffentlichen Raum hartleibig und rückt nichts heraus. Da trollt sich lltschi wieder, nur um festzustellen, dass sein Anteil inzwischen Beine bekommen hat und vermutlich irgendwo unter der Buchshecke seiner Wiederentdeckung harrt. Wer den kapitalistischen Überlebenskampf verstehen will, muss sich nur dieses Spektakel anschauen; freiwillig gibt keiner was her, und wenn etwas den Besitzer wechseln soll, geht das nur mit Ohrfeigen. Was allerdings, siehe oben, auch nicht immer erfolgreich ist. Nach etwa zehn Minuten heben wir die Tafel auf und versenken die Reste in Heddas Schlund.

TiertransportAchtung! Lebende TiereUm InoukInouk17:30 Uhr wirft die Chefin einen Blick in den einigermaßen freundlichen Himmel und befindet, dass den Idefixe ein wenig Auslauf nicht schaden könne. So werden die Zwerge, je vier, in Fiannas und Heddas Box gepackt, die beiden Damen auf die Ladefläche hinter den Frontsitzen verwiesen – und los geht's, wieder hinüber, wo sich die Idefixe schon einmal umsehen durften, jetzt allerdings wildern wir sie nicht auf der Wiese beim Modellflugplatz, sondern direkt am Waldrand aus. Über Stock und StöckchenÜber Stock und StöckchenUnd IltschiIltschi und diie Pferdeäpfelschon geht es mitten hinein ins Gestrüpp und Unterholz, über Stecken, Stock und Stöckchen. Einen schmalen, aber tiefen Wassergraben gilt es zu überwinden und vor allem heißt es: Anschluss an die Truppe nicht verlieren. Wer jetzt zu lange herumsudert, sieht sich schnell allein in Wald und Flur. Gänzlich ohne Survival-Kit kommen die Idefixe mit den Herausforderung bestens zurecht, zeigen keinerlei Scheu und sind neugierig wie Else Kling. Iltschi denkt schon mal darüber nach, seine Hausmannskost mit Pferdeäpfeln aufzupeppen und GipfelstürmerGipfelstürmersich Indra auf TalfahrtIndra auf Talfahrtim Rennen des Verfolgerquartetts einen Vorteil zu verschaffen, lässt aber das Ansinnen fallen, als all seine Geschwister mit einem Mal auf einem vier Meter hohen Kiesberg verschwunden sind; da ändert er seine Prioritäten und stürmt hinterher. Der Kiesberg am Ende des Ausflugs ist vermutlich das absolute Highlight, als plötzlich Mama und Tante da oben stehen und etwas höhnisch herabblicken.  Das spornt sie an, die Explorateure, und treibt sie hinauf, mehr rückwärts rollend, als vorwärts ausgreifend. Aber sie schaffen es alle und triumphieren mit Mama und Hedda auf ihrem ganz persönlichen Everest. Welcher Zwerghovi kann sich schon solche Erfolge gutschreiben? Nach 30 Minuten verladen wir sie wieder. Das war ein anstrengender Tagesabschluss, etwas ganz Besonderes und die Idefixe haben nun sehr viel zu verarbeiten. Vermutlich werden wir heute Nacht die Registratur ihrer Ganglien bis ins Schlafgemach hinauf klappern hören.

 

Sonntag, 14.04.2019

Tiburtius kommt mit Sang und Schall, er bringt den Kuckuck und die Nachtigall. Das müsste ein doofer Kuckuck sein, der nach diesem Winter und den sehr fragwürdigen Aussichten jetzt schon hier wäre, obwohl er sich natürlich schon sputen muss, damit er seinen Brutwirten rechtzeitig ein Ei unterschieben kann. Unser Traditionskuckuck, der hier jedes Jahr sein Gastspiel gibt, ist jedenfalls noch nicht hier. Und von einer Nachtigallen hat in dieser Gegend sowieso noch nie jemand etwas gehört.  

Auch heute beginnt ein grauer und sehr trüber Tag mit sparsamen 3 °C, und mehr als 11 °C schafft er auch nicht. Dazu weht ein steter, leichter Wind. Zum Kuckuck, es wird Zeit, dass mal die Himmelsheizung anspringt!

Der Lammpansen hatte offenbar einen sehr segensreichen Einfluss auf den Gedeih der Idefixe: 1880 g lassen sich jedenfalls sehen. Im Detail bedeutet das, dass es Irax, wie vermutet, geschafft hat, die Acht-Kilo-Grenze zu knacken: 8010 g (+330). Hinter ihm hat sich aber das Herrenquartett wieder einmal neu gemischt. Wir erinnern uns, gestern lautete die Rangfolge Iltschi, Iberl, Inouk und Ilmo. Und heute? 300 g Zugewinn sind eine Kampfansage und bringen Inouk wieder auf den Platz, der ihm selbst angemessen erscheint, auf den zweiten mit 7310 g. Iberl legt 270 g auf und landet mit 7290 g auf dem dritten Platz. Ilmo muss trotz 280 g mit dem vierten Platz und 7280 g zufrieden sein. Und Iltschi? Ihm hätten wir doch seine Pferdeäpfel gönnen sollen, dann wäre er sicher nicht so eingebrochen: 5. Platz, 7200 g (+130).  Bei den Mädels hat sich Indra wieder revanchiert und mit 280 g (7040) an Isi vorbei und auch in den Vierzehnpfünderkreis gefressen. 230 g reichen Isi nur für 6900 g und den undankbaren Vor-Ignaz-Platz. Der steht sowieso über (eigentlich: unter) den Dingen, bescheidet sich mit 60 g und genießt seine 6700 g. Diese Fettpolster-Rallye sollen andere austragen. Warum soll er sich auch Gedanken über sein Gewicht machen, er hat, wie alle anderen, genug, um auf die Reise geschickt werden zu dürfen. Die Vorgaben des RZV für die Abgabe-Gewichte lauten nämlich: sieben Kilo oder das Dreizehnfache des Geburtsgewichts. Das hat auch Ignaz längst erreicht. So what.

Heute stehen wirklich wichtigere Dinge an, als diese Eitelkeiten: Heute kommt die Normenkontrollkommission zur Wurfabnahme. Mit dabei sein darf auch Papa Eddy, der schon ganz neugierig ist, wie sich seine Ableger zeigen werden. Und wir erst! Der H-Wurf hat geradezu eine unglaubliche Show performt, und natürlich wünscht man sich ein ähnliches Niveau, zumal die Idefixe sich hinter ihren Vorgängern nicht zu verstecken brauchen. Der Test besteht grob aus vier Teilen. Als Erstes IberlIberlwird der Welpe in seine gewohnte und bekannte Umgebung gebracht und beobachtet, wie er sich hier verhält und ob er Kontakt zu den unbekannten Menschen aufnimmt. Dann folgt der Wesenstest in einem völlig unbekannten Raum, allein mit den beiden Zuchtwartinnen. Wir müssen draußen bleiben! Dort wird der Welpe abgesetzt und eine Minute lang völlig ignoriert. Man will also sehen, wie er sich unter diesen Bedingungen zurechtfindet, ob er einfach nur verschüchtert herumsitzt und auf ein Erdbeben wartet oder vielleicht losmarschiert und sich schon mal umsieht, egal was die zwei gerade machen oder eben nicht machen. Nach dieser Minute nehmen die Zuchtwarte Kontakt zum Welpen auf, lassen ihn über eine Rascheldecke gehen, trommeln ein wenig auf einem Karton herum, bringen einen Fußball ins Spiel und bieten ihn zuletzt einen Lappen, den er greifen und am besten wegtragen soll (Beute-Überprüfung). Anschließend findet in seiner gewohnten Umgebung die Erscheinungsbildbeurteilung statt: Zähne, Pigment, Haarfarbe, Marken, Ohren, Rute und natürlich die Hoden bei den Jungs. Zum Schluss wird er wieder auf den Boden gesetzt, und man will sehen, ob er beeindruckt ist oder freundlich, unbefangen und seinen Tagesgeschäften wieder nachgeht. Ein oft übersehener Mitspieler auf dieser Bühne ist die Zeit, die man braucht, um acht Welpen zu examinieren, weshalb man es nicht IndraIndravermeiden kann, gelegentlich einen Prüfling aus dem Schlummer zu holen oder kurz davor abzufangen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Ergebnisse, weil schläfrige Hunde meist wenig kooperativ sind. Nach diesem Kriterium ausgewählt, beginnen wir das Schaulaufen mit Iberl und beenden es knapp zwei Stunden später mit Indra.

Die Unbefangenheitsüberprüfung zu Beginn und am Ende des Tests machen alle acht mit links: freundlich, unbeeindruckt und tatendrängig, endlich wieder zum Tagesprogramm übergehen zu dürfen. Auch die Erscheinungsbildbeurteilung lassen alle ohne Zaudern und Maulen an sich abtropfen, zumal die Prozedur beim Tierarzt gestern bedeutend unangenehmer war als das bisschen Gefummel heute. Größere Probleme im Erscheinungsbild werden auch nicht festgestellt, außer, dass bei zwei Prüflingen abgewartet werden muss, ob sich eine unerwünschte und zuchtausschließende Doppelmarke entwickelt.

Ignaz' MännlichkeitskontrolleIgnaz' MännlichkeitskontrolleDie Königsdisziplin ist jedoch der Wesenstest, vor dem alle Züchter wissen, dass sie nichts wissen. Ein Hund ist ein Hund und ein Hovawart ist gelegentlich ein Sauhund. Man darf also auf alles vorbereitet sein, auf ein Jahrhundertergebnis wie beim H-Wurf, auf nicht Fisch, nicht Fleisch und natürlich auf einen Rohrkrepierer. Am Ende des Wesenstest halten wir fest, dass sich die Idefixe im Schnitt auf sehr hohem Niveau bewegen. Wenn wir Iberl und Isi vorher krank gemeldet hätten, wäre sogar das H-Wurf-Niveau in Reichweite gelegen. Richtig brillieren Indra, Inouk und Irax. Die drei rocken das Testfeld, scheren sich nicht um die zwei seltsamen Damen, nehmen alles unter die Lupe und in Besitz, lassen ihrem Beutetrieb freien Lauf und verzücken die Zuchtwartinnen. Ilmo, Iltschi und Ignaz zeigen sich ein wenig reservierter, lassen sich aber zu nichts zweimal bitten und absolvieren die Teststationen letztlich souverän. Wenn man die ersten drei in ein hohes Vorzüglich stufen wollte, stünde bei diesen dreien ein ausgeprägtes Sehr gut zu Buche. Aber Iberl und Isi! Es gibt Leute, die schieben eine solche Performance auf einen sogenannten Blackout. Wer die beiden acht Wochen erleben durfte, muss zu IraxIraxeinem anderen Schluss kommen, und der lautet: Blacksoul.  Das gilt vor allem für Isi. Iberl will nicht so recht, will auf Mamas Schoß, ist vielleicht schlecht drauf und mit dem linken Bein zuerst aufgestanden; wer weiß schon, was in einem Kerl vorgeht, der acht Wochen vor nichts Halt macht und hier das Mauerblümchen gibt? Isi dagegen macht nicht auf Mauerblümchen, Isi gibt das Superpubertier. Und Isi zeigt allen, dass ein Hovawart auch dann schon ein Hovawart ist, wenn er es erst seit acht Wochen weiß. Sie macht nur, was sie will, und zwar, nur wenn sie will und sie den Zeitplan vorgibt. Auf Kommando, ohne hinlängliche Erklärung macht sie nichts. Und nichts bedeutet in Isis Fall: NICHTS. Isi sitzt mit ihren Pobacken im Boden verwurzelt und tut nichts außer zwei Löcher in die Zimmerwand zu starren. Die Wertekommission nimmt sie überhaupt nicht zur Kenntnis, lässt sie aber mittels ihres steifen Rückens unmissverständlich wissen, worüber sie ihIsiIsi, jetzt wieder handzahmr rutschen kann. Einzeln, eine nach der anderen, bitteschön. Wenn Isi bockt, dann bockt sie mit Herz und Seele, und zwar mit einer tiefschwarzen Seele. Isi ist ohne Zweifel ein starker Charakter, der ihr allerdings in diesem Fall in allen Disziplinen eine glatte Sechs einträgt. Die Chefin rollt ob dieses Auftritts verzweifelt die Augen, der Assi könnte sie knutschen und den Zuchtwartinnen entgleitet ebenfalls ein herzhaftes Schmunzeln, tun sich allerdings, in Kenntnis von Isis wahren Werten, schwer, die Zensuren mit gesträubten Federn ins Protokoll zu übertragen. Aber, was sollen sie sonst machen? Nach der Erscheinungsbildbeurteilung, die Isi ohne Beanstandung ausgesprochen freundlich über sich ergehen lässt, ist sie umgehend wieder die alte Isi, der man alles zutrauen kann und die vor nichts und niemandem klein beigibt. Der Assi bedauert zutiefst, dass beim Blues derzeit kein Platz für eine weitere Hündin vorhanden ist; er würde sie vom Fleck weg engagieren, so viel Seelenverwandtschaft  verbindet sie beide.

Eddy mit seiner KinderscharEddy mit seiner KinderscharWir Eddy und IraxEddy und Iraxnehmen an, dass auch Papa Eddy mit seinen Sprösslingen durchaus zufrieden ist, jedenfalls tobt er ausgelassen mit ihnen durch den Garten und lässt nicht erkennen, dass er Iberl und Isi gram wäre. Vermutlich durchschaut er sie besser als wir alle zusammen.

Und als der Abend heraufzieht und die Fütterung ansteht, stellen wir fest, dass das heute erst die dritte ist; die Vormittagsmahlzeit ist irgendwie der Wurfabnahme zum Opfer gefallen. War etwa gar Unterzuckerung die Ursache für Iberls und Isis Auftritt?

 

Montag, 15.04.2019

Wenn die Herzen Trauer tragen, verhüllt sich der Himmel in Hochnebel und frostet die Seele mit 5 °C. Was könnte unseren letzten gemeinsamen Tag trefflicher einläuten?

Die Idefixe übergeben uns infolge der gestern ausgefallenen Mahlzeit morgens nur vier kerngesunde Kostproben ihrer Darmtätigkeit und sind so umtriebig und entspannt wie immer. Wenn die wüssten, dass andernorts schon die Koffer gepackt werden, um sie morgen zu entführen. Dann hätte Isi tatsächlich Anlass zu erstarren. Aber möglicherweise beschlich sie schon gestern eine leise Ahnung und die Vermutung, dass der Prüfungstag der Beginn vom Ende sein soll.

Die gestern ausgefallene Vormittagsmahlzeit zeigt heute Wirkung auf der Waage: 1010 g. Irax hat es gestern, wie die meisten, entspannt angehen lassen und gerade mal 30 g aufgelegt (8040). Mit 80 g plus gelingt es Inouk nahezu mühelos, seinen zweiten Platz zu verteidigen (7390), was einiges über das gestrige Niveau aussagt. Iltschi macht es mit 140 g besser und mampft sich wieder auf den dritten Platz (7340). 7320 g bringt Iberl auf die Waage (+30 und vierter Platz). An Ilmo ist der gestrige Tag völlig vorüber gegangen: 0,0 g und fünfter Platz mit 7280 g. Indra stabilisiert ihren Vorsprung auf Isi mit 190 g plus und 7230 g. Isi kommt trotz 210 g mehr auf 7110 g, die weiterhin nur für den Vor-Ignaz-Rang reichen. Der Kleine hat dagegen das Büffet engagiert abgeräumt und mit 330 g nicht nur die 7000er-Marke verstoffwechselt, sondern nahezu ein Drittel der gestrigen Beute für sich reserviert. Das ist das Vorschlussergebnis, morgen kommt das Finale, dessen Resultat zumindest in der Spitze keine Überraschungen bereithalten dürfte.

IgnazIgnazDer Hedda tollt mit IberlHedda tollt mit IberlTag selbst bietet keine Besonderheiten gegenüber seinen Vorgängern, außer dass wir durch Zufall entdecken, dass Ignaz seit heute seinen Chip suprakutan, also im Fell spazieren trägt. Sack und Asche, das Ding ist ihm ausgekommen oder er hat es ausgestoßen. Welch ein Glück und Zufall, dass wir das überhaupt bemerkt haben, sonst hätten wir ihn morgen identitätsfrei übergeben. Das bedeutet, einen neuen Termin beim Tierarzt vereinbaren, allerdings nicht bei unserem Traditionstierarzt in Stephanskirchen, sondern gleich um die Ecke, bei unserer Nachbarin. Jetzt sind kurze Wege gefragt. Ignaz bekommt am frühen Abend einen Termin und einen neuen Chip, eigentlich sogar zwei, weil er den WelpenspielplatzWelpenspielplatz oder Wertstoffhof?ersten verweigert und sofort wieder abstößt. Ignaz, der zarte Herzensbrecher, zeigt heute sein wahres Ich als Ledernacken. Erst mit dem zweiten Anlauf gelingt es, Ignaz zu markieren. Zudem bekommt er einen zweiten Heimtierausweis, weil die Chipnummer in den Ausweisen seit einiger Zeit versiegelt sind und nicht mehr überklebt werden können. Und er braucht seinen alten Ausweis noch, weil dort seine Impfung bestätigt ist, jedenfalls so lange, bis ihm sein Tierarzt demnächst seine erste Immunisierung in den neuen Ausweis nachträgt. Der charmante Ignaz ist ein rechter Filou. Denn auch wir müssen nun seine fertiggestellten Unterlagen auch noch umschreiben. Da denkt man einmal, man habe den ganzen Papierkram und die Welpenordner zeitig fertig, was uns diesmal stolz und einigermaßen entspannt macht, und dann kommt so ein Ignaz daher und hat eine Bombenidee.

AlexandraAlexandra will Ilmo nicht ziehen lassenHeute Anna-MariaAnna-Maria hält Isi ganz festhaben nur noch die unermüdlichen Helfer der letzten Wochen, Alexandra und Anna-Maria mit ihren Familien, Zugang zu den Idefixen. Es ist noch einiges zu erledigen und organisieren, und der Nachmittag ist dann eine lange und innige Abschiedsparty, die keine Störung, von wem auch immer, verträgt. Wir nehmen alle Abschied von unseren Lieblingen und beschließen den Tag mit Pizza und Pasta vom Italiener um die Ecke. Es liegt eine eigentümliche Stimmung zwischen Übermut und Wehmut in der Luft, zwischen Weißwein und Wermut, nur die Idefixe finden unermüdlich, dass das Leben eine Party ist. Wir lassen sie für eine letzte gemeinsame Kuschelnacht zurück.

 

Dienstag, 16.04.2019

Welch ein herrlicher Morgen! Die Sonne scheint ein Freund von Kidnappern zu sein und hält seit Tagen erstmals wieder Hof. Uns soll es recht sein, denn was wäre fürchterlicher als ein grauer oder regnerischer Abschied?

Abschied von den IdefixenAbschied von den IdefixenDiesen nehmen wir gleich unter den frühen Morgenstrahlen von unseren Idefixen, die wieder so tun, als ginge sie das alles nichts an. Uns stockt das Herz. Da kann nur die Tagesroutine helfen: füttern und wiegen. Und so folgt nun das Finale furioso auf der Babywaage. Als ob die Idefixe fürchten müssten, in Zukunft nur noch mit Knäckebrot und Magermilch Vorlieb nehmen zu müssen, haben sie gestern noch einmal richtig zugeschlagen und mit 2850 g das zweithöchste Tagesergebnis herbeigeführt. Das ergibt folgende Abgabegewichte:

Irax 8400 g (+360).
Ilmo 7900 g (+620, wir haben dreimal gewogen! Was für eine Schlussrunde).
Iberl 7800 g (+480, auch das wollten wir nicht ungeprüft glauben).
Inouk 7700 g (+310).
Iltschi 7640 g (+300).
Isi 7460 g (+350), hat es also doch noch geschafft, Indra abzumeiern.
Indra 7420 g (+190).
Ignaz 7270 (+240).

AbschiedsbrunchFarewell-BrunchGegen 10 Uhr sind die meisten Kidnapper da, um sich bei einem Weißwurstfrühstück auf die nahe und ferne Zukunft mit ihren Idefixen einzustimmen, sich kennenzulernen und auszutauschen. Für uns sind das unvergessene Momente, in denen die gute Stimmung auch uns die Kehlen wieder ein wenig aufschnürt, obwohl die Szene auch viel Melancholie transportiert. Die Chefin gibt noch einige Anregungen, Hilfestellungen und Bitten an die neuen Idefixateure weiter, und dann werden sie entlassen, hinausgeschickt in die Welt mit unserem Segen und der Hoffnung auf ein Wiedersehen und ein ganz langes Leben. Es kommt, was unvermeidlich ist: der Abschied. Jetzt sind sie wieder zu die Kehlen der Chefin und des Assis, aber auch die unserer emsigen Helfer und Welpenkuschler, so zu, dass sie dicke Tränen aus den Augen treiben. Ja, Mensch, ist halt so. Geht endlich, geht mit Gott, aber geht...

TatortreinigerTatortreinigerSchon um 11 Uhr verlässt uns als Erster der mächtige Irax, weil er den weitesten Weg von allen, ins ferne NRW, hat. Um 12:15 Uhr begibt sich Ilmo auf den Weg in Richtung Wien. Ignaz verlässt uns um 12:30 Uhr und Inouk um 12:40 Uhr, beide ins Schwabenland.Verlassenes ParadiesVerlassenes Paradies Um 13 Uhr macht sich Iberl auf, ein echter Tiroler zu werden, und eine halbe Stunde später reist Isi ins Salzburger Land. Um 13 Uhr ziehen erst Indra, dann Iltschi ins Allgäu. Und da ist er leer der Tanzboden der Idefixe, geradezu geplündert – und leergefegt, weil schon, seit die ersten abgezogen sind, unsere Helfer sich mit Wasserschlauch und Schrubber über alles hermachen, was einst ein Welpenparadies war. Wie die Heinzelmännchen schuften sie, halten uns den Rücken für die Trauer frei, und gegen 15 Uhr ist der Paradiesgarten von den Tatortreinigern leergefegt, um 16 Uhr alles verräumt und verstaut. Nur die Schäden in der Wiese deuten noch auf die vergangenen Wochen mit den Idefixen hin. Wie jämmerlich ein Paradies sein kann! So voller Narben.

Abends feiern wir den Abschied von den Idefixen mit Anna-Maria und ihren Eltern in den Aiblinger "Hofer Stubn", die wegen ihrer Gastlichkeit und Qualität der Speisen eine heiße Empfehlung für alle sind, die nach Bad Aibling kommen. Bei einem genüsslichen Mahl und guten Getränken löst sich Kummer in Wohlempfinden auf. Für Alexandra und ihre Familie müssen wir die Abschiedsfeierlichkeiten wegen dringender Termine auf später verschieben. Wir haben euch allen so sehr zu danken! Ihr ward uns acht Wochen eine unverzichtbare Stütze und so große Hilfe, habt geputzt, gebacken, gekocht, gestreichelt, behütet und unsere Hunde Gassi geführt, wenn uns die Zeit ausging. Zur Hälfte sind die Idefixe euer Werk und euer Verdienst. Vielen Dank.

 

Epilog I

Jacqueline GehmJacqueline GehmIgnaz lebt jetzt im schwäbischen Ahlen.

Das Leichtgewicht der Idefixe ist voller Charme und Schalk, klein an Gestalt, aber nicht im Geiste. Ignaz leistet sich gerne den finsteren Blick des Hagen von Tronje, hinter dem er seine perlenden Gedanken verbirgt, die einen Spaß nach dem anderen ausbrüten. Diese Späße treibt er mit seinen Geschwistern, die ihm wenig übelnehmen, aber auch mit uns, die ihm nichts übelnehmen können. Dann sind sie jedoch ziemlich hand- und bissfest, seine Späße, weil hinter dem spaßgetriebenen Charmeur ein äußerst griffiger Wadenbeißer und Hosenreißer steckt, der seine tückischen Attacken, ohne ein Wässerchen zu trüben, mit Bonbonaugen vorträgt und damit in unsere Augen ein Wässerchen treibt. Neben seinem sonst sehr sonnigen Gemüt ist Ignaz aber auch ein durchaus lebenstüchtiger Abenteurer, ein Erstbesteiger und Ersttester der angelieferten Trainingsgeräte, über deren Nützlichkeit und Tauglichkeit er sich gerne mit seinem Bruder Ilmo austauscht. Wenn es ans Toben und Spielen geht, ist Ignaz an vorderster Front, kugelt herum, überholt sich selbst und überrollt alles, was ihm im Weg ist. Dass er zu den ganz Schlauen gehört, beweist er bei seinem ersten Ausflug am Wassergraben, als ihm sein eingebautes Navi vorschlägt, den Hinweg auch als Rückweg einzuschlagen, er aber sofort umplant, als wir ihn mit Engelszungen zu uns rufen, die Situation erkennt und, die Empfehlungen seiner Fernsteuerung ignorierend, mit Vollgas zu uns geflogen kommt. Aus solchen Holz sind die Klugen geschnitzt, nicht die Verbohrten. Ignaz hat, so scheint es uns, immer den richtigen Durchblick, nicht nur weil er als erster seine Augen einen Spalt weit öffnete.

Bei seinen Geschwistern und in unserem Irr- und Wirrgarten ist er nie unter die Räder gekommen, und er wird es auch in Zukunft nicht. Da sind wir uns sicher.

 

Irax hat sich seine Hütte im nordrheinischen Düren aufbauen lassen.Dr. Raoul Pöhler und Ina KrämerDr. Raoul Pöhler und Ina Krämer

Über Irax ist viel gesagt und geschrieben worden, was er vor allem seiner schier ungebremsten Massenvermehrung zu verdanken hat. Dabei ist Irax zu keinem Zeitpunkt dick, nur mächtig, so etwas, was man in Bayern als "g'standenes Mannsbild" bezeichnet. Wobei diese in der Regel eine prächtige "Wampn" vor sich her und einen rotgeäderten "G'schwollschädel" ohne Hals auf den Schultern tragen. Nichts davon darf man Irax nachsagen; er ist ein Mannsbild, also ein Bild von einem Mann, ohne jene lebensverkürzenden Attribute. Er ist optisch ein Silberrücken und emotional ein Goldstück. Er ist selbstbewusst, neugierig und naseweis, macht gerne den ersten Schritt in ein unbekanntes  Land, vergewissert sich auch seiner Position im Rudel, die nur von seinen Schwestern gelegentlich, dann aber mit Nachdruck, in Frage gestellt wird. Am Ende aber lebt Irax friedlich zwischen seinen Geschwistern, weil einer, der mehr mampft, mehr Irxen (bay.: Muskeln) hat, und wer mehr Irxenschmalz (bay.: Muskelkraft) hat, hat meist seine Ruhe und recht. So ein geselliges und umgängliches Machtfaktotum hatten wir nur selten. Sein sicherer Instinkt zwischen Anspruch und Zurückhaltung wird ihm in Zukunft helfen, seinen Platz neben dem jetzigen Platzhirsch in der Dürener Stadtvilla, dem gereiften Hovawartrüden Mounty, zu finden, um mit ihm gemeinsam die Wach- und Schmus-Geschäfte zu gestalten.  
In Zukunft wird Irax auf den Namen Picasso hören, der seinem schillernden und vielschichtigen Charakter in gewisser Hinsicht Rechnung trägt, vor allem aber in Anbetracht eines jener Idefixe mit der sparsamsten Markenausprägung keinen geringen Charme hat.

 

Familie Danisca ComplojFamilie Danisca Comploj Iberl wird ein Tiroler und lässt sich in Seefeld nieder.

Iberl ist jener Idefix, der rein optisch seinem Papa am nächsten kommt und damit für den stolzen Stamm der Hovawarte eigentlich schon mehr als genug geleistet hat, gerade in einer hohlen Welt der Äußerlichkeiten und Eitelkeiten. Doch es wäre zu kurz gegriffen, die Betrachtung Iberls mit dessen Aussehen einzustellen, zumal man sich damit ebenfalls einer unverzeihlichen Oberflächlichkeit schuldig machen würde. Aber zugegeben: Iberl macht es einem nicht leicht, seine Werte mit einem schnellen Blick abzugreifen. Er ist kein Lauter, er ist keine Rampensau und kein Hans Dampf in allen Gassen. Er ist kein Adabei, wie man in Bayern einen nennt, der immer und überall vorne dabei ist und sich in den Vordergrund spielt. Iberl ist eher ein Sodabei, einer, der einfach immer so dabei ist. Wenn es ihm danach ist, sieht man ihn den halben Tag nicht und dann haut er Irax ein paar Maulschellen um die Backen, dass der meint, mit dem Gottseibeiuns kollidiert zu sein. Iberl ist keiner, der seine Militärlaufbahn als Pionier oder Fallschirmjäger gestalten würde, aber wenn zur Schlacht gerufen wird, steht er sein Männchen, egal wo. Er ist keiner, der kopfüber in den Tümpel springt, um dessen Tiefe auszuloten; er würde erst seine Zehenspitzen bemühen. Iberl ist ein warmherziger, zufriedener und in sich ruhender Mainstreamer mit dem Hang zu kontrollierten und kontrollierbaren Aktionen. So versteht sich auch Iberls Weigerung, den Zuchtwartinnen zu zeigen, was in ihm steckt.
Iberl hört jetzt auf den Namen Ibo, was bestimmt dazu beiträgt, dass sich die nichtbayerischen Touristen in Tirol beim Rufen seines Namens nicht die Zungen verknoten.    

 

Familie BrandstätterFamilie BrandstätterIsi bewacht fortan in Thalgau das Tor zum Salzkammergut.

Und dort sollte man sich auf einiges gefasst machen. Mit Isi hält eines der facetten- und fintenreichsten Blues-Exemplare Einzug im Salzburger Land. Wahrscheinlich ist, dass man sie anfangs mit "Isi ante portas" empfangen und bald schon als Kronjuwel an die Brust schmiegen wird. In Isi steckt das gesamte Rassespektrum des Hovawarts: Schmusebacke und Liebestöter, Krawallschachtel und Leisetreter, Troubadoura und Dudelsack, Waldfee und Moorhexe, Damenkränzchen und Love Parade, Champagner und Lebertran, Engelchen und Bengelchen eben, kurz: das ganze Schachbrett aus Tugenden und Untugenden. Sie ist immer auf Achse und auf der Lauer, hat immer eine Idee im Kopf und einen Plan im Hinterkopf. Und wenn sie ihre Räder bei der Wurfabnahme zum totalen Stillstand bringt, stehen eben alle Räder still, weil ihr Sturschädel es will. Zensuren sind überbewertet, Zäsuren das Salz in der Suppe. Isi ist ein Powerpaket, sie ist schlagfertig, ausdauernd, charmant und voller Esprit, neugierig, abenteuerlustig, unberechenbar und hingebungsvoll. Wer sich einen komplett ausgestatteten Hovawart wünscht und nicht vor seinen Abgründen zurückschreckt, landet bei Isi einen Volltreffer. Ihre neuen Leute haben mit unserer viel zu früh gestorbenen Eri, deren Nachfolgerin Isi nun sein darf, das nötige Rüstzeug für sie erworben und werden sie mit sicherer Hand durchs Leben geleiten – und sich von ihr gelassen leiten lassen.

 

Hilde AltenhönerHilde AltenhönerIndra richtet sich in Sonthofen, im Oberallgäu, ein.

Und dort sollte man sich auf einiges gefasst machen. Mit Indra hält eines der facetten- und fintenreichsten Blues-Exemplare Einzug im Oberallgäu. Richtig, so begannen wir das Hohe Lied auf Isi. Und so gesehen könnten wir empfehlen, deren Text noch einmal zu lesen, um über Indra Bescheid zu wissen. Doch einige Unterschiede lassen sich festmachen und verdienen gesonderte Betrachtung. Indra ist die etwas ausgeglichenere der Schwestern und in manchen Aspekten zugänglicher; ihre Extreme liegen nicht so weit auseinander. So verweigert sie sich den Zuchtwartinnen nicht, sondern bringt ein Examen mit Summa cum laude nach Hause. Sie will häufiger als Isi ein gutes Mädchen sein und in den Himmel kommen, ein Beleg, dass sie neben ihren erkennbaren Vorzügen auch enorm pfiffig ist. Dazu kommen Unternehmungslust, Mut und Erfindungsgabe. Sie gehört durchwegs zu den Erstbesteigern und Testern aller Spielgeräte, probiert alles aus, schreckt vor nichts zurück und findet sich zuverlässig dort ein, wo das Leben eine Party verspricht. Rückschläge kontert sie mit Wiederholungen, Backpfeifen mit Rückschlägen. Sie gehört zu den kompromisslosesten Fersenkneifern und den unermüdlichsten Dauerläufern. Und, während Isi beim ersten Anblick einer Wasserschale kopfüber in diese stürzt und ein Vollbad nimmt, weiß Indra, was es mit dieser auf sich hat und löscht zielgenau ihren Durst. Und sie hat das lebenserhaltende Gen der Betörungsstrategien: Indra ist nicht nur Fiannas Herzenswanze, bei der sie sich nahezu alle Rechte gesichert hat, sondern schafft es sogar die unentspannte Hedda herumzukriegen und mit ihr Zerrspiele zu machen; wann immer Hedda sich unbeobachtet fühlt, ruft sie Indra zum Spiel. Das ist große Gaukelei und die beste Voraussetzung für ein Leben mit der siebenjährigen Anni, einer Tochter unserer Bruni, die sie wohl schneller als diese es bemerken kann um das Pfötchen gewickelt haben wird. An ihre Leute wird sie Ansprüche stellen, ihnen eine Menge abverlangen, aber ihnen noch mehr Glücksmomente bescheren.

 

Familie ReiterFamilie ReiterIlmo verbringt seine Tage im niederösterreichischen Gerersdorf bei St. Pölten.

Ilmo mit der weißen Zehe ist der Favorit einiger unserer Freunde und sein Weggang stürzt manche in eine kleine Lebenskrise. Ilmo ist tatsächlich der geborene Herzensbrecher, charmant, anschmiegsam und mit der nötigen Portion Schmäh bestückt (was seine Übersiedlung in den Wiener Dunstkreis rechtfertigt). Dieser Herzenszugang gelingt ihm allerdings bei seiner Mama nie so richtig, die ihm jedenfalls erheblich mehr Prügel verabreicht als allen anderen, von der allerheiligen Indra gar nicht zu reden. Hundemütter empfinden womöglich anderes als erstrebenswert als wir Menschen das tun; Ilmos Leutseligkeit und Hingabe gehört offenbar nicht dazu. Ilmo ist mit so vielen Fertigkeiten ausgestattet, dass er dennoch mit Siebenmeilenstiefeln durchs Leben schreiten wird, vor allem ist er ein Bewegungswunder und ein Gleichgewichtsspezialist. Auch seine Geschwister können es nicht lassen, die Spielgeräte unter die Lupe zu nehmen, aber bei ihnen behielt das Wörtchen "unter" häufig die Oberhand, während Ilmo meist obenauf bleibt. Während die anderen sich dann mit der Schwerkraft abmühen, macht er sich schon auf den Weg zu neuen Klippen. Ilmo ist hand- und kieferfest, hartnäckig nicht nur am Klettergerät und stimmgewaltig bis hin zum Akustikterroristen, wenn ihm die ganze Richtung nicht passt. So investigativ und allem Neuen aufgeschlossen er auch ist, und so sehr er sich ins Kampfgetümmel wirft, Futtergetümmel und -gewimmel an der Futterschale sind ihm ein Gräuel. Da zieht er sich indigniert zurück und versucht sein Glück lieber im Muttibräu. Und da ist sogar der oft gescholtene Ilmo wieder gern gesehen und bekommt einen Extraschluck mit auf seinen Weg – den er gewiss zu unser aller Freude machen wird, und das sogar unter seiner neuen Identität: Rocky.

 

Familie GrabovacFamilie GrabovacInouk treibt jetzt seine Späße im schwäbischen Heidenheim a. d. Brenz.

Es ist zu hoffen, dass in Heidenheim keine Gartenhäuschen offenstehen und Zäune sowie Mauern mindestens mannshoch sind. Andernfalls übernehmen wir keine Garantie für die Unversehrtheit des dahinter bewahrten Hab und Guts. Inouk ist nämlich ein großer Entdecker, den wir schon als Thor Heyerdahl der Idefixe bezeichneten. Er begibt sich in jede Gefahr, betrachtet nichts als unlösbar und bringt sich damit gelegentlich in ausweglose oder zumindest missliche Situationen. Aber das bringt ihn weder aus der Ruhe noch aus der Fassung. Ein über seinem kleinen Kopf verklemmter Joghurtbecher wird trickreich abgestreift und als nützliches Rüstzeug für den nächsten Selbstversuch verbucht. Panik? Mamarufe? Fehlanzeige. Inouk verlässt als Erster seine Schlafbox über den Bretterverschlag und kurvt entspannt durch die Küche. Selbst er weiß wahrscheinlich nicht, wie er das bewältigt hat, aber ihn beschäftigt so etwas nicht. Inouk ist schnell wie Herbie und hat größte Mühe, sein ständig ausbrechendes Heck zur Ordnung zu rufen. Dann gibt er eben noch mehr Gas, um seinen Popo zu disziplinieren. Logisch. Inouk ist so eine Art fröhlicher Selbstmörder und eine ständige Gefahr für seine Mitbewohner. Inouk kennt nur volles Gas und volles Glas. Lustig ist er wie kein zweiter, schelmisch und bereits mit vielen Wassern gewaschen. Wer in ihm jedoch nur den Gaudiburschen sieht, sollte auch seine kompromisslose Sicherung seiner Pansenbeute in die Betrachtung einbeziehen. Keine Spur mehr von Gaudibursch, Harlekin und Kaspar. Inouk weiß nämlich sehr wohl auch, worauf es im Hundeleben ankommt und ist bestens für ein solches vorbereitet. Die Butter lässt er sich vielleicht vom Brot nehmen, nicht aber den Pansen aus den Fängen. Das Leben, so viel weiß schon der kleine Inouk, ist nur dann ein Quell der Freude und ein langer Spaß, wenn man nicht zum Spaß der anderen wird. Als Nachfolger unseres viel zu früh verstorbenen Herzensbrechers und Chefkomikers Darendi ist Inouk die absolute Topbesetzung.

 

Familie VoglerFamilie VoglerIltschi ist jetzt in Bad Grönenbach, im Unterallgäu, zuhause.

Passend zum Allgäu ruht Iltschis Dasein, wie ein ordentlicher Allgäuer Melkschemel, auf drei festen Beinen: seine Pfoten, sein großes Herz und – sein Name. Tatsächlich ist Iltschi der erste Welpe aus unserer Wurfbox, der einen Wunschnamen bekommt. Weil sein neues Frauchen der Farbe Schwarz huldigt und bisher nur schwarze Hunde, schwarze Pferde und schwarze Katzen in ihrer Nähe duldete, muss Iltschi, der es selbst nicht zum schwarzen Hund schaffte, wenigstens einen schwarzen Namen tragen, eben den von Winnetous Rappen: Iltschi. Dem können wir zustimmen, sind aber froh, dass sie sich nicht um einen Welpen aus dem H-Wurf bewarb und auf Old Shatterhands Rappen abhob: Hatatitla. Das hätte bei uns vermutlich zur Schnappatmung genötigt. Neben seinem Namen besticht Iltschi durch ein äußerst geschicktes Pfotenspiel. Seine Vorderpfoten benutzt er fast wie Hände, zerrt, schubst und kugelt alles herum, hat alles fest im Griff und lässt es nicht mehr los, greift sich Decken, Becher, Dosen, fummelt in Taschen, umarmt und, ja, auch das, verpasst mit ihnen veritable Ohrfeigen. Ein Platz im Magischen Zirkel müsste ihm eigentlich sicher sein; er ist ein Zauberer mit seinen Händen. Und sein Herz erst. Wo ein Mensch ist, ist Iltschi nicht weit. Wo ein Schoß ist, ist der Erdboden leer. Wo ein Arm ist, liegt Iltschi Herz an Herz. Blickt man sich um, blickt man in ein Lächeln von Iltschi. Spötter behaupten, es gäbe von Iltschi weniger Bilder als von seinen Geschwistern, weil er sich meist im Makrobereich des Kameraobjektivs aufhält. Ansonsten ist Iltschi völlig normal: zünftig, lustig, umtriebig, spielsüchtig, rennmausig, naseweis und experimentierfreudig. Und das alles mit Hingabe.
Ob er als Nachfolger von unserem unvergessenen Cento und dessen Vater Max eine Championkarriere auf den Laufstegen machen und durch seine Schönheit brillieren wird, bleibt abzuwarten. Aber im Sport darf er sich, wie sie, beweisen und zeigen, dass er nicht nur ein großes Herz hat, sondern es auch am rechten Fleck trägt.

Welpenverteilug des I-Wurfs

 

Epilog II

Fianna hat die Strapazen ihrer dritten Mutterschaft bestens überstanden und fühlt sich pudelwohl. Dank unserer bienenfleißigen Tatortreiniger war alles, was an die Idefixe erinnert schon abends weg und verstaut, weshalb Fianna schon am nächsten Tag keinen Welpenblues mehr hatte und nicht mehr nach ihren Kindern suchte. Am Donnerstag fuhren wir dann für eineinhalb Wochen in Urlaub, und danach war für sie sowieso alles vergessen und Geschichte.

Die Idefixe sind alle problemlos in ihren neuen Revieren angekommen und haben sich bestens eingelebt. Diejenigen, die eine Welpenschule besuchen, machen dort eine Bella Figura und zeigen, was sie in acht Wochen gelernt haben. Das macht den Züchter glücklich und den Besitzer stolz.

SpatzenkolonieEine Spatzenkolonienie da gewesene Ehre wurde den Idefixen zuteil, indem ihnen zu Ehren eine nach ihnen benannte Gartensiedlung errichtet wurde. Anna-Maria konnte und wollte nicht auf ihre Idefixe verzichten und bastelte ihnen eine Spatzenkolonie mit dem Namen "Krachmacherstrasse". Bei dieser Kolonie handelt es sich um acht Wohneinheiten für Spatzen, von denen jede einem Idefix gewidmet ist. Sollten sich andere Interessenten dort einmieten, wird wohl trotzdem keine Fehlbelegungsabgabe fällig. Was für eine bezaubernde Idee! Wir schämen uns nicht, zutiefst gerührt zu sein. Danke.

Wir haben also allen Grund Dank zu sagen, allen die am Gelingen des I-Wurfs beteiligt waren, manche weit über das übliche Maß hinaus, Dank also ganz besonders an Alexandra und Anna-Maria und deren Eltern. Ihnen wurden die Idefixe förmlich vom Herzen gerissen, aber sie haben einen ganz großen Anteil am Gelingen der Idefixe geleistet. Den größten Anteil am Gelingen der Idefixe haben jedoch Fianna und Eddy, die wir dafür gar nicht fest genug ans Herz drücken können: Vergelt's Gott, ihr zwei.

Wir tauchen nun wieder in den Alltag ab. Wann wir aus ihm wieder auftauchen, überlassen wir dem Schicksal und den laufenden Ereignissen. Bis dahin

Keep on the sunny side, always on the sunny side,
Keep on the sunny side of life
It will help us ev'ry day, it will brighten all the way
If we'll keep on the sunny side of life

 

7. Woche (03.04.2019 - 09.04.2019)

Mittwoch, 03.04.2019

Ein grauer Tag erhebt sich aus seinem Bett. Morgens bringt er gerade mal 5 °C auf die Beine, die sich dann zwar auf fast 20 °C hochstemmen, aber meist bedeckt halten. Dazu wird auch noch Wind geliefert. So lange es nicht regnet und die Idefixe weggesperrt werden müssten, wollen wir uns nicht beklagen.

Die Morgenvisite ergibt viel Kloakenfeeling, obwohl der Assi gegen 23 Uhr noch sechs Häufchen beseitigte. Die Därmchen sind also sehr munter und offenbar arbeitswillig. Noch liefern sie viel massigen Brei, aber keinerlei Anzeichen von Krankheit; die Zwerge genießen sichtlich den neuen Tag. Wer jemals kranken Durchfall oder IlmoIlmo ist sich keiner Schuld bewusstblutigen Stuhl gerochen hat, vergisst das nie wieder und kann die Anzeichen sofort identifizieren. Von all dem kann keine Rede sein. Die Idefixe sind gesund und entwickeln gerade ihren Darm für ein langes und gesundes Leben. Was allerdings auch einschließt, dass die Kleinen im Einzelfall in der Bereitstellung ihrer Darmtrophäen recht einfallsreich zu sein scheinen. Zum Schutz der hölzernen Tischbeine und des Küchenblocks, haben wir diese in kleine Topfuntersetzer aus Kunststoff gesetzt, weil die Beine sonst jede Nacht im Urin stehen. Diese Untersetzer sind gerade so groß, dass die quadratischen Beine in sie passen. Um so erstaunter darf man sein, wenn ein Idefix sein Häufchen exakt in einen solchen kleinen Untersetzer platziert hat. Alle Wetter. Wir tippen auf Ilmo, das akrobatische Bewegungswunder, können ihm die Auszeichnung aber mangels Beweis leider nicht aushändigen.

Iltschi und IsiIltschi und IsiBei der Begutachtung der Endmoränchen ist es für uns natürlich wichtig zu erfahren, ob Ignaz, der gestern 50 g abgenommen und Irax, der für seine Verhältnisse kaum messbare 70 g zugelegt hatte, heute wieder in der Normalspur angekommen sind. Und tatsächlich können wir auf ganzer Linie Entwarnung geben. Irax +190 g (4950), Inouk +250 g (4780), Iberl +190 g (4720), Isi +170 g (4700), Iltschi +120 g (4590), Ilmo +160 g (4510), Ignaz +250 g (4500) und Indra +200 g (4490). Diese 1530 g sehen nicht nach Auszehrung aus.

Inouk hat es heute doch noch geschafft, seine Scharte, die er sich kürzlich InoukInouk nach vollbrachter Tatim Gewächshaus zugezogen hatte, weil er gegen seinen Willen aus dem Irrgarten der Pflanztöpfe gerettet wurde, auszumerzen. Heute gelingt es ihm, sich (so glaubt er) ungesehen in dieses Gewächshaus einzuschleichen und dort seiner innenarchitektonischen Kreativität freien Lauf zu lassen. Zwar ist das Häuschen fast leergeräumt, weil sich die Pflanzen nach Frühlingsluft sehnten, doch für einen unruhigen und (er)finderischen Geist wie Inouk gibt es genug zu entdecken und umzuschichten.  Falls es im Schwäbischen einmal auf dem Konto knapp werden sollte: Als Mitarbeiter im Wertstoffhof könnte man Inouk ohne Bedenken zum Ein- und Familienumsatz bringen. Für Krempel hat er tatsächlich ein Händchen und auch keine Scheu, sich dieses dreckig zu machen.

Girgl Girgl mit seinen Followern Zur Freude der Idefixe meldet sich heute auch wieder einmal Hundebesuch an: Girgl, der Tambourmajor unseres G-Wurfs hat sich anmelden lassen. Girgl ist so eine spezielle Mischung aus Fingerhakler und Kinderschwester. Heute bringt er die Kinderschwester zur Aufführung und die Kinder außer sich vor Freude. Weil Fianna ihren Großen von den wöchentlichen Begegnung auf dem Hundeplatz bestens kennt und genau einschätzen kann, und Girgl heute sowieso nur seine Rolle als Kinderschwester und Babysitter im Sinn hat, lässt sie ihn ohne viel Aufhebens zu ihren Kindern, weil sie weiß, dass von diesem gutmütigen Bully keine Gefahr ausgeht. Girgl tanzt mit den Kleinen durch den Garten, dreht Pirouetten und lässt nahezu alles mit sich machen, ohne jemals ungeduldig Girgl und IltschiGirgl und Iltschioder brummig zu werden. Der hartnäckigste Pilotfisch ist Iltschi, der offenbar an diesem Onkel einen Narren gefressen hat und nicht mehr aus den Augen und den Zähnen lässt. In die Nase darf er den Großen zwicken, in die Beine beißen oder an den Hosen zerren – Girgl macht alles mit und erduldet die kleine Zecke, wie man es von einem Vater in Erziehungsurlaub erwarten würde, aber nicht von einem Freizeitonkel. Dass er ihnen nicht den Bauch anbietet, liegt daran, dass dieses Programm bei ihm nicht installiert ist, und die Versuche der Idefixe, an seine "Zitze" zu kommen, das einzige ist, was ihn etwas ruppig werden lässt. Aber immer löst er das Problem charmant und elegant: Sidestep, Shuffle, Wiegeschritt, Cha-Cha-Cha. Was für ein Welpenonkel, dieser Girgl!

Ob es an Girgl liegt oder ob wir einfach bisher nur keinen Blick dafür hatten: Die blauen Welpenaugen der Idefixe werden jetzt alle braun, dunkelbraun wie ein Moorsee, geheimnisvoll und samtig.

Iberl und IsiIberl und IsiBraun, eher schwarz, sind auch die Leckerli, die wir ihnen zur Abwechslung geben, damit ihr Stuhlgang fester wird. Es sind Hundeleckerli mit Aktivkohle, die es leider nur in der Schweiz gibt. Mit diesen spröden Dingern sind die kleinen Zähnchen kräftig beschäftigt, aber sie arbeiten sich geduldig und hartnäckig daran ab. Mal sehen, ob wir morgen eine Veränderung feststellen können.

 

 

Donnerstag, 04.04.2019

Ist Ambrosius schön und rein, wird St. Florian (4.Mai) milder sein. Das klingt wie ein Muntermacher, scheitert jedoch daran, dass es heute eher bedeckt und trüb ist, nur nachmittags zeigt sich vereinzelt die Sonne, und es werden auch nicht mehr als 15 °C heute. Wenn man sich allerdings auf die Vorhersage einlässt, fragt man sich, milder als was? Milder als heute? Schön, das dürfte bis zum 4. Mai nicht allzu kompliziert sein. Ist schon ein vertrackter Hund, dieser Hundertjährige. Der muss in seinem ersten Leben Winkeladvokat gewesen sein.

IgnazIgnazBeschäftigen wir uns lieber mit den Gewichten unserer Lieben; die sind ehrlich und kaum interpretierbar. Kaum interpretierbar sind auch die 2470 g, die seit gestern Morgen mehr auf unserer Babywaage liegen. Bei dieser Aufstockung ist es fast zwingend erforderlich, dass wir die Liste in der Reihenfolge der Auflastung durcharbeiten. Irax +510 (5460; kein Schreibfehler, wir haben zweimal gewogen), Ilmo +380 g (4890), Inouk +310 g (5090), Iltschi +290 g (4880), Indra +270 g (4760), Iberl +260 (4980), Isi +250 g (4950), Ignaz +200 g (4700). Da wir weder Kraftfutter noch die doppelte Menge gefüttert haben, muss man fast annehmen, Girgl hätte doch so eine Art Männermilch... Nein, das müssen wir wohl verwerfen und die Interpretation des Ergebnisses auf einen anderen Tag verschieben.

Sicher ist nur, dass Fianna wieder auf Normalkost zurück ist: Kein Welpenfutter mehr und die üblichen Portionen zweimal am Tag. Wer nicht mehr liefert, braucht keine Kraftkost. Fianna steht trotzdem mittags in den Startlöchern und Hedda scharrt ebenfalls mit den Ballen, weil sie ja auch immer eine Anstandshand voll bekommen hat. Aber heute stehen und scharren die beiden ohne Happy End. 

Wenn man solche Wiegeergebnisse einzuordnen hat, macht man sich schon mal die Mühe, bei der Fütterung genauer hinzusehen. Der Assi praktiziert das bei der heutigen Trockenfuttergabe am späten Vormittag. Die beiden Futterschalen werden schöpflöffelweise exakt gleich befüllt und auf den Boden gebracht. Die Wahl der Schale bleibt den Idefixen überlassen, das geht so fix inzwischen, dass man sowieso nicht mehr eingreifen kann, höchstens wenn sich mal sechs an einer Schale um das Menü schlagen. Heute teilen sie sich augenblicklich in zweimal vier auf, und ehe sich der Assi in eine geeignete Beobachterposition bringen kann, ist die Schale mit Isi, Iltschi, Ilmo und Irax leer. Da hat das andere Kleeblatt kaum mehr als die Hälfte verarbeitet. Vermutlich haben nur Galeerensträflinge schneller gearbeitet und gegessen als diese vier.

Fianna räumt die Fischtheke abFianna räumt die Fischtheke abNachmittags, nach diesem Aha-Erlebnis, steht wieder eine Futterpremiere auf dem Programm: Fisch. Gekochter Rotbarsch und Seelachs wird den Idefixen mit Reis gereicht. Man mag es kaum aussprechen, aber die Welt ist manchmal einfach nur banal: Die vier Speedfresser vom Vormittag sind auch diejenigen, denen der Fisch offensichtlich wie Öl über die Zunge fließt. Sie können gar nicht so schnell schlucken wie die Kiefer schaufeln. Die Frage stellt sich, ob ihnen der Fisch tatsächlich so mundet oder, ob sie gar nicht anders können als alles in sich hineinzuschlingen, was auf des Herrn Boden gewachsen ist. Iberl ist dagegen eher weniger überzeugt von Fisch; er bringt es hinter sich, weil es die Konkurrenz gebietet. Iltschi und Ilmo helfen anschließend sogar noch ihrer Mama beim Schüsselputzen, damit nur kein Krümel verloren geht. Da wartet man schon wieder, gespannt wie ein Flitzebogen, auf die morgigen Gewichte.

 

Freitag, 05.04.2019

Das Wetter hat sich eingefahren und ist heute wie gestern und vorgestern, nur, dass es jeden Tag ein kleines Stückchen kälter wird. Mehr als 13 °C werden uns heute nicht mehr zuteil. Der Hundertjährige, dem dazu offenbar auch nichts mehr einfällt, schweigt.

Vier Dinge sind es, die den heutigen Tag prägen.

Der Stuhl ist wieder weicher, weil sich die Därmchen jetzt mit dem Fisch auseinandersetzen mussten, was schon von den Voraussetzungen her einer flüssigeren Materie zuzuordnen ist. Dagegen spendieren wir wieder Kohlekekse aus der Schweiz, und die Idefixe haben etwas zu kauen (und wir jede Menge Kohlekrümel wegzuräumen).

Inouk und HeddaInouk plaudert mit HeddaEinen weiteren Beweis des diätetischen Wertes von Seefisch liefert heute Morgen die Waage: 1040 g. Das ist fast ein Fastentag. Irax wurden offenbar alle Mechanismen des Universums vorenthalten, jedenfalls hat er sich, gegen alle Regeln des Anstands, nicht enthalten: wieder 260 g plus, was sich auf 5720 g summiert. Weit abgeschlagen folgt ihm Inouk mit 5210 g (+120). Mit 5140 g belegt Iberl den dritten Rang bei einer Zuwaage von 160 g. Mit 240 g bringt sich Iltschi mächtig in Erinnerung, was ihm mit 5120 g den vierten Platz einbringt. 5070 g bringt Isi auf die Waage (+120). Ilmo verpasst die Fünf-Kilo-Marke mit 4990 g (+100). Indra nahm das Diätangebot  mit den Fisch offenbar wörtlich und legt eine Nullrunde ein (4760 g), was Ignaz die Chance bietet, den letzten Platz wieder einmal abzugeben. Mit 40 g plus hat er die Chance aber nur unzureichend genutzt: 4740 g.

Die neue RampeDie neue RampeNeue Das BällebadDas BällebadImpulse für den Welpenpark liefern ab sofort das Bällebad und eine Kletterrampe, die beide, wie alles andere zuvor, fast ignoriert, bestenfalls mit scheelem Blick zur Kenntnis genommen werden. Vorerst noch...

Und später bekommen die Zwerge Halsbänder, jede(r) in seiner / ihrer IraxIrax hadert mit seinem HalsbandMarkierungsfarbe. Die Halsbänder legen wir ihnen während der Fütterung an, da bekommen sie das kaum mit, doch gleich danach hocken acht kleine Hunde im Garten und führen sich auf, als ob sie Krätze hätten. Manche hinken oder ziehen ein Bein nach, weil sie nicht recht wissen, wie man gehen und sich gleichzeitig kratzen soll. Natürlich versucht man auch, das Ding durch Rollen und Wälzen bei gleichzeitiger Bearbeitung durch die Hinterbeine loszuwerden, was aber ebenfalls scheitert. Fast können sie einem leidtun, wenn sich nicht so herzhaft lustig wären in ihrem Kummer. Abends haben wir ein Einsehen und ziehen ihnen die Kleidchen wieder aus.

 

Samstag, 06.04.2019

Nach so vielen schönen Idefix-Tagen, hält sich der Himmel weiterhin bedeckt bei morgens 1,5 °C und nachmittags immerhin 15 °C. Das alles unter einer grauen Hochnebeldecke, die jeden Anflug von Frühling zunichte macht. Nur für wenige Augenblicke gibt er der Sonne ein Guckloch frei, damit sie uns ein paar wärmende Strahlen schicken kann, aber dann ist schnell wieder Schluss mit der Wohlfühlveranstaltung. Es ist Anfang April und nicht die Zeit, sich wohlig unter einem weiß-blauen Himmel zu räkeln.

Und so mistig das Wetter ist, so mistig zeigt sich die Küche im silbergrauen Morgenlicht. Wir führen das nicht weiter aus, sondern so schnell wie möglich ab.

Nach dem Idefix-Spartag gestern, erholt sich die Truppe wieder von ihrer Fettdepression: 1710 g. Immerhin. Nur Irax verdaut offensichtlich noch die vergangenen beiden Tage: +70 g (5790). Das Gegenmodell ist Inouk: +310 g (5520). Nun geht es Kopf an Kopf, Position um Position, zügig weiter: Iltschi 5330 g (+210), Ilmo 5320 g (+330), Isi 5290 g (+220), Iberl 5280 g (+140). Und dann kommt die Nachhut mit Ignaz (4980, +240) und Indra (4950, +190).

WandertagWandertagUm Wandertag17:30 Uhr ist es dann soweit: Die Idefixe verlassen erstmals in ihrem Leben ihr Reservat und dürfen hinaus in die weite Welt. Einzeln werden sie in Fiannas und Heddas Box gepackt, vier auf jeder Seite, die Damen kommen in den sitzlosen Mittelteil des Hovimobils, und ab geht es. Nur knappe fünf Minuten beträgt die Fahrzeit zu einem erprobten Auswilderungsplatz für junge Hovawarte, und diese fünf Minuten haben einen Platz in der Blues-Chronik mehr als verdient, weil selten ein Welpentransport so lautlos abgelaufen ist wie dieser. Es scheint, also ob sie über die nicht beantragte und gegen ihren Willen vorgenommene Deportation so verdutzt, ja, geradezu konsterniert sind, dass sie die kleinen Mäuler kaum zum Hecheln auWanderttagfbekommen, geschweige denn zum Protestgeschrei. Das haben wir schon ganz anders erlebt. Nur wenige schrille Rufe deuten an, dass die fest gefügte Welt der Idefixe gerade massiv in Unordnung gerät, aber offenbar schnürt ihnen die Sorge um ihre Zukunft die Kehlen zu. Am Zielort, einem kleinen Modellflugplatz mit Wassergraben und angrenzender Wiese werden sie ausgeladen, wobei uns Alexandra, die Hias-Versteherin und Anna-Maria mit ihrer Mama tatkräftig zur Hand gehen und durch ihre Anwesenheit auch mitten in der Wildnis für die Zwerge ein bisschen Alltag IgnazIgnaz findet seinen Wegherstellen. Doch kaum sind sie ausgepackt und losgelassen, sind sie putzmunter unterwegs, hinter ihrer Mama und der Tante her, auch der wieselflinken Anna-Maria folgend, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, irgendetwas an diesem Ausflug könnte falsch sein. Wie ein Pulk junger Enten überqueren sie den Graben über eine kleine Brücke, ohne abzustürzen oder sich zu verfranzen, toben durch die Wiese und schnüffeln sich auch mal irgendwo fest. So geht es ein paar Minuten und Meter in westliche Richtung am Graben entlang bis zum dortigen Übergang, den auch alle ohne Verlust bewältigen – außer Ignaz. Der hat ein eingebautes Navigationsgerät, das ihm einflüstert, man müsse auf demselben Weg zurückgehen, den man auf dem Hinweg eingeschlagen hat. Also dreht Ignaz auf halber Strecke einfach um und IndraIndra wird Vegetarierintippelt ganz alleine wieder nach Osten am Graben entlang, dorthin, wo er hergekommen war, während wir mit seinen sieben Geschwistern am westlichen Grabenübergang auf den Irrläufer warten. Ignaz ist von der Richtigkeit seines Tuns überzeugt, aber er hat funktionierende Ohren; denn auf unser mehrmaliges "Ignaz, hierher, hier sind wir" stutzt er, dreht sich um, denkt eine Sekunde nach und kommt im Galopp über die holprige Wiese geflogen, mitunter auch gestolpert. Und dann ist er da, der famose Ignaz, WandertagEnde einer Dienstfahrtlässt sich feiern und kurz darauf mit den anderen wieder ins Hovimobil packen. Zwanzig Minuten hat der Ausflug gedauert, zwanzig superintensive Erlebnisminuten. Die Rückfahrt bleibt uns dann doch auch in Erinnerung, denn nun haben sie ihre Kehlen wieder unter Kontrolle, das heißt, sie sind nicht mehr zugeschnürt, und sie liefern uns ein Konzert der besonders erinnerungswürdigen Sorte. Die Luft im Auto vibriert, dass man Sorge haben muss, die Scheiben bersten. Allerdings, zuhause ist der Spuk fast auf einen Schlag vorbei: Die Idefixe zappeln nur noch wenige Minuten herum und fallen dann in ihrem Garten in einen komatösen Tiefschlaf. Man würde schon gerne wissen, wovon sie jetzt träumen.

 

 Sonntag, 07.04.2019

Glasklar beginnt dieser Sonntag bei kaum über 0 °C, ruft dann eine kleine Schar Wolken herbei, die sich, wie wir, bei 15 °C einigermaßen gut fühlen dürften, und legt sich bei sehr bewölkten 1 °C wieder zur Ruhe. Kein Wort vom Hunderter; er scheint gerade auf Altersteilzeit zu sein.

Was immer gestern in der Luft lag, es muss sehr nahrhaft gewesen sein; wir untersuchen erst einmal die Waage, ob die nicht eventuell einen Eichdefekt hat. Es macht keinen Sinn, diese Gewichte zu kommentieren, wir lassen sie einfach in der Geburtsreihenfolge an uns vorüberziehen. Ignaz: +400 (5380), Irax +410 (6200), Iberl +460 (5740), Isi +280 (5570), Indra +430 (5380), Ilmo +360 (5680), Inouk +200 (5720), Iltschi +350 (5680). Das ergibt zusammen stattliche 2890 g.

HeddaHeddas Geschenk ...Sonntags Ilmo... für Ilmoist natürlich immer Besuchstag und zwangsläufig action day. Heute sind gleichzeitig vier Kinder zu Besuch, welche die Idefixe ordentlich in die Spiel- und Kuschelmangel nehmen. Sie wandern von einem Schoß zum anderen, und wenn die Schöße nicht am Kaffeetisch sitzen und bekuschelbar sind, sind sie unterwegs und die Idefixe mit ihnen. Am schönsten hat es bei dieser Sause vermutlich Hedda getroffen, die den ganzen Nachmittag den Bällen aus IberlIberldemInoukInouk Bällebad hinterher hetzen darf, die die Kinder durch den Garten schleudern. Das hat zur Folge, dass nun alle Bälle Löcher von Heddas Zähnen haben und demnach keine Bälle mehr sind, sondern Donuts oder zusammengesackte Krapfen, Berliner, etc. Jetzt passen sie definitiv auch besser zwischen die kleinen Welpenkiefer. Ja, Kinder wissen eben, worauf es ankommt.

Gismo und IgnazGismo und IgnazUnd Onkel Gismo ist auch zu Besuch da, der Gosh aus unserem G-Wurf, Girgls Bruder. Gismo hat Fianna schon länger nicht mehr zu Gesicht bekommen, eine Tatsache, die sie zu Beginn seines Besuches aus der Façon bringt: Gismo ist mit dreieinhalb Jahren kein Jüngling mehr und vor allem weder der Papa dieser Schar noch der gute Onkel Girgl von nebenan, sondern ein ausgewachsenes Hovawartexemplar, das die Nerven einer Mutter zum Vibrieren bringt. Hartnäckig versucht sie ihn, dem sie sonst ohne Misstrauen begegnet, von ihren Kindern fernzuhalten, ihn abzudrängen und klarzumachen, dass er hier nicht erwünscht ist. Doch gegen den erklärten Willen ihrer Kinder, die hinter dem Besucher her sind wie hinter dem Rattenfänger, muss sie Gismo und IsiGismo und Isiden Kürzeren ziehen und schließlich aufgeben. Die Kinder danken es ihr mit einem zauberhaften Spiel mit Onkel Gismo, der seinem Bruder im Umgang mit Kleinkindern in nichts nachsteht: geduldig, freundlich, umtriebig, lustig, einfach ein toller Onkel, dieser Gismo. Für unsere Welpen sind solche Besuche unbezahlbar, weil sie lernen, mit erwachsenen Hunden umzugehen, ihre Signale richtig zu deuten, lernen, wie weit man gehen kann und wann es besser ist, den Rückzug anzutreten. Sie werden dadurch stabil in ihrem Verhalten, offen und lernen auch ihre eigenen Fähigkeiten einzuschätzen und zu kontrollieren. Rüden wie Gismo und Girgl tragen sehr viel zur Sozialisation unserer Welpen bei. Deswegen freuen wir uns immer wieder über diese Besuche, was nicht immer mit denen der Mutter korrespondiert.

Bevor wir die Kleinen, mindestens genauso müde wie gestern nach dem Spaziergang, in die Matratzenlager schicken, bekommen sie alle noch zwei kleine Stückchen Milbemax, womit die dritte Entwurmung auch erledigt wäre. Bis auf Irax haben die Idefixe überhaupt nichts an diesen Wurmbonbons auszusetzen, nur Irax spuckt sie uns vor die Füße. Wir legen sie ihm mit einer kleinen Nachtgeschichte in die Backentaschen, drücken ihm die Äuglein zu. Und weg sind sie, die Bonbons, mitsamt ihrem hundemüden Irax.

 

Montag, 08.04.2019

Es zeichnete sich schon ab, dass das Wetter nun seit Tagen auf der Kippe steht und irgendwann das Gleichgewicht verlieren würde. Jetzt ist es passiert. Es ist zwar deutlich wärmer morgens (8 °C), aber so etwas ist meistens keine gute Meldung. Es regnet. Es windet. Der Wind treibt den Regen bis unter den Balkon und in die Ecken der Terrasse. Es nützt nichts: Die Idefixe müssen in die gute Stube. Nur wer so etwas schon erlebt hat, geht das mit leichtem Herzen an. Seit ihrer vierten Woche sind die Idefixe nun, außer nachts, draußen, und indoors schätzen sie nur, wenn es mit Futter und einem Matratzenlager verbunden ist. Einfach nur den lieben, langen Tag unter Dach und Fach herumlungern, liegt ihnen überhaupt nicht. Das sieht nach Stress- und Chaostag aus. Und was sagt der wieder erwachte Hundertjährige dazu? Wenn`s viel regnet am Amantiustag, ein dürrer Sommer folgen mag. Ach, was lieben wir ihn, den alten Spökenkieker!

IltschiIltschi liebt die "Schweizer-Käse-Röhre"Doch IndraIndra findet nassen Popo Käsekaum hat er sein Orakel gesprochen, hört es gegen 11 Uhr zu regnen auf. Was bleibt, sind der Wind und die Wolken. Da packt sich der Assi die ganze Bande, schiebt sie ins Freie, macht die Tür zu und murmelt ein Vaterunser. Nichts wie raus. Solange sie da draußen nicht nass werden, schadet ihnen das bisschen Wind nicht. Weicheier verlassen unseren Hof nicht. So geht der Tag doch noch seinen erwünschten Lauf, und wir können feststellen, dass wir bisher mehr als viel Glück mit dem Wetter hatten.

Wer gedacht hatte, der gestrige Aktivtag hätte an den Fettpolstern der Idefixe Raubbau getrieben, sieht sich enttäuscht und ahnt, dass die Bonusgaben aus vielen Kinderhänden wirkmächtiger waren als die gelaufenen Kilometer. Die Idefixe haben wieder 2240 g zugenommen: Irax 6690 (+490), Ilmo 6000 (+320), Iberl 5990 (+250), Iltschi 5950 (+270), Inouk 5950 (+230), Isi 5850 (+280), Indra 5640 (+260) und Ignaz 5520 (+140). Wir haben es schon einmal erwähnt: Diese Verwertungseigenschaften sind eine echte Herausforderung für die künftigen Napfverwalter.

 

Dienstag, 09.04.2019

Liebe Leut' macht euch bereit, in einer Woch' ist es soweit...

Auch wir zählen die Tage, die immer schneller vergehen. Die Zeit verdichtet sich in Terminen und Erledigungen und hastet an uns vorbei. Wir sehen die Idefixe schon mit klammem Blick in fremden Armen. Fort, die doch hierher, zu uns gehören. Es kann doch keinen besseren Ort als diesen hier für unsere Kinder geben...

Und sie machen uns den Abschied jeden Tag schwerer, heute beispielsweise mit einem fast unbesudelten Stall am Morgen, ein Hinweis: Ganz brav wollen wir sein, um nicht fort zu müssen. Und wie brav sie sind! Morgens um 5 Uhr fast kein Laut auf der Terrasse, und das in diesem Alter. Einmal quiekt einer auf und wird schon von den anderen zur Ordnung gerufen; vorbildlich wie Internatsschüler. Wir haben ausgesprochen ausgeglichene und zufriedene Kinder. Wenn wir das nur von uns auch sagen könnten.

Irax und Anna-MariaIrax hat Anna-Maria voll im GriffUnd PausengesprächePausengesprächeso grau und bewölkt ist der Tag wie unsere Herzen trüb. Da schaffen auch die 17 °C nachmittags wenig Linderung. Nur die Idefixe lassen unsere Trauer nicht an sich heran, sondern toben sich in ihrem Paradies die Seele aus dem Leib. Anna-Maria ist dabei ihre Taktgeberin und unermüdliche Antreiberin. Die Top-Sensation ist aber ein durch eine Batterie betriebener Ball, der selbstständig durch den Garten eiert und vor Isi und ihr BallIsi hat den Ball im Blickallem Isi und ihr BallGleich hat sie ihnIsis Jagdleidenschaft befeuert; sie ist kaum noch von dem Ding loszueisen und völlig gaga im Bestreben, diesem Ball die Luft abzudrehen und ihn mausetot zu machen. Doch der Ball ist hartnäckig, jedenfalls so lange seine Batterie noch im Saft steht, und deren Ende wird Isi nicht abwarten können. Wir müssen ihr den Ball abnehmen.

Ja, Freunde, es ist an solchen Tagen auch schwer, Chronik zu schreiben. Deshalb und weil dieser Dienstag keine anderweitigen Ereignisse zu bieten hat, liefern wir noch schnell die Gewichte und ziehen uns mit einer Schmusedecke zurück. Irax 6960 (+270), Iberl 6290 (+300), Inouk 6260 (+310), Iltschi 6250 (+300), Ilmo 6220 (+220), Isi 5980 (+130), Indra 5890 (+250) und Ignaz 5760 (+240). Weitere schwere 2020 g für die Idefixe und ebenso schwere Gedanken für uns.

 

 

 

6. Woche (27.03.2019 - 02.04.2019)

Mittwoch, 27.03.2019

Die sechste Idefix-Woche beginnt, wie die fünfte aufgehört hat: grau, trüb und nieselig bei 3 °C morgens um 6 Uhr. Nachmittags schiebt das Thermometer bis auf 10 °C hoch, aber als meteorologischer Aufschwung geht das nicht durch; es bleibt nämlich konsequent trüb. Sicher ist nur, dass das Wetter des Benedikt keine Woche durchgehalten hat, also auch nicht halten wird, was es versprochen hat, nämlich einen benediktinisch strahlenden Sommer. Das kann schon deshalb nicht funktionieren, weil die heutige Prognose das ausschließt: Ist an Rupert der Himmel wieder rein, so wird er’s auch im Juli sein. Von rein kann keine Rede sein. Doch lasst uns mal das Glas nicht halb leer sehen, sondern packen wir den Hundertjährigen bei seiner schwabbeligen Rhetorik, denn er prognostiziert im Juli, nicht den ganzen Juli. So kann man sich vor Regressansprüchen freihalten und wir können auf mindestens einige schöne Tage im Juli rechnen. Was wir auch ohne den nieseligen Rupert getan hätten. 

Wesentlich erfreulicher liegt die Brutküche des Bairischen Blues vor der Chefin, als sie diese um 6 Uhr betritt: Schlafende Kinder und ein einzelnes, kümmerliches Häuflein. Dieses Eremitenhäuflein ist zudem stramm und wohlgeformt, also ein Beleg, dass die Ides die Entwurmung 2.2 auf dem Küchenblock bestens weggesteckt haben. So eine Entwurmung kann ja sehr unerfreuliche Begleiterscheinungen haben, die uns, wie es scheint, erspart bleiben. 

IltschiIltschi findet, es könnte etwas mehr seinZur Belohnung wird heute die morgendliche Welpenmilch, statt mit Bananen, mit geriebenem Apfel angereichert. Die Idefixe nehmen es, wie es kommt, und sie nehmen es mit vollen Backen; wenn man als Karnivore schon Veggie-Zeug zu sich nehmen muss, dann ist es eh schon egal, ob Apfel oder Banane.

Mit Fianna Milchleistung geht es dagegen stetig bergab. Morgens und abends einmal im Stehen säugen, ist das höchste der Gefühle; mehr kann sie nicht mehr und mehr will sie auch nicht mehr. Die Idefixe sind jetzt richtige Quälgeister. Einerseits sind sie noch nicht groß genug, dass sie ruhig im Sitzen saugen könnten, also hüpfen sie hoch, hampeln herum und versuchen sich am Gesäuge hochzuziehen, andererseits lässt die Gier auch eine ruhigere Herangehensweise gar nicht zu. Wer die Beißerchen der Idefixe schon in den Fersen verspürte, weiß, was Fianna jetzt erduldet. Bald werden die Idefixe singen: No milk today, it wasn't always so... Uns soll es recht sein, wenn die Plackerei ein Ende hat.

Wir erhöhen deshalb auf vier Fütterungen täglich, was wir bis zur Abgabe so beibehalten werden (und anschließend noch eine Weile beibehalten werden sollte). Morgens gibt es die Milch, Vormittags Trockenfutter, FutterbatterieEinzelfütterung mit Entwurmungnachmittags unterschiedliches Fleisch mit Reis oder Flocken etc. und abends wieder Trockenfutter. Die abendliche Trockenfuttergabe hat sich insofern bewährt, als dass sie die Darmaktivitäten besser einhegt als abendliches Frischfleisch. Heute Mittag gibt es beispielsweise Rinderkopffleisch mit Pansen und Kartoffelflocken. Und wir ersetzen erstmals die Futterringe durch Einzelschälchen. Das bietet sich heute an, weil wir dadurch gleich mittags in die Schüsselchen jeweils 2 ml Panacur tröpfeln und somit die Entwurmung 2.3 durchziehen können, was aber nur Sinn macht, weil uns noch weitere Hände zur Verfügung stehen, die uns unterstützen sicherzustellen, dass auch jeder Idefix nur seine Schale auslöffelt und nicht die Wurmkur der anderen abräumt. Auch diese neue Herausforderung – neue Fleischrichtung, Kartoffel, Einzelschüsseln mit integrierter Entwurmung – bestehen sie mit Bravour.

Trotz Fiannas Milchdepression gedeihen die Kleinen prächtig: Irax +310 (3710), Iltschi +190 (3500), Inouk +90 (3490), Isi +150 (3470), Iberl +140 (3420), Indra +180 (3250), Ilmo +200 (3200) und Ignaz +130 (3200).

Auch abseits der Futterschüsseln erweitern die Idefixe ihren Horizont zügig. Heute gerät, aus welchen Gründen auch immer, der uralte Welpentunnel in ihren Fokus. Dieses vermutlich älteste Requisit unseres Equipments (so genau kann das niemand mehr bestimmen), entgeht schon seit Jahren der Entsorgung, weil er, wie guter Käse, immer besser wird – und Löcher hat. In seinem Fall ist es ein seitliches Loch, das mit jedem Wurf größer Tunnel für SeiteneinsteigerTunnel für Seiteneinsteigerwird und damit die Attraktivität sprunghaft steigert. Ein Tunnel, das man an einer Seite betreten und an der anderen verlassen kann, hat jeder und ist langweilig. Unseres kann auch seitlich und mittig betreten und verlassen werden. Hinter diesem Loch kann man lauern und ein durchrennendes Geschwister unversehens von der Seite und draußen attackieren. Man kann aber auch, wenn der Ausgang durch pfotenreibende Wegelagerer blockiert ist, den Schlauch durch das Loch und zum Missvergnügen der anderen spontan verlassen, was eine extra rasante Treibjagd auslöst. So langsam eignen sich die Idefixe alle Varianten und Möglichkeiten dieser Angströhre an und sind heute sehr ausgiebig damit beschäftigt. Es ist davon auszugehen, dass uns dieses Requisit irgendwelche Nachfolger der Idefixe in zwei Teile zerrissen haben werden und die zwei Teile nicht die Hälfte der Attraktivität des einen löchrigen mehr haben werden.  

 

Donnerstag, 28.03.2019

Morgens ist es noch bedeckt und hat 3,5 °C, aber langsam macht der Tag die Fenster ein wenig auf und lässt etwas weiß-blauen Frühling ins Haus.

Die Anpassung der Fütterung auf vier Mahlzeiten hat den Idefixen einen kräftigen Schub gegeben. Waren es gestern noch 1390 g Zugewinn, futterten sie sich gestern stramme 1550 g auf die Rippen. Irax beansprucht davon 270 g für sich und nähert sich unaufhaltsam den vier Kilo (3980). Inouk folgt ihm mit Abstand und 240 g (3730). 200 g legt Isi zu und arbeitet sich auf den dritten Platz vor (3670). 150 g haben für Iltschi nicht gereicht, den zweiten Platz zu verteidigen, sondern kegeln ihn auf den vierten Platz (3650). Iberl hält mit +190 g seinen fünften Rang bei 3610 g. Nun tut sich ein großes Loch auf, weil offenbar keiner sich eine 3500 an die Brust heften will; dieser ganze Bereich bleibt unbesetzt. Dafür stoffwechselt sich Ignaz mit satten 240 g auf den sechsten Rang hoch (3430). Ilmo behält seinen vorletzten Platz (3390, +190) und Indra löst Ignaz ganz hinten ab (3330, +80).

Heute passen wir die Trockenfütterung langsam der Realität an, indem wir es nicht mehr pürieren, sondern nur noch lange einweichen und als sehr weiche Stückchen geben. Es wird nicht überraschen, dass die Idefixe das noch nicht einmal zur Kenntnis nehmen.

Fianna verstopft das TunnelMama verstopft das TunnelDas Tunnel ist auch heute noch der Mittelpunkt der idefixen Aktivitäten, mit dem Highlight, dass auch Mama Fianna mitmacht, indem sie sich mit ihrer ganzen Körperfülle in die Röhre schiebt und ihre Kinder vor eine unlösbare Aufgabe stellt: Wie sollen wir an diesem Stopfen vorbeikommen? Schon rein massemäßig ist es praktisch unmöglich, sich an ihr vorbei zu quetschen, außerdem spekuliert sie nur darauf, dass ihr irgendein großspuriger Möchtegernheld ins Arsenal läuft. Wie man beweisen kann, sind noch nicht einmal Inouk oder Irax selbstvergessen genug, diesen Versuch zu wagen. Somit verliert das Tunnel vorerst seinen Reiz. Zumindest solange der mütterliche Pfropfen sich dafür interessiert. Doch das ändert sich erfahrungsgemäß schnell und die Bande wird wieder mit Hurra durch die Röhre preschen.

Wenn wir schon gerade über Helden und solche, die es vielleicht noch werden wollen, sprechen, können wir die Gelegenheit nutzen, die Idefixe einmal kurz ins Rampenlicht zu setzen und einen Blick auf sie zu werfen. Tatsächlich tun wir uns bei ihnen wirklich schwer. Was konnte der Blues-Fabulierer schon alles seiner Feder entlocken, um die Kinder zu charakterisieren, doch bei den Idefixen ist es gar nicht leicht. Sie sind sehr homogen in ihrem Verhalten; keiner spielt sich übermäßig als Leader of the Pack auf und lässt unentwegt die Hosenträger schnalzen und genauso gibt es keinen, der sich das Treiben aus der Ferne anschaut und wartet, bis sein Tag, kurz nach dem Weltuntergang, schon noch kommen wird. Nein, solche hatten wir sowieso nie, aber wir hatten schon die sehr extrovertierten Forschen und die introvertierten Forscher.

IndraIndraLadies first – IsiIsiund Ende der Charakterschau. Wenn wir die beiden noch vermitteln müssten, würden wir den Interessenten sagen: Mach die Augen zu und greif rein, du bekommst nichts Falsches, sondern jeweils nur eine Kopie der anderen. Isi und Indra sind Spiegelbilder, zwar optisch unterschiedlich, aber charakterlich ein Arsch und ein Kopf. Beide sind alles, nur nicht zurückhaltend, sondern neugierig und forsch. Sie haben die Nase meist ganz vorn, auch dort, wo das Feuer gerade aufflammt oder noch nicht ganz erloschen ist. Kurz: Sie sind mutig und geschickt, haben Herz mit Verstand und gelegentlich ihre Brüder besser im Griff als sich selber. Müssten wir uns entscheiden, würden wir nur die Farbe sprechen lassen.

IraxIraxBei den Rüden sind mehr Unterschiede zu beobachten, allerdings keine charakterlichen Klassenunterschiede. Irax gibt natürlich den Chef, was schon durch die körperliche Überlegenheit bedingt ist: Wer mehr mampft, hat mehr Muckis. Wer mehr Muckis hat, den juckt es öfter und wer es öfter jucken lässt, der bekommt mehr ab, vom Futter und vom Leben. Die Natur ist in ihren Grundstrukturen ziemlich durchschaubar gestrickt. Aber Irax lässt nie den Silberrücken raushängen, den einige seiner Vorgänger mit Hingabe pflegten. Er ist investigativ und selbstbewusst und zieht mit großem Selbstvertrauen durchs Leben. Und er ist absolut kein Raufer, testet aber immer wieder die Stabilität seiner Positionen durch und klopft seine Geschwister auf Loyalität ab. Die kommen aber alle mit ihm gut klar und betrachten den Brummer als ihresgleichen.

InoukInoukInouk ist der Thor Heyerdahl der Idefixe, ein von seinen Fähigkeiten überzeugter und von der Unverzichtbarkeit seiner Bemühungen völlig überzeugter Entdecker. Er ist mit der Nase fast immer als Erster vorn dran, manchmal schlägt ihm in dieser Hinsicht Indra ein Schnippchen, aber generell übergibt er Neuerungen und Unbekanntes vorgekostet und fertig zum Gebrauch seinen Geschwistern. Das bringt ihn mitunter in missliche Situationen (Gewächshaus!), aber nicht aus der Fassung; was heute schiefgeht, biegt sich morgen wieder hin. Halb leere Gläser scheint es für Inouk nicht zu geben, und wenn doch, dann muss man eben nachschenken. Wird schon, passt schon, kommt gerade recht. Er ist einfach überall und manchmal sein Hinterteil vor dem Hirn am Ort des Geschehens.

IberlIberlIberl gehört zu jenen Mainstreamern, die nie besonders auffallen, schon gar nicht aus der Rolle fallen, aber immer dabei sind. Iberl würde sich nie aus Entdeckerleidenschaft im Gewächshaus verkeilen, aber wenn ihn sein Weg zufällig dort hinein führen würde, würde er es auch unter die Lupe nehmen, nicht im Sturm und binnen zwei Minuten, sondern gründlich und Schritt für Schritt, einen Topf nach dem anderen examinieren, und wahrscheinlich würde er wie die antike Ariadne einen Faden hinter sich herziehen, um anschließend wieder den Weg heraus zu finden. Optisch kommt er derzeit am meisten nach dem Papa. Vielleich auch ein Grund, warum er immer so einen zufriedenen Eindruck macht.

IlmoIlmoIlmo ist der "Huberbub" der Idefixe. Als "Huberbuam" sind Alexander und Thomas Huber, Extrembergsteiger aus dem Berchtesgadener Land, bekannt. Und Ilmo ist ein Huberbub, weil er vermutlich der geschickteste Kletterer und Gleichgewichtsexperte der Idefixe ist. Jedes Gerät im Erlebnispark wird nahezu unverzüglich von Ilmo einer Prüfung unterzogen, bestiegen und als kalter Kaffee wieder zu den Akten gelegt. Ilmo ist in der Tat sehr geschmeidig und sicher auf seinen kurzen Beinchen. Aber auch mit seinen Zähnen ist er gut im Geschäft; wenn er einem in die Fersen geht, versäumt er nicht, einen charmanten Blick nach oben zu werfen, um sich ein Lob und unsere Bewunderung abzuholen. Allerdings ist Ilmo auch jener, der die meisten Rügen seiner Mama einstecken musste, die er offensichtlich bestens weggesteckt hat. Er ist wirklich ein sehr charmanter Herzensbrecher, der auf der Must-have-Liste einiger unserer Freunde ganz oben steht.

IltschiIltschiIltschi ist kräftig und zeigt es auch. Iltschi ist lustig und hat selbst Spaß an sich. Iltschi lässt nichts aus und beglückt jeden sozialen Brennpunkt mit seiner Anwesenheit. Und wenn man sich umdreht und angestrahlt wird, ist es mit großer Wahrscheinlichkeit das Lächeln von Iltschi. Aber vor allem hat Iltschi ein Talent für den Magischen Zirkel, weil er immer und überall sehr geschickt mit seinen Vorderpfoten agiert. Er nimmt sich alles vor, stupst und kugelt es herum, zupft an Tüchern, klaut sich Handtücher (nicht mit den Zähnen), fummelt sich in herumstehende Taschen, umfasst Hände und lässt sie nicht mehr los, kurz: Iltschi hat alles im Griff. Vielleicht war er in seinem vorherigen Leben ein Waschbär. Um in der Diktion zu bleiben: Iltschi ist ein richtig griffiger Typ.

IgnazIgnazFehlt noch Ignaz, der Kleine. Klein aber nur an Gestalt, nicht im Geiste. Ignaz ist einfach immer nur gut gelaunt, treibt mit allen seine Späße, spielt mit sich und der Welt, gibt Gas und überholt sich dabei selber, kugelt herum und dreht Pirouetten den lieben langen Tag; im Varieté wären er und Iltschi eine Sensation. Die Reorganisation der Welpenkiste gehört auch zu seinen Lieblingsbeschäftigungen, denn Ignaz schläft fast ausschließlich in einem von ihm neu dekorierten Ambiente. Augen hat er wie Bonbons, die kein Wässerchen trüben, dabei ist er der griffigste Wadenbeißer und Hosenreißer. Wie ein Schraubstock kann er zumachen – und dabei, ja, eben: kein Wässerchen trüben. So zierlich er ist, so pfiffig und durchsetzungsfähig ist er. Unter die Räder ist er unseres Wissens noch nie gekommen.

Und alle zusammen haben diesen himmelnden Herzschmerzblick, der ein einziger Schrei zu sein scheint: Ich bin ein Welpe, nimm mich auf den Schoß!

 

Freitag, 29.03.2019

Ein unsagbar schöner Frühlingsmorgen liegt über dem Mangfalltal: oben Sonne und unten Nebel bei -0,5 °C. Da legt er sich wieder ins Zeug, der Hundertjährige und weit aus dem Fenster: Wie St. Berthold gesonnen, so der Frühling wird kommen.

Der Chefin und dem Assi kommen beim Anblick der morgendlichen Küche ganz andere Assoziationen: Es riecht aus den Aborten, 's wird Frühling allerorten. Die Küche sieht einfach nur beklagenswert aus. Aber nicht nur die Küche, auch die Schnullerkiste wurde heute Nacht aufs Erbärmlichste entwürdigt. Deshalb wird sie heute noch abgebaut, bevor sie aussieht und stinkt wie ein Pissoir auf dem Oktoberfest.

An den Futterschüsseln haben die Idefixe gestern eine schöpferische Pause eingelegt: 980 g. Inouk überquerte erwartungsgemäß die Vier-Kilo-Marke: 4150 (+170). An ihm lag es also nicht, dass die Ausbeute etwas bescheiden war. Schauen wir mal weiter. An Isi offenbar auch nicht, sie schiebt sich mit 150 g plus wieder auf den zweiten Platz (3820). Iberl hat sich mit respektablen 170 g den dritten Platz ergattert (3780). Inouk ist von zwei auf vier gerutscht: kaum messbare 10 g mehr bringen ihn auf 3740 g. Iltschi verliert auch einen Platz und ruht sich auf Platz fünf aus: 3710 (+60). Ilmo wollte nicht auf dem vorletzten Platz versauern und gab sich 170 g, die ihn mit 3710 g einen Platz vorrücken lassen. Den tauscht er mit Ignaz, dem 80 g nicht reichen, um sich weiter nach vorne zu schieben (3510). Schlusslicht bleibt Indra ganz knapp mit 3500 g und 170 g plus.

Die TafelrundeDie TafelrundeInouk hängt dann herum, ist sichtlich etwas krank und verweigert die Zwischenmahlzeit. Auch andere haben jetzt weichen Stuhl, was vermutlich daran liegt, dass sie sich durch den ganzen Garten fressen und alles anknabbern, was ihnen zwischen die Zähne kommt. Das härtet ab, ist aber im Augenblick nicht besonders Inouk am KatzentischInouk am Katzentischerfreulich. Natürlich bleibt auch abzuwarten, ob Inouks Unwohlsein vielleicht der erste Auftritt eines Virus' ist, der sich breitzumachen versucht. Nachmittags kommt er allerdings wieder auf die Beine und hat seine Unpässlichkeit offenbar einfach weggeschlafen. Bei der Nachmittagsmahlzeit bekommt er eine eigene Schüssel abseits seiner Geschwister, damit er neben diesen nicht ohne Sinn und Verstand in sich schlingt, was er kriegen kann. Aber auch so haut er das Hühnchen ratzfatz und mit ausgeprägtem Appetit weg und findet, dass es durchaus etwas mehr hätte sein können. Er ist also wieder bei Gesundheit, wenn auch nicht ganz bei Sinnen.  

Irax und FiannaMama schaut, ob Irax noch o.k. istIm Laufe des späten nachmittags und des Abends hat immer mal ein anderer der Idefixe etwas Durchfall, genau können wir das nicht zuordnen, weil wir natürlich nicht immer daneben stehen.

Später hängt mal einer oder eine etwas durch und abends macht Indra ein wenig schlapp und dünn, aber so richtig erwischt es keinen. Die Kontrolldichte und der Überwachungsapparat ist an diesem Abend nahezu ohne Lücken, weil Anna-Maria und ihre Eltern heute bei uns einen dreigängigen Steirischen Abend ausrichten, zu dem auch Hakuna mit ihren Leuten aus der Schweiz angereist ist. So viele wachsame Augen hat man selten, und demnach entgeht kaum das kleinste Wehwehchen der Beobachtung, vor allem von Anna-Maria, welche die Idefixe mit Argusaugen verfolgt und dabei beinahe ihr Backhendl vernachlässigt. Wie kann man sich auch mit steirischen Spezialitäten vollstopfen, wenn Indra Bauchgrimmen hat?

Wir beschließen, trotz der noch nicht bedrohlichen Ausmaße der Unpässlichkeit und des dünnen Stuhlgangs, die auch bei uns schon bestens bewährte Moro'sche Karottensuppe zu kochen. Dabei müssen die Karotten mindestens 90 Minuten gekocht werden. Durch diese überlange Kochzeit entstehen Oligosaccharide, die die Darmwand von innen auskleiden und zu einem beträchtlichen Teil verhindern, dass sich dort Erreger festsetzen können, weil viele Erreger solche Zuckerverbindungen meiden. Wir geben den Idefixen, jedem einen großen Löffel dieser pürierten Suppe, den sie gern annehmen. Wir haben für alle Fälle meist ein paar eingekochte Gläser dieser Suppe zuhause und können sie nur empfehlen.

Nun haben wir also einen steirisch prallen Magen und die Idefixe einen etwas angeschlagenen Darm. Beides wird sich regeln und legen.

 

Samstag, 30.03.2019

Trotz der hohen Erwartungen an die Karottensuppe, betreten wir die Küche morgens mit gemischten Gefühlen, und dann: nichts. Kein fester Haufen, keine braune, stinkende Brühe. Nichts außer einiger Urinlachen. Dazu putzmuntere Welpen, die uns das Putzen fast erspart haben. So viel Glück am Morgen darf man nur selten feiern.

Dazu kommen um 5:30 Uhr -2 °C und keine Wolke am Himmel. Und das ändert sich den ganzen Tag nicht, außer der Temperatur natürlich, die sich bis auf 17 °C hochschwingt. So ein zauberhafter Frühlingstag, der passende Partner zu unserer zauberhaften Karottensuppe. Und was jubelt der Hundertjährige? Wie der 30. März, so der Sommer. Wenig poetisch und wenig glaubhaft. Wer so viel lügt, dem glaubt man auch nicht, wenn man nichts lieber täte als genau das. Aber insgeheim tragen wir diesen 30. März im Herzen und hoffen auf die Macht der unverbrüchlichen bäuerlichen Wahrheitsliebe.

Egal, ob der Sommer wird, wie der 30. März es verspricht: Heute ist ein Bilderbuchtag und die Welpen sind den lieben, langen Tag draußen.

Die unverzichtbare Anna-Maria, die auch heute wieder jedem Idefix-Po nachspioniert, ob sein Output ihren Vorstellungen entspricht und jede Unregelmäßigkeit unverzüglich der Zuchtleitung meldet, hat heute Verstärkung in Person von Soo-Mi aus Niederbayern bekommen. Soo-Mi ist acht Jahre alt und das Patenkind der Chefin. Sie hat eine Mama aus Westfalen und einen Papa aus Korea, und weil die beiden sich nicht einig Anna-MariaAnna-Maria im Einsatzwurden, Soo-MiSoo-Mi bei der Arbeitwo sie lieber leben wollten, haben sie sich für die goldene Mitte entschieden: Niederbayern, nur ein paar Kilometer oberhalb von Deggendorf, in einem Dorf, das wie ein Fliegenschiss auf der bayerischen Landkarte pappt. Soo-Mi ist mit ihrer Mama alleine vom Berg herunter und zu uns gekommen, weil der Papa zuhause die 14-jährige Benta und den 11-jährigen Dacapo, zwei Hovis aus unserem Hause, hüten muss, um vor allem Benta die Fahrerei und den Welpenstress zu ersparen. Nun haben sich also Soo-Mi und Anna-Maria bei den Idefixen gefunden und angefreundet und fühlen sich gemeinsam für diese verantwortlich. In dieser Hinsicht sind sie die legitimen Nachfolgerinnen von "Teichgräfin" Verena und "Endmoränchen" Sophie, die viele Würfe von deren Hinterlassenschaften befreiten und sich unvergessliche Verdienste um unsere Welpen erworben haben. Bei manchen alten Weggefährten sind die Teichgräfin und das Endmoränchen mindestens so geläufig wie die Namen der oft schon verblichenen Welpen. Nun sind die beiden in die Welt gezogen, die eine ist in Essen unabkömmlich, die andere wird in Kanada gebraucht, und stehen uns nicht mehr zur Verfügung. Da kann man traurig sein oder sich freuen und glücklich schätzen, dass man so kompetenten Nachwuchs findet, der die Mühsal der Deexkrementierung klaglos auf sich nimmt und immer mindestens vier Arme für die Idefixe frei hat. Man macht sich ja doch immer wieder Gedanken, wie lange man sich die Züchterei antun möchte; schließlich wird man ja nicht jünger mit dem Alter. Doch mit der Aussicht auf solche Unterstützung kann man sich leichter auf den einen oder anderen weiteren Wurf einigen.

Weniger begeistert als Anna-Maria und Soo-Mi ist Heddas Schwester Hakuna, die aus der Schweiz kam, um ihre direkten Nachfolger(innen) in Augenschein zu nehmen. Ihr geht es, wie es Hedda und auch Halina ergangen ist: Sie könnte auf die schnatternde und lästige Brut gut verzichten, trägt Schaum vor dem Mund und zieht sich, so oft es geht, ins Haus zurück. Unser Hinweis, dass vor zwei Jahren auch sie so eine lästige, grölende, beißende und scheißende Verzichtbarkeit war, lässt sie kalt und nicht gelten. Selbst die immer souveräner werdende und milder gestimmte Hedda kann durch ihr Vorbild an dieser Abneigung nichts ändern: Hakuna wirft sich, wie gewohnt, uns ans Herz und auf die Füße, solange diese weit genug von ihren Halbgeschwistern Abstand haben.

Noch nicht mal einer Premiere und ganz besonderen Attraktion kann sie etwas Gutes abgewinnen: Das Pansen-Round-Up des Blues. Ab der sechsten Woche gibt es bei uns traditionell Pansen am Stück, ungewaschen, aber ausgeschüttelt. Für den, der es mag ein Leckerbissen, für alle anderen kulinarischer Bolschewismus. Heute ist es soweit. Wir verteilen handtellergroße Pansenfetzen in die Meute. Erster Eindruck, der uns aus Erfahrung nicht überrascht: Für die Idefixe scheint es sich um einen Leckerbissen zu handeln. Jedenfalls sind sie ganz wild auf die Brocken. Zweiter und ebenfalls nicht überraschender Eindruck: Die wissen vom ersten Augenblick an, wie sie mit diesen gummigen Teilen umgehen müssen. Sie halten die Dinger mit den Vorderbeinen fest und zerren daran, bis sie etwas abgerissen bekommen oder hinten überkippen. Außerdem wissen sie instinktiv, dass man Irax und IlmoIrax und Ilmosich den Gummi zwischen die Backenzähnen klemmen muss, um ihn zerkleinern zu können. Interessant ist die Strategie, mit der sie ihre Beute sichern bzw. ergattern. Die Strategien sind erfahrungsgemäß unterschiedlich. Die meisten, und das ist Standard, versuchen, sich ihr StückIgnazIgnaz auf der Flucht vor den Geschwistern zu sichern, was meist schiefgeht und zur Folge hat, dass fast alle damit beschäftigt sind, im Kreis herum zu klauen; klaust du meins, klau ich dir deins. Dass es dabei laut werden kann, lässt sich denken. Doch es sind immer ein paar im Rudel, die ihre eigenen Strategien verfolgen. Ignaz verschwindet ungesehen, als ob er eine Tarnkappe tragen würde, hinter dem Tunnel, klemmt sich zwischen dieses und den Gartenzaun und zerwirkt völlig ungestört sein Pansenstück. Inouk ist der nächste, der sich in den hintersten Gartenteil

Inouk mit PansenInouk bearbeitet den Pansen Inouk mit PansenInouk sieht ein stilles Fleckchen Inouk mit PansenInouk im Pansen-Separée

verdrückt, dort, wo das Welpengitter in einem Spitz an die Gerätehütte anschließt. Dort liegt er dann, den Kopf mit dem Pansen im Spitz und das Hinterteil in Richtung Garten. An diesem Hinterteil müsste man vorbei, wenn man an den Pansen wollte, aber das schafft keiner. Inouk macht dann sehr unmissverständlich deutlich, dass er nicht im Traum daran denkt, auch nur ein Jota von seinem Pansen abzugeben. Das versteht jeder und jede. Es sind längst alle fertig mit dem Pansen und der Welt, da wirkt Inouk noch immer in seinem Hideaway an seinem Pansen herum. Auch Indra findet eine ruhige Stelle und bleibt lange unentdeckt. Der Rest der Meute verbraucht, wie bereits erwähnt, bei der Abwehr der Begehrlichkeiten und dem Kampf um die Neu- und Rückgewinnung der Beute weit mehr Energie als sie aus dem bisschen Pansen gewinnen können, das sie verzehren, denn natürlich bekommen sie mit ihren Zähnchen nicht viel davon ab. Was dann verzweifelt oder erschöpft zurückgelassen wird, wandert in die Mägen von Mutter und den Halbschwestern, die jede Bewegung der acht mit scharfem Blick verfolgten, ihnen ist nichts entgangen, kein Ignaz, kein Inouk und auch keine Indra. Sie hätten jederzeit die genaue Position der drei und auch der sonst irgendwo entsorgten Pansenstücke berichten können. Und was wir ihnen nicht offiziell geben, finden sie; unter einer kleinen Palette, unterm Buchs, hinter dem abgedeckten Grill. Es ist ein Charakterstück, das unter Beteiligung des Pansen zur Aufführung kommt, und darauf freuen wir uns immer ganz besonders.

Zum Schluss erfüllen wir noch flugs die Gewichtspflicht, die viel aussagt über die Differenz zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit. Gestern hatten die Idefixe nur sparsame 980 g zugenommen, aber heute legen sie, trotz der vermeintlichen und offensichtlichen Darmkrise kräftig zu: 2200 g. So kann man sich täuschen.

Irax 4500 (+350), Isi 4160 (+340), Iberl 4090 (+310), Iltschi 4010 (+300), Ilmo 3880 (+320), Inouk 3850 (+110), Ignaz 3800 (+290), Indra 3700 (+200). Krank sieht diese Gewichtszunahme nicht aus, höchstens bei Inouk könnte man, gemessen an den Ergebnissen der anderen, eine Schwächephase konstatieren. Wenn uns da nicht mehr bevorsteht, erklären wir die Idefixe zu Immunifixen.

 

Sonntag, 31.03.2019

Fianna und IlmoMama Fianna und ihr IlmoHeute Morgen fehlt uns eine Stunde: Es ist Sommerzeit. Und der Sommerzeit angemessen, gibt die Sonne alles. Dieser letzte Märzentag ist nichts als schönster Frühling. Wem in der Folge des makellosen 30. März die Aussicht auf einen grandiosen Sommer noch nicht ausreichen, dem können wir eine ausführliche Verlängerung anbieten: Wie der 31. März, so der Herbst. Wenn es so käme, könnte man jetzt schon das Lamento der dürregeplagten Bauern hören. Wurscht: Das preisen wir einfach ein.

Wenn Soo-Mi bei uns übernachten darf, muss Anna-Maria die Dachstube mit ihr teilen, keine Frage. Und so übernehmen die beiden, den Umständen entsprechend, etwas übernächtigten Nachwuchszüchterinnen den Morgendienst zusammen mit der Chefin. Und der Assi leistet es sich, die verlorene Stunde mit geschlossenen Augen auszugleichen, was auch dadurch möglich wird, dass die Idefixe die Küche heute in einem sehr gutbürgerlichen Zustand übergeben.

Ob die gemessenen Gewichte nun eine Anpassung an die Kalorienhausse von gestern darstellen oder eine verzögerte Reaktion auf die Unpässlichkeit sind, können wir nicht sagen, aber nach den gestrigen 2200 g bringen sie heute nur 1070 zusätzliche Gramm auf die Waage, wobei auffällt, dass ausgerechnet die Schwergewichte einbrechen, Isi sogar auf den vierten Platz durchgereicht wird. Aber der Reihe nach.

Irax 4570 (+70), Iltschi 4190 (+180), Iberl 4190 (+100), Isi 4180 (+20), Inouk 4090 (+240, offenbar wieder topfit), Ignaz 4040 (+240!), Ilmo 4000 (+120), Indra 3800 (+100).

Isi mit PansenIsi mit ihrem PansenAuch Indra im BuchsversteckIndra im Buchsversteckheute gibt es wieder Pansen am Stück. Und es ergibt sich innert weniger Augenblicke die gleiche Szenerie wie gestern: Inouk sucht seine bewährte Ecke auf und Indra schlüpft unter die Buchshecke. Isi schafft es auch für wenige Minuten, hinter dem Tunnel außer Sicht zu gelangen, was allerdings nicht lange unbemerkt bleibt, und so beschäftigen sich wieder zwei ungestört mit ihrem Pansen und die anderen mit ihren Geschwistern. Allerdings machen sie heute deutlich schneller schlapp, was nicht daran liegt, dass sie des Pansens überdrüssig sind, sondern Temperaturen nahe an die 20 °C den Zwergen unter freiem Himmel ganz schön zu schaffen machen.

Zu schaffen machen sich auch die Idefixe, und zwar an Soo-Mis nagelneuen Sneakers, was die aber nicht in Verzweiflung stürzt, sondern dazu veranlasst, die gemeuchelten Schuhe stolz ihrer Mama zu präsentieren: Schau, die Welpen haben die neuen Schuhe kaputt gemacht. Sollte sich dereinst ihr Auserwählter solchen Vandalismus' schuldig machen, dürfte die Reaktion weniger liebevoll ausfallen.

FiannaFianna hat immer ein Geschenk für ihre KinderAbeHeddaHedda, total entspannt mit ihrer Indrar mit dem Heranwachsen der Idefixe wird sowieso alles anders. Das zeigt sich besonders an Hedda, die inzwischen eine große Gelassenheit gegenüber den Kleinen an den Tag legt. Nur wenn sie ihr zu sehr an die Wäsche gehen, brummt sie, aber sie vergreift sich nicht, sondern läuft weg. So soll es sein und so darf es sein. Sie bewegt sich nun sehr entspannt in dem wilden Haufen und wenn es ihr zu viel wird, stellt sie sich vor die Gewächshaustür und bittet, ins Haus gelassen zu werden. So haben sich alle bestens arrangiert.

IberlIberlUnd IgnazIgnazschließlich endet dieses brillante Wochenende mit der Bekanntgabe der Welpenzuordnung, die nun auch die letzten Zweifel beseitigt und alle übers Frühlingswetter hinaus glücklich macht. Nur wir haben mindestens eine Träne im Knopfloch, weil kein Welpe in der näheren Umgebung bleibt. In allen Würfen blieben wenigstens eine kleine Zahl der Kinder auf Rufweite, in InoukInoukden IraxIraxletzten beiden schien es, als trauten sich die Kleinen gar nicht weg von Mama und ihrem Augiasstall. Doch die Idefixe ziehen in die Welt. Drei gehen nach Österreich, zwei bleiben in Bayern, zwei gehen nach Baden-Württemberg und einen zieht es nach NRW. Ignaz geht ins schwäbische Aalen, Irax nach Düren, Iberl atmet in Seefeld Tiroler Luft, Isi bewacht zukünftig das "Tor zum Salzkammergut" in Thalgau und Indra zieht es ins Oberallgäu, nach Sonthofen. Ilmo trägt denIsiIsi Ruf des Bairischen Blues bis ins niederösterreichische IndraIndraSt. Pölten und, last but not least, wird Iltschi ins Unterallgäu, nach Bad Grönenbach ziehen. Da wir vier der neuen Besitzer als verdiente und bestens beleumundete Besitzer von Blues-Hunden kennen und schätzen lernten, sind wir voller Zuversicht, dass es alle acht sehr gut getroffen haben und wir gut schlafen können, wenn wir an unsere Idefixe in der Fremde denken.

 IlmoIlmoIltschiIltschi

 

 

 

 

 

Montag, 01.04.2019

Den 1. April mußt überstehn, dann kann dir manch Gut`s geschehn. Auf den ersten Blick ist der Chronist überzeugt, dass er einen Frühlingsjodler der Wildecker Herzbuben vor sich liegen hat, nicht zuletzt, weil neben der kunstvollen Poetik auch die inhaltliche Wucht des Reims das Genre zu neuen, unergründeten Ufern zu führen scheint, gleichsam die Renaissance als Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit volksliederlich nachbildet. Doch Nachfragen bei den Herausgebern des Hundertjährigen-Nachlasses ergaben, dass der Alte wohl infolge einer diskontinuierlichen Einnahme von Ritalin und Betablockern an geistigen Übersprungshandlungen litt. Man dürfe, so wurde ihm mitgeteilt, nicht jedes Wort auf die Viehwaage legen, schließlich sei er ja weder der Mühlhiasl noch Nostradamus gewesen, sondern nur ein bescheidener Agrometeorologe. Auf gut bayerisch übersetzt, könnte man diese Ausführungen auch so interpretieren, dass er gelegentlich eben ein b'suffas Waagscheitl war. Für nicht Bayern sei erklärt, dass das Waagscheit der Teil des Zuggeschirrs in einem Gespann ist, das die Zugkraft der eingespannten Tiere ausgleicht, also quasi in der Waage hält. Wenn das Waagscheit aus der Balance gerät, sich also verhält wie ein Betrunkener, ist das ein b'suffas Waagscheitl und gar nicht gut fürs Gespann. Der Hundertjährige war bei der Verfassung dieses Reims offenbar etwas aus der Verfassung und der gebotenen Balance.

Schön langsam scheint auch das Frühlingswetter ein wenig aus der Balance zu kommen, es wird betrüblicher, wolkiger und auch windiger. Nachmittags bleibt das Thermometer bei 14 °C stehen, was den Idefixe bei ihren Aktivitäten entgegenkommt.

IsiPansen-Isi HeuteIgnaz und IlmoIgnaz und Ilmo bekommen die Idefixe den Rest des Pansens, bei dessen Verarbeitung sie heute keine Verhaltensauffälligkeiten zeigen, möglicherweise, weil Inouk und Indra mittlerweile durchschaut sind und nicht mehr aus den Augen gelassen werden. Isi ist, wie es scheint, am intensivsten mit der Verarbeitung ihres Stücks beschäftigt, jedenfalls nagt, kaut und zerrt sie unermüdlich und sehr beharrlich.

Um den Zwergen einen gewissen Ausgleich für die durchs Zerren an dem Gummiteil stark strapazierte Nackenmuskulatur anzubieten, räumen wir ihnen heute das Schwebebrett in den Garten. Das Schwebebrett ist ein in einem Rahmen an vier Seilen aufgehängtes Brett, das sich demnach frei dreidimensional bewegen kann, und das auch tut. Es erfordert also schon ein entwickeltes Balancegefühl, jedenfalls mehr als das eines b'suffenen Waagscheitls, weil man sonst sehr schnell kopfüber von Bord geht. Langsam sind die Idefixe in einem Alter, wo sie mit einer solchen Herausforderung umgehen können. Die eifrigsten Erstbesteiger und Tester sind erwartungsgemäß Ignaz und natürlich Ilmo, der Äquilibrist der Idefixe. Doch lange wird es nicht mehr dauern, bis sie sich dieses Schleuderbrett untertan machen werden.

Ilmo auf dem Schwebebrett ilmo schwebe 2 kIlmo auf dem Schwebebrett ilmo schwebe 3 k

 

Die Zwerge sind bezüglich ihres Stuhls noch immer nicht stabil, was aber weder ihnen Beschwerden, noch uns Kummer macht. Sie sind aktiv und lebenslustig, und die Gewichtstabelle liefert auch keine Anhaltspunkte für Sorgen. Im Gegenteil: Mit 1330 g belegt sie, dass die Idefixe kräftig auf dem Vormarsch sind. Sehen wir uns die Gewichtsentwicklung einmal aus dem Blickwinkel des Gewichtsgewinns seit gestern an. Ignaz +260 (4300), Ilmo +230 (4230), Inouk +200 (4290), Iberl +160 (4350), Indra +150 (3950), Irax +120 (4690), Isi +110 (4290) und Iltschi +100 (4290).

InoukInoukWie munter sie sind und wie aktiv sie sich in unser Leben einklinken, bekommen wir immer wieder zu spüren, wenn wir uns zwischen ihnen bewegen wollen. Die Idefixe sind schnell geworden, allerdings auch sprunghaft und unkontrolliert in ihren Bewegungen, was es unmöglich macht, sich zwischen ihnen einigermaßen nach den üblichen Regeln zu bewegen. Sie sind praktisch überall, vor uns, hinter uns, zwischen unseren Beinen, von links nach rechts und umgekehrt querend. Die Folge ist, dass wir nur sehr schleppend, manchmal im Wortsinne einen Welpen am Bein schleppend, vorankommen, was den anderen die Möglichkeit gibt, uns zu überholen und vor uns Arbeitsplatzergonomieaufzubauen, uns anzuhimmeln und um einen Armlift anzuflehen. Aber nicht nur das Gehen ist beschwerlich, auch das Stehen wird zur Akrobatik, beispielsweise, wenn man versucht mehrere Kilo gekochter Hähnchenschenkel an der Arbeitsfläche zu Hundefutter zu verarbeiten, wie wir das heute Abend wieder auf dem Programm haben. Dann steht man nicht einfach ergonomisch geübt an seinem Arbeitsplatz, sondern mit dem Abstand von mindestens zwei Welpen vom Arbeitsplatz entfernt, die dort den Schlaf der Gerechten schlafen. Und sollte man von seinem Arbeitsplatz wegtreten wollen, ist die Wahrscheinlichkeit, hinter sich einen Idefix zu Brei zu treten, groß. So ungefähr könnte man sich ein Denkmal für den eingehegten Arbeiter vorstellen. Der Ordnung halber muss allerdings angefügt werden, dass sich die Mutter und Halbschwester große Verdienste um die Entwicklung dieser Position erworben haben, indem sie es den Kleinen vorexerzierten, wo man zu liegen hat, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Und gelehrig sind sie ja.

Wenn man dann die Mühsal des Züchtertags hinter sich gebracht zu haben glaubt, meldet sich Isi zu Wort. Isi schreit. Isi krakeelt. Isi plärrt. Isi will die Nacht nicht in der Küche verbringen. Isi will im Garten schlafen. Unsere Anouk hat uns eine Reihe sehr jähzorniger Kinder geschenkt, die unsere akustische Resilienz maximal auf den Prüfstand stellten, so gewaltig, dass manch einem die Adern vor Zorn und Lautstärke zu platzen drohten. Doch IsiIsidas hatten wir bisher mit Franzis und Fiannas Kindern hinter uns gelassen. Und nun: Isi. Aus heiterem Himmel, ohne jede Vorwarnung. Isi sitzt zwischen Küche und Transitsperre und plärrt mit erhobenem Haupt. Und plärrt. Der Assi ist überzeugt, dass das Kind von einem Darmwind oder anderen internistischen Gebrechen geplagt wird. Die Chefin meint: Sie hat eine Macke, sie zickt. Die Chefin muss ja wissen, wovon der Assi keine Ahnung hat. Denn nimmt er die vor Leid zickende Isi in seine Obhut und an seinen Platz am Tisch, um mit ihr gemeinsam Zeitung zu lesen. Und schau: Isi interessiert sich fürs Feuilleton, tritt es sogar mit Füßen. Beim Sport wird sie unruhig und angesichts des Ministerpräsidenten beginnt sie zu jammern und will wieder weg. Der Assi setzt sie verständnisvoll zurück in die Küche – und Isi schreit. Wir gehen ihr aus dem Weg und warten. Nach zwanzig Minuten, als die gesamte Truppe im Tiefschlaf liegt, gibt sie erschöpft auf und legt sich ebenfalls aufs Ohr. Es bleibt sie Frage: Is sie doof? Wir verschieben die Beantwortung auf die nahe Zukunft.

 

Dienstag, 02.04.2019

Bringt Rosamund Sturm und Wind, so ist Sybille (29. April) uns gelind. So etwas kommt uns bekannt vor. Stürmisch ist es nicht, aber ein strammer Ostwind fegt durchs Tal, der die 18 °C nachmittags deutlich frostiger erscheinen lassen. Da wir über den 29. April an dieser Stelle keine Auskunft mehr geben werden, möge sich jeder selber um die Relevanz dieser Ankündigung kümmern.

Mehr Freude und Zuversicht hätte uns eine Aussage beschert, die etwa so hätte lauten können: Kommt Rosamund mit Scheiß daher, bleibt der Sommer bis Silvester. Das holpert ebenso gefällig wie die hundertjährige Lyrik und wäre für heute ein echter Mutmacher, denn die Bluesküche sieht ziemlich verheerend und verheert aus. Schwer zu sagen, welches die Auslöser dieser Schweinerei sind. Sicher ist es alles Mögliche, das die Idefixe im Garten auftreiben und verkosten, was kein Schaden ist, weil es ihre Immunkraft stärkt und dem Magen-Darm-Trakt positive Impulse für die Zukunft gibt. Wir packen unsere Welpen nicht in Watte, weil sie unser Haus lebenstüchtig verlassen sollen, auch wenn sie uns auf dem Weg dahin Bescherungen liefern, auf die wir natürlich auch verzichten könnten. Andererseits könnte es sein, dass sie das Welpenfutter von Platinum, das wir ihnen gestern erstmals einfach als Bröckchen gegeben haben, noch nicht so gut vertragen und verarbeiten können. Diese Vermutung drängt sich ein bisschen auf, weil wir in zwei Hinterlassenschaften solche Restbröckchen entdecken. Aber selbstverständlich kann das alles auch Folge einer anderen Unverträglichkeit sein. Wir setzen mit dem brockigen Trockenfutter heute jedenfalls aus und geben Karottensuppe und später Ulmenrinde ins übliche Futter. Das kommt schon wieder ins Lot, kränkeln tut ja keiner. Höchstens der Assi beim Anblick der Bescherung am frühen Morgen. O Herr, lass diesen Kelch an mir vorübergehen...

Fianna und IgnazAlles wieder gut, Ignaz?Ignaz hat abgenommen. Ausgerechnet der zarte Ignaz (der eigentlich gar nicht mehr so zart ist). Offensichtlich hat er doch ein wenig an irgendetwas gelitten, was er jedoch mannhaft und überzeugend verbarg. 50 g hat er gestern liegen gelassen, wodurch sich seine Anstrengungen der vergangenen Tage in Luft auflösten: Er ist wieder Klassenletzter. Aber auch Irax musste sich mit 70 g plus bescheiden, was er vermutlich auch nicht ganz freiwillig tat. Um Ignaz den gebührenden Respekt zu erweisen, zäumen wir die Tabelle heute mal von hinten auf. Ignaz -50 g (4250), Indra +340 (4290), Ilmo +120 (4350), Iltschi +180 (4470), Isi +240 (4530), Inouk +240 (4530), Iberl +180 (4530), Irax +70 (4760). Das sind 1320 Gramm für alle.

Ignaz stärkt sich an Mamas FrühstückIgnaz stärkt sich an Mamas FrühstückAls ob die Idefixe uns mitteilen wollten, dass wir ihre Rationen gefälligst etwas zu erhöhen hätten (was ihre Gewichte nicht rechtfertigen), versuchen sie schon morgens um neun Uhr, ihrer Mama etwas zu entlocken und sind dabei auch erfolgreich. Nein, sie machen sich nicht an ihren Zitzen zu schaffen, sondern bringen sie dazu, dass sie ihnen ihr Frühstück vorwürgt. Dazu stürzt sich die ganze Bande ziemlich massiv auf sie und trillert sie an den Lefzen, worauf Fianna ihr Frühstück erbricht. Blöd nur, dass sie zwar einem Instinkt folgen, aber offensichtlich nicht wissen, was sie damit bewirken, denn nun wollen plötzlich alle an die Zitzen, was Fianna auch einigermaßen widerwillig zulässt, während nur Ignaz sich über das Erbrochene hermacht und es fast völlig wegschlabbert, bis Isi sich zu ihm gesellt und mit ihm den Rest teilt. In der Natur ist dieses vorverdaute Futter ein wichtiger Teil der Welpenernährung, in der Zucht machen das die meisten Hündinnen nicht mehr. Bei uns hat nur Anouk bisher dem Drängen der Welpen nachgegeben und vorgewürgt. Gut, dass die Natur sich weiter ihre Rechte sichert und durchsetzen kann. Erst als die anderen einsehen mussten, dass an der Bar schon längst Sperrstunde ist und Fianna ihnen das auch sehr deutlich klarmacht, werden sie auf die kläglichen Reste von Fiannas Frühstück aufmerksam, die Isi und Ignaz übergelassen haben, und stürzen sich darauf wie Fliegen auf den Kuhfladen.  Aber da ist nichts mehr zu holen.  

Die TellerschaukelDie TellerschaukelAls neue Attraktion kommen heute die Tellerschaukel und der Lamellenvorhang in den Garten. Die Tellerschaukel ist, wie der Name schon andeutet, eine große Stoffschaukel in Tellerform, die an drei Riemen etwa 20 Zentimeter über dem Boden schwebt. Der Lamellenvorhang besteht aus gelben Kunststoffstreifen, die vom Gartenhaus herabhängen, durch die man toben und an denen man kräftig ziehen kann. Heute wird beides noch etwas argwöhnisch begutachtet, aber spätestens morgen treibt die Neugier die Idefix voran, um auszuprobieren, was man diesen Teilen anstellen kann.

Noch werden die bekannten Gerätschaften sattsam und mit viel Körpereinsatz genutzt, was die Energie der Idefixe schnell aufbraucht. Wenn dann die Zeit gekommen ist, ein Auge zuzumachen, stürze sie alle, als ob der Kapo die Glocke schlägt, innert zwei Minuten in die Betten und ratzen weg. Ende der Vorstellung. Wir können uns wieder etwas zurückziehen und anderem widmen.  

Abends registrieren wir dann mit großer Erleichterung, dass Isi wieder ein gutes Mädchen ist und nicht mehr plärrt. Sie interessiert sich nicht mehr fürs Feuilleton und auch der bayerische Ministerpräsident treibt ihr nicht mehr den Zorn in den Kopf, sondern sie fügt sich dem Unabänderlichen und schläft schweigend mit ihren Geschwistern in den nächsten Tag und die nächste Lebenswoche hinüber.

Wir finden, dass diese Woche sehr glimpflich abgelaufen ist, Virus hat sich keiner zu uns verlaufen, nur ein paar Futteranpassungen der Därmchen haben die Kleinen und uns geplagt. Wenn es nicht mehr ist.