10.11.2018 – Fianna läuft die FH 2 mit 97 Punkten

0P8A5074 1 250Anmelden beim RichterSie hat es wieder gemacht! Wie bereits am 9. Juni in Deggendorf, holte sich Fianna am 10. November in Völkersleier die FH 2 mit 97 Punkten. Damit haben Fianna und Heike die Voraussetzung für die Teilnahme an der Qualifikation für die FH-DM 2019 erfüllt.

0P8A5077 1 250Die Fährte beginntDie Fährte lag auf rotem unterfränkischem Sandboden mit Wintersaat, nichts als trockener Boden und Saat, kein Kraut, kein Strauch, kein Baum, dafür ein Hügel, über den ein nebliger Novemberwind pfiff, der uns allen unter die Kleider griff. Fianna zeigte sich, wie in den vergangenen Wochen, sehr konzentriert und sicher, aber nicht unfehlbar. Als fehlerhaft wertete Leistungsrichter Günther Hadel, dass Fianna den Fährtenverlauf auf der ersten Geraden mit einem Bein verlassen hatte, um sich zu vergewissern. Den ersten Winkel fand sie nicht auf Anhieb und musste ihn erst „einkreiseln“, um ihn sicher anzunehmen, und beim 0P8A5088 1 250Gegenstand gefundenWiederansatz nach dem fünften Gegenstand war Fianna überzeugt, dass sie jetzt fertig hat und wollte dem Such-Kommando nicht so recht trauen, weswegen sie ein weiteres „Such“ benötigte. Die Fehler auf der ersten Geraden und dem ersten Winkel waren sehr wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Gerade bergauf ging und Fianna der Wind von oben entgegen blies, der Winkel, kurz unter der Kuppe gelegen, ihr dabei sozusagen entgegenkam. Nachdem sie sich auf die Bedingungen eingestellt hatte, ließ sie sich durch sie nicht mehr aus der Spur und der Ruhe bringen. Alles andere war danach auf ganz hohem Niveau, eine sehr konzentrierte Suchleistung und Gegenstandsarbeit; nicht wirklich viel zu beanstanden. Aber eben doch noch genug zu verbessern.

Für uns ist diese Leistung aus zwei Gründen besonders hoch einzuschätzen. Fianna wurde am 3. Juli in einer über vierstündigen OP eine Zyste an der Wirbelsäule entfernt und war danach acht Wochen in absoluter Schonung auf Reha, die auch kein Suchen zuließ. Erst als wir am 18. Oktober von Dr. Gödde das OK für alle Aktivitäten bekamen, durfte Fianna wieder auf die Fährte und zeigte sich sofort wieder in alter Stärke. Wir hätten wirklich nicht gedacht, dass sie ohne spürbaren Leistungseinbruch aus dieser Auszeit kommen würde. Die zweite Schwierigkeit ist, dass wir im südlichen Oberbayern solche Bodenverhältnisse nicht kennen; bei uns gibt es Futterwiesen rund ums Jahr und im Herbst umgelegte Maisäcker. Wintersaat auf sandigem Boden gibt es bei uns nicht. Da zahlt sich dann aus, dass Fianna eine Reisetante ist und sich schon halb Europa durch die Nase gezogen hat: Heideböden in Schweden und Polen, Dünenböden in der Normandie und der Bretagne, dazu Windfährten auf bretonischen Atlantikklippen, österreichische Almwiesen und Schweizer Waldböden, Schlossparks mit tausend Verleitungen an der Loire und duftende Blumenwiesen in Slowenien. Am Ende reicht Fianna eine kurze Trainingsfährte mit spitzen Winkeln und Bogen am Vortag, um sich auf die aktuellen Bedingungen einzustellen. Und dann noch die erste Gerade gegen den Wind während der Prüfung… Wir sind so stolz auf unseren „Zwerg Nase“!

Wir danken Reinhold Schulz, der sich die Zeit genommen hat, Fianna die Trainingsfährte am Freitag zu legen und am Samstag eine den Bedingungen und dem Prüfungsanspruch angemessen schwere und faire Prüfungsfährte trat. Auf die Guten ist eben immer Verlass. Das gilt auch für Leistungsrichter Günther Hadel, der, wie immer, sehr fair und nachvollziehbar richtete. Es ist wirklich schade, dass er nun, mit Erreichen der Altersgrenze, aus dem Richteramt scheiden muss. Auf seinen Erfahrungsschatz werden wir dennoch gerne immer wieder einmal zurückgreifen. Eine ganz besondere Freude haben uns Annemarie und Hermann, Halinas Napfbefüller, gemacht, die den weiten Weg von Hohenpeißenberg nach Unterfranken auf sich nahmen, nur um uns zur Seite zu stehen und die Daumen zu drücken. Hundeleuten sagt man nach, dass sie manchmal einfach nur bekloppt seien, meist aber haben sie, und das wird gerne unterschlagen, vor allem ein großes Herz und einfach 'vui Gfui' zur rechten Zeit. Vergelt’s Gott, euch beiden.