20.08.2013 - Die (ganz) kleine Frankenrundfahrt

 MG 7492Der Bamberger DomNachdem nun die ersten Wochen der Ferien mit Arbeiten in der Schule und Besuch bei uns ins Land gezogen sind, machten wir uns auf den Weg nach Völkersleier.

Aber diesmal sollte auch der Weg schon das Ziel sein, denn wir wollten ein wenig am Main entlang bummeln.

 MG 7457Dani und Rudi mit allen Hunden an unserer Badestelle am BrombachseeUnseren ersten Stopp legten wir aber nicht am Main ein, sondern am Großen Brombachsee in Mittelfranken bei unseren Freunden Dani und Rudi mit Anouks Enkelin Ellis vom Wiegenstein und der Mali-Dame Hexe. Der geplante Kaffeebesuch fiel dann doch etwas länger aus und erstreckte sich schließlich über die ganze Nacht und einen guten Teil in den nächsten Tag hinein - man hat ja Zeit und sich so viel zu erzählen nach der langen und ereignisreichen Zeit, die seit derm letzten Treffen verstrichen war. Zu allem Überfluss ist die Gegend auch noch wunderschön. Also nutzten wir unseren Aufenthalt für Spaziergänge, Baden und Radfahren - und natürlich für langes Zusammensitzen und Plaudern.

Dann ging es weiter nach Bamberg. Asche über unser Haupt, aber wir waren noch nie in Bamberg. Also vertäuten wir das Wohnmobil auf dem Campingplatz und fuhren mit dem Rad in die Stadt. In Bamberg war der Bär los, denn es war der Beginn der jährlichen Sandkerwa, bei der die ganze Innenstadt ein riesiges Fest ist. Einerseits war uns das etwas zu viel Trubel, andererseits hatten wir so einige Sehenswürdigkeiten fast für uns alleine, weil die Besucher der Sandkerwa nicht an Sehenswürdigkeiten interessiert sind, sondern an leiblichem Wohl in fester und flüssiger Form. Wir ließen uns durch die Straßen treiben und fühlten uns richtig wohl in Bamberg, das, wie die meisten Flussstädte einen besonderen Charme entwickelt. Bamberg ist eine stimmungsvolle Stadt, der wir uns sicher noch etwas intensiver widmen werden; wert ist sie es allemal.

Der Campingplatz "Die Insel" traf unseren Geschmack dagegen eher weniger. Er liegt zwar wunderbar an der Regnitz, vier Kilometer außerhalb des Zentrums, schafft es aber nicht, sich von ihr inspirieren zu lassen. Viel Schatten bietet er durch seinen alten Baumbestand, das ist unbezahlbar, vor allem für die Hunde. Aber sonst - zum einen, und dafür kann er wenig, war er rammelvoll, aber zum anderen war er, nun ja - irgendwie sehr deutsch, etwas wichtigtuerisch und unentspannt; da liegt etwas in der Luft, das zum Greifen ist und sich doch nicht in Worte fassen lässt. Die Sanitäranlagen sind einwandfrei, die neuen neben der Rezeption sogar erfrischender Luxus. Die Preise sind gediegen: 11 € für zwei Personen, dazu 1,10 € pro Hund und nochmal 9 € fürs Womo (Strom geht noch extra), macht 22,20 €, das ist nicht billig,  aber auch nicht unanständig.    

 MG 7506Das Uhrmacherhaus in KönigsbergAm nächsten Tag tuckerten wir dann den Main entlang, bummelten erst durch Königsberg i. Bayern und anschließend durch Bad Königshofen. Königsberg ist eine liebevoll restaurierte Fachwerkstadt, fast schon ein Fachwerkmuseum, vor allem, weil es mittags so leblos ist wie Vagen am Totensonntag nachts um drei. Kein Mensch unterwegs! Wenn man bedenkt, dass vergleichbare, wenn auch größere Städte wie Rothenburg o.T. von Touristen förmlich niedergewalzt werden, kann man die Königsdorfer nur beglückwünschen. Hier dauert sogar das Geldabheben länger als anderswo das Geldverdienen, nicht weil der Automat unserer Kreditkarte keinen Gulden herausgeben wollte, sondern weil zwei jüngere Herren ein gemütliches Pläuschchen vor ihm hielten. Das kann sich ziehen an einem Ort, wo alles, sogar die Zeit ein wenig gedehnt wirkt.

Bad Königshofen war dagegen enttäuschend. Es hat eine Therme und die unterscheidet sich vermutlich von keiner anderen Therme, zieht aber Badepublikum an. Der Ort selbst ist ereignislos und ohne Erinnerungswert. Wir ließen uns dennoch auf einen Kaffee im Zentrum nieder, mit Blick aufs Rathaus, das trotz Fachwerk schmuddelig und ungeliebt wirkte. Es hielt uns nicht lange.

Nach einem weiteren Kaffeestopp in Gädheim bei unserer seligen Franzis Bruder Ferro kamen wir am Freitagabend zufrieden in Völkersleier an und bezogen unser Quartier am Stellplatz Forellenhof in Diebach. Der Forellenhof ist das Gegenteil vom Campingplatz in Bamberg: beschaulich, engagiert, alles kleiner, aber sehr liebevoll und persönlich. Kalli kümmert sich um jeden und alles und ist die Seele des Forellenhofs. Zur Sozialisierung der Hunde (eigentlich wohl der Kinder) gibt es hier sogar Strauße, Alpakas, Hasen, Rindviecher, Ziegen und Zwergschweine und am Wochende kommen frische Forellen, erstklassige Pizzen aus dem Holzofen und vieles mehr auf den Tisch, alles sehr empfehlenswert und zu höchst anständigen Preisen. Der Forellenhof ist eine Womo-Perle am Fuße der Rhön; aber pssst: nicht weitersagen!.

Eigentlich hatten wir vor, noch ein wenig weiter den Main entlang zu streifen, aber Völkersleier und der Forellenhof ließen uns dann doch nicht los. Und so verbrachten wir die nächsten vier Tage mit Hundesport - sehr zur Freude von Fianna und auch Oma Anouk.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben - es gibt noch einiges am Main zu sehen. Mal sehen, wann wir den nächsten Anlauf wagen und ob wir dann an Völkersleier vorbeikommen oder ob dann wieder so eine Art "Frankenschnellweg" dabei herauskommt.