Am 12. Juni besuchten wir anlässlich der diesjährigen Clubsiegerschau in Schwarmstedt (Heidekreis) unseren zukünftigen Schwiegersohn Bjarni vom Vierseitenhof an seinem Stammsitz bei Hildesheim. Dass Bjarni ein ungemein liebenswerter und umgänglicher Bursche ist, haben wir schon in unserer Ankündigung des G-Wurfs wohlwollend bemerkt. Was wir nicht besonders erwähnten ist, dass er gar nicht mehr unter Fiannas Röcken raus wollte; wie ein Egel saugte er sich an ihrem Hinterteil fest und selbst ihre allerdings nur gelegentlichen und wenig nachdrücklichen Zurechtweisungen ignorierte er nonchalant. Das hatte schon viel von Rosenduft, wie uns schien.

 

In den folgenden Wochen verstärkte sich dieser Eindruck zunehmend; die üblich verdächtigen Bezirksbeschäler in Fiannas Beritt zeigten sich ebenfalls sehr nachdrücklich interessiert: Felix, der Lieblings-Elo, Blacky, der Deckperfektionist und sogar der eher schüchterne Schäfer Cody. Sie alle hefteten sich heftig und kaum errötend auf ihre Spuren, jene Spuren, die sie sorgsam gelegt hatte – mit hocherhobenem Bein auf jeden Grasbüschel und jede sich bietende Bodenerhebung. Man weiß, welche Flüssigkeitsmengen Hündinnen in ihrer Blase speichern können, aber was Fianna nun abließ, überstieg auch die Erwartungen und vor allem Erfahrungen derer vom Blues. Allerdings, und auch in diesen Dingen ist man gewarnt und gewitzt, muss dieses Kampfmarkieren noch keine Ankündigung unmittelbar bevorstehender Sprungbereitschaft sein; Fiannas Mama Franzi führte uns mit diesen Ausläufigkeiten mitunter monatelang an der Nase herum und auch Fianna hatte sich im Herbst vergangenen Jahres drei Monate ihren Spaß daraus gemacht, uns in schiere Erwartungsfreude zu versetzen. Allerdings stand da der Winter vor der Tür, der Hündinnen gelegentlich zu außergewöhnlichen Terminverschiebungen verführt. Diese Ausrede konnte nun aber nicht verfangen.

 

Dienstag, 30. Juni 2015

Erster Fahndungserfolg: Die Chefin geht mit einem rotbraun verschmiertem Tempotaschentuch hausieren. Schmierblutung! Da sich aus unserer Erfahrung hinausgeschobene Läufigkeiten meist nicht mit diesem Zwischenschritt abgeben, sondern direkt vom Nichts zu Blute schreiten, wird diese Botschaft von uns als Ankündigung einer geregelten Läufigkeit bewertet. Daraufhin erfolgt im Familienkreis eine tentative Bewertung der zweiten Jahreshälfte. Und die sieht, alle Unwägbarkeiten unberücksichtigt, etwa so aus:

Deckakt irgendwann Mitte Juli (29. / 30.Woche)
Wurftermin Ende September (38. / 39. Woche)
Abgabetermin November (46. / 47. Woche)

Was hier in dürren Zahlen wenig spektakulär klingt, heißt für uns, dass unser Womo Franz heuer keine große Ferienausfahrt machen und sich auch in den Herbstferien Anfang November langweilen wird. Die Chefin muss auf ihre eigentlich völlig unverzichtbare jährliche Klassenfahrt nach Brüssel Anfang Oktober verzichten, wie auch die Teilnehmer der DM IPO nicht auf unsere Anwesenheit hoffen dürfen. Schließlich sind auch Fiannas sportliche Ambitionen ins Jahr 2016 verschoben, was für sie wiederum keine Entlastung darstellen dürfte; ihr wird es an körperlicher Auslastung eher nicht mangeln. Für den Chef bedeutet dieser Terminplan, dass er, außer in der ersten Novemberwoche, überwiegend alleine den Pausenclown für ihren Nachwuchs geben darf. Es ist halt wie immer: eigentlich gibt es nie einen perfekten Termin. Und wenn nicht die gesamte Wurfabwicklung vom Herbst bis ins Frühjahr erfolgt, ist das Sportjahr sowieso immer im Eimer.

 

Mittwoch, 1. Juli 2015

Die schmierigen Anzeichen verflüssigen sich und deuten auf einen zügigen Fortschritt hin.
Für den 2. Juli haben wir schon mal einen Termin beim Schwangerschaftsorakel Dusi-Färber in Baldham reserviert, um eine erste bakterielle Untersuchung vornehmen zu lassen.
G-Wurf nimm deinen Lauf!

 

Donnerstag, 2. Juli 2015

32° C! Man sollte meinen, dass Fianna bei diesen Temperaturen das Blut stockt, tatsächlich aber zeigt sie einen munteren Fortschritt hin zu einer gepflegten Läufigkeit.
Um 17 Uhr sind wir bei unserem Orakel in Baldham, um einen bakteriellen Abstrich machen zu lassen. Das Ergebnis sollen wir am Samstag telefonisch bekommen.

 

Freitag, 3. Juli 2015

Fianna kann und will ihr Blut nicht mehr bei sich behalten und tropft unübersehbar.

 

Samstag, 4. Juli 2015

Inzwischen sind die Außentemperaturen auf 35° C gestiegen und bei Fianna zeigt sich auch weiterhin keine Blutstockung. Im Gegenteil. Telefonisch erfahren wir von unserer Dottoressa, dass Fianna tatsächlich einige unliebsame Gäste beherbergt, denen wir zu Leibe rücken sollten, um eine Risikoschwangerschaft in dieser Hinsicht auszuschließen. Wir müssen also mit einem Antibiotikum nachbessern.

 

Mittwoch, 8. Juli 2015

Fianna in der MangfallFianna in der kühlenden MangfallDie Sommerhitze ist in einem gewaltigen Gewitter auseinander geflogen wie ein überpraller Luftballon, und jetzt ist es regnerisch und für die überhitzte Epidermis fast schon wieder zu kalt: Morgens hat es noch 20° C, aber dann geht es doch noch kräftiger bergab. Uns soll es recht sein, Fianna sicher auch, die in den letzten Tagen nicht mehr wusste, wo sie ihr üppiges Hochzeitskleid hinhängen soll; aber sie bekam es nicht ab, und so ächzte und stöhnte sie selbst an den kühlsten Stellen im Haus. Zur Abkühlung nahmen wir sie dann immer hinüber an die Mangfall, wo sie ihr Gemütchen schwimmend und plantschend kühlen kann.

Und heute Vormittag wird es erstmals richtig ernst beim Baldhamer Orakel: Progesterontest und Vaginoskopie stehen auf dem Programm. Es gibt angenehmere Dinge im Leben einer Hündin, aber Fianna meistert sie mit einigen unwilligen Hüftschwüngen und einem mannhaften Pferdetritt gegen die Dottoressa. Die staunte nicht schlecht, meinte aber, dass das vermutlich das wirkungsvollste Mittel sei, einen dreisten Eindringling zu vertreiben, nur habe sie das in ihrer langen Praxis auch noch nicht erlebt. Fianna, ein schwarzer Lipizzaner?

Freitag, 10. Juli 2015

13 Uhr: Wiederholungstermin beim Orakel. Wir haben wieder strahlendes Sommerwetter und Fianna stöhnt schon wieder. Am Mittwoch, so erfahren wir, war der Progesteronwert noch bei 0,3 mg, was eigentlich nicht erwähnenswert sei, und dass auch die Scheidenfältelung unfortschrittlich sei, eigentlich noch kaum vorhanden. Also wird die gleiche Prozedur nochmal durchgezogen, diesmal ohne Pferdetritt, dafür mit einer leicht ausgestellten Rute, wenn die Dottoressa Fianna an der Kruppe krault. Immerhin ein Fortschritt. Zuhause lässt sich dieser auch nicht mehr verheimlichen: Wo immer Fianna auftritt, müssen wir hinter ihr einen Tatortreiniger ordern. Unser Haus sieht aus wie ein Schlachthaus. Allerdings müssen wir auch lobend erwähnen, dass Fianna ihr Blut sehr ordentlich aufleckt – wenn sie das Malheur bemerkt (das hat sie von Tante Anouk gelernt, sicher nicht von ihrer Mama). Wenn nicht, kommt der erwähnte Tatortreiniger zum Einsatz, der erstaunlicherweise dem später zum Einsatz kommenden Pausenclown sehr ähnlich sieht.

Das Orakel orakelt derweil, dass Fianna offenbar die gleiche Entwicklung zeigt wie im Winter, was bedeutet, dass wir uns eventuell ab Montag Hoffnung machen können. Also hoffen wir.

 

Samstag, 11. Juli 2015

Wir packen unser Womo und reisen nach Sindelfingen, um einem Paar, das gemeinsam seinen 80. Geburtstag feiert, die verdiente Ehre zu erweisen. Morgen dann, so steht es im Drehbuch, soll es weiter nach Hildesheim zu Bjarni gehen. Um 12 Uhr, gerade bei 32° C in Sindelfingen angekommen, gibt uns das Baldhamer Orakel die Ergebnisse von gestern durch: Progesteron 1 mg. Immer noch weit von den angepeilten 8 mg, ab denen ein Eisprung zu erwarten ist. So wird also gefeiert und abends wieder mit Sack und Pack nach Hause gefahren, weil es sinnvoller ist, nochmal einen Arzttermin am Montag einzuschieben, als in Hildesheim Sprungversuche ins Blaue zu veranstalten. Aber diese Kilometer hätten wir uns eben gerne erspart. Nun ist es, wie es ist, und gegen 22:15 Uhr sind wir wieder dort, wo wir morgens mit großen Plänen gestartet waren – zuhause und um die Gewissheit reicher, dass es uns unsere Hündinnen wirklich nie leicht gemacht haben; unsere Pläne waren irgendwie nie die ihren.

 

Montag, 13. Juli 2015

Der Himmel zeigt sich zugeknöpft heute Morgen, als wir uns zu einem weiteren Orakel-Round-Up aufmachen. Um 9 Uhr sind wir vor Ort und das Orakel zeigt sich zurückhaltend begeistert vom Fortschritt unserer Hoffnungsträgerin, die Scheidenentwicklung sei zwar voran geschritten, aber für den 14. Tag der Läufigkeit eher etwas enttäuschend. Sie habe fast den Eindruck, dass die Hochzeiterin einen kleinen Rückschritt gemacht habe. Der Chef traut ihr zu, dass es gar ein Rückzug sein könnte, weil sie vor der Größe der bevorstehenden Aufgabe die Biege zu machen im Sinn hat. Blut wird ihr wieder abgenommen und ein Abstrich gemacht, um die Zytologie auszuwerten – und schon sind wir wieder weg. Die Chefin fährt in die Schule, von der sie wegen der geplanten Kopulationsreise eigentlich freigestellt wäre, die Umstände eine Abwesenheit aber nicht plausibel erscheinen lassen. Der Chef bringt die langsame Brüterin nach Hause und fragt sich, warum Frauen immer so kompliziert sein müssen. Am 14. Tag nicht viel mehr als kaum etwas; ihre Tante Anouk hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon auf die erste Unpässlichkeit vorbereitet.

 

Dienstag, 14. Juli  2015

Kurz nach 9 Uhr spricht das Orakel wieder: Progesteronwert auf knapp 4 mg gestiegen. Deckakt sinnvollerweise nicht vor morgen Abend. Die Chefin bläst die Reisevorbereitungen des Chefs telefonisch ab, der nur darauf wartet, mit dem Womo-Franz, Fianna und Sack und Pack aufzubrechen, um die Chefin in der Schule abzuholen und sich in die Blechlawine Richtung Norden zu integrieren. Na, dann eben nicht… Die Chefin beschließt stattdessen, bei schwülen 30° C mit ihrer Fährtengruppe die Mangfalltaler Wiesen zu durchstöbern und der Chef setzt sich im Geiste eine Zipfelmütze auf: ist ja Nationalfeiertag heute in Frankreich. Guillotine wäre doch auch ein schöner weiblicher Vorname für den G-Wurf. Guillotine vom Bairischen Blues, Gully gerufen – hat was. Wird aber wahrscheinlich nicht genehmigt, wegen der Zensur vom Bairischen Blues. Die käme dann beim Z-Wurf zum Zuge; darauf würde er bestehen.

Mittwoch, 15. Juli 2015

Morgenspaziergang: Der Chefinspekteur und Gaubeschäler Blacky, spezieller Freund aller Hündinnen vom Bairischen Blues, hat Fianna schon meilenweit in der Nase und eilt ihr hurtig entgegen, legt sie sich zurecht, greift zu wie ein Krake und hat sie schneller im Griff als das Begleitpersonal staunen kann. Und was macht sie, die fast unbefleckte Jungfrau? Räumt die Rute zur Seite bis zu den Schulterblättern, gurrt und parkt ein. Jetzt macht sich kurz Hektik breit, um den bärenstarken Klammeraffen von seinem Turngerät abzupflücken. Jedenfalls wissen wir nun, was und dass die Stunde geschlagen hat. Und eine gute geschlagene Stunde später, um 9 Uhr, sind wir auf dem Weg nach Hildesheim.

Der HochzeitstanzDas VorspielDeckaktDeckaktEs ist wechselnd wolkig und sonnig, aber immer kuschelig warm. Um 16.35 Uhr kommen wir bei Bjarni in Söhlde-Feldbergen, schwache 15 Kilometer nordöstlich von Hildesheim, an. Wolkig und bedeckt ist es und mit 22° C gerade recht zu sportiven Interaktionen. Um 17:30 Uhr lassen wir die Fortpflanzungswilligen zusammen, was diese mit Freude und sehr temperamentvoll zu schätzen wissen. Schon fünf Minuten später sind sich die beiden einig und hängen acht Minuten schiedlich und friedlich aneinander. Fianna pfeift und stöhnt und pumpt, und das Personal macht breite Gesichter. Mehr kann man wirklich nicht erwarten und mehr gibt es auch heute nicht mehr zu tun – Feierabend.

Um 19 Uhr machen wir noch einen Entspannungsspaziergang durch Raps und Rüben, Kartoffeln und Mais der Hildesheimer Börde und verquasseln und versüffeln den Abend, der auch noch seinen Segen in Form von Regen dazu geben muss – von der Traufe zur Taufe. Das soll uns sehr recht sein.

 

Donnerstag, 16. Juli 2015

Fianna in der Hildesheimer BördeFianna in der Hildesheimer BördeBummeln in Feldbergen mit einem ausgedehnten Vormittagsspaziergang durch die Felder. Wir vertrödeln den Tag, während der emsige Bjarni in the blazing midday heat noch einer weiteren Hündin zu Diensten sein muss, was er auch untertänigst und zur sichtbaren Zufriedenheit aller erledigt. Dieses Simultan-Popping scheint zum Running Gag unseres G-Wurfs zu werden, dessen erster Anlauf zum Jahreswechsel auch schon von einer parallel-brünstigen Braut durchwachsen war wie der Schweinenacken vom Fett. So richtig auf dem Zahnfleisch kommt der Liebesdienstleister dennoch nicht daher, jedenfalls weist er uns den ganzen Rest des Tages nachdrücklich darauf hin, dass sein Tagwerk noch nicht vollendet sein könne, solange nebenan, im Wohnmobil, noch eine weitere Geliebte, die von gestern nämlich, sehnsüchtig seiner harrt. Der Bursche hat noch Körner, aber wir kein Einsehen.

 

Freitag, 17. Juli 2015

Um 7:25 Uhr, noch bevor die Sonne den Grill anwirft, starten wir einen Nachdeckversuch. Die beiden Jungverliebten haben richtig Spaß miteinander und Fianna verlangt ihrem Charmeur einiges ab, bis sie Bjarni um 7:34 Uhr gewähren lässt. Nach 13 Minuten ist auch diese Koppelung erledigt und die zukünftigen Eltern machen einen sehr zufriedenen und ausgeglichenen Eindruck, streichen umeinander herum, lecken sich die Ohren, Hängepartieund sogar Bjarni macht keine Ansprüche mehr geltend; er scheint auch sehr mit sich im Reinen zu sein und holt sich von jedem sein Lob ab: war ich gut? Ein Kerl wie aus dem Buche eben. Weil das Leben selbst dann kein Ponyhof ist, wenn es auf einem solchen seinen Anfang nimmt, verteilen wir an die beiden noch Aufgaben: Fianna hat für das Blond zu sorgen und dem Anton überantworten wir die Pünktchen über den Augen. Anschließend stellen wir zufrieden fest: mission accomplished, die Hildesheimer Bürde in der Hildesheimer Börde scheint erfolgreich bewältigt. Doch schon treffen die ersten Forderungen aus der Fangemeinde ein, Namensforderungen: Geht-Doch vom Bairischen Blues möge bitteschön ein blonder Rüde heißen. Wir geben den Wunsch an Fianna weiter und sind geradezu entflammt von diesem Vorschlag, dem spontan die höchsten Weihen der Blues-Nomenklatura verliehen werden: And the Oscar goes to – Chrissi-Darling. Ans Herz mit dir, aber sofort!

Stadtbummel in HildesheimEntspannter Stadtbummel nach getaner TatDer Marktplatz von HildesheimDer Marktplatz von HildesheimUm 12 Uhr fahren wir mit Bjarnis Haushälterin los und lassen uns durch Hildesheim führen und sind erstaunt über die zum Teil sehr liebevoll erhaltenen oder restaurierten Fachwerkbauten, obwohl natürlich die wiederaufgefüllten Zahnlücken aus der Kriegsbombardierung einen ziemlich schäbigen Kontrast dazu bilden. Dazwischen und bevor wir uns im Restaurant Noah am Hohnsensee zu einem kleinen Imbiss niederlassen, gönnen wir uns noch ein ausgelassenes Kirchen- und Dom-Hopping, das uns mit gemischten - euphorischen wie zurückhaltenden - Gefühlen zurücklässt, wobei der völlig neu gestaltete Dom den stärksten, nein, wirklich sehr starken Eindruck hinterlässt. Es ist brütend heiß und Fianna trägt ihre neu kreierte Brut geflissentlich durch die Häuserzeilen, als wollte sie sagen: Kinder, schaut euch das noch einmal genau an, nachher geht’s ab in den Süden. Die Haushälterin befürchtet, dass die Früchtchen ihres Lieblings in der Hitze Schaden nehmen könnten, sie also demnächst als sautierte Föten Fiannas Brutkasten entsteigen müssten. Wir sehen das gelassener: die Guten halten es aus, auf die anderen kann man verzichten.

Um 16 Uhr sind wir wieder zurück und Bjarni teilt uns mit, dass er schon wieder Bock auf seine Braut habe, was wir ihm aber unmissverständlich untersagen. Zweimal ist genug, die Südländerin ist doch kein Trampolin für unersättliche, wenn auch ultracharmante Testosteronschleudern. Dennoch sind wir natürlich entzückt, weil es doch nichts anderes als Liebe sein kann.

Bjarni vom VierseitenhofNur wer die Sehnsucht kennt, weiß wie er leidet ...Um 19 Uhr machen wir uns dann, die Hitze des Tages fliehend, in den tiefen Süden auf. Um 2:25 Uhr am Samstagmorgen sind wir wieder im nachtsamtigen Mangfalltal. Bjarni, so dokumentiert ein Foto, verbrachte den ganzen Abend bis zum Zapfenstreich leise weinend am Hoftor. Träumend. Leidend. Sehnend. Es muss echte Liebe gewesen sein.

 

Samstag, 18. Juli 2015

Beim verspäteten Morgenspaziergang weist Fianna zwei tatendrängige Airdales in ihre Schranken, um nicht zu sagen, jagt sie vom Acker. Auch sie hat offensichtlich keine Lust, ihren Bjarni gegen zwei zwielichtige Luftikusse einzutauschen. Diese Liebe ist wohl gegenseitig.

Wie dem auch sei: wir waren nicht im fernen Hildesheim, um eine Liebe fürs Leben zu knüpfen, sondern um einen Bauch voller Kinder mit nach Hause zu bringen. Und ob uns das gelungen ist, wissen wir in etwa vier Wochen, wenn der Ultraschall Fiannas Geheimnisse preisgeben wird. Bis dahin müssen wir alle mit unseren Beobachtungen und Kaffeesatzlesereien begnügen. Hat sie nicht doch schon einen so tief nach innen gewandten Blick, unsere Fianna?

Wir werden sehr genau hinsehen und Bericht erstatten.

hochzeitsfoto 1Fianna vom Bairischen Blues und Bjarni vom Vierseitenhof hoffen auf reichen Kindersegen

 

Epilog

Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass man als Lehrer außerhalb der Ferien für private Interessen frei bekommt. Wir wollen deshalb die Gelegenheit nutzen, der Schulleitung ein ganz herzliches Dankeschön zu sagen, dass sie die Chefin des Bairischen Blues umstandslos auf die Reise gehen ließ. Das ist sehr außergewöhnlich und wir wissen dies sehr zu schätzen.

Ein weiteres Dankeschön geht an Susanne und Olli, Bjarnis Haushälter und Hochzeitslader: Wir haben uns bei euch sauwohl gefühlt – und Fianna muss es wohl ebenso empfunden haben. Wenn wir wohl gelitten und wieder einmal in eurer Gegend sind, schauen wir immer wieder gerne bei euch vorbei. Einen ganz lieben Dank auch für die Überlassung des Sehnsuchts-Fotos.

Zum Schluss bedanken wir uns bei unserem Fortpflanzungsorakel, Frau Dr. Dusi-Färber, die mit ihren Prognosen voll ins Schwarze getroffen hat – was wir von Bjarnis Aktivitäten nun auch hoffen…