Welpenschule - Schule fürs Leben und Verwechslungskomödie

Welpenschule IMG 5422 200Girgl und Leon in der WelpenschuleDie Besitzer unseres G-Schwaders gewannen schon vor Abgabe der Hunde Anfang November die Erkenntnis, dass es gar nicht so einfach ist, auf den Winter hin eine Welpenschule zu finden.

Da trifft es sich natürlich gut, dass acht der elf Geschwister im Münchener Umland blieben und auf dem Hovawartplatz der Übungsgruppe Siegertsbrunn, auf dem auch Fianna trainiert, eine Welpenschule angeboten wird. Obwohl das Angebot an anderen Rassen zu diesem Zeitpunkt etwas spärlich war, hatten unsere Geschwister einen Heidenspass, sich jede Woche zu treffen; man ist sich als Hovawart je eigentlich sowieso selbst das Liebste. 

Bis in den Februar hinein hat sich das 8/11-G-Schwader mit einigen Feiertagspausen vor immer neue Herausforderungen stellen lassen, dem übelsten Wetter getrotzt und schon mal erste Schritte im Grundgehorsam geübt - und natürlich viel gespielt.

Zum Schluss durfte Mama Fianna jewils noch eine Runde mit ihren Kindern um die Wette rennen. Fianna lief jedes Mal fast über vor Seligkeit und die Zwerge buhlten um die Gunst der Mama. Glück was willst du mehr!

Was jedoch einen Ausstellungsrichter im Zuchtgruppenwettbewerb zu Höchstnoten greifen lässt, nämlich die optische Homogenität der vorgestellten Hunde aus einem Zwinger, kann sich im Alltag gelegentlich als äußerst tricky erweisen. Optisch sind sich nämlich ein Teil der G-Schwister sehr ähnlich, und so war der Identifikationsabgleich am Ende der Welpenschule wesentlicher Bestandteil des Programms: Hat jeder seinen Hund (zu Zeiten, als die Welpen noch tötowiert wurden, war das einfacher)?! Aber die Gewohnheit ist die beste Freundin des Schlendrians, und so kam es am 18. Dezember zur Verwechslungskomödie "Nimm meinen, ich hab deinen". Gismo (Gosh) wurde ohne Gegenwehr in Leons (Gaudis) Auto verladen und Leon, der auch keinen Widerspruch einlegte, in Gismos. Und Tschüß... 
Aktenkundig wurde der Kindertausch erst, als Leon sich nicht bereit erklären wollte, über Gismos Schwelle zu treten, anstatt hineinzustürmen und die Katzenschälchen zu kontrollieren. Gut, dass es in den meisten Hundehaushalten Frauen gibt. Gismos Frauchen jedenfalls erkannte unverzüglich und mit unbestechlichem Blick, dass ihr hier ein fremder Kuckuck ins Nest gelegt werden sollte. Dank WhatsApp wurde sofort eine Kidnapping-Notruf abgesetzt, um Gismos Aufenthaltsort zu ermitteln. Der gönnte sich zu dieser Zeit mit Leons Herrchen einen kleinen Lockerungsspaziergang im schönen Isartal, ohne ein Anzeichen von Verunsicherung oder Misstrauen. Eine coole Socke eben, dem es egal ist, ob er in einem Audi oder einem BMW chauffiert wird, Hauptsache standesgemäß. Gismo wurde nach dem Spaziergang in sein Revier kutschiert und gegen den rechtmäßigen Leon ausgetauscht. Einen Schaden haben beide nicht davongetragen, aber wir haben viel zu lachen, spotten und zu erzählen gehabt..

Wirklich gute Geschichten verlangen nach einer Fortsetzung und entwickeln dabei nicht selten eine komödiantische Eigendynamik. Und so kam am 5. Februar die Komödie "Nimm meinen, ich hab deinen, Teil 2" zur Aufführung. In der Hauptrolle wieder Leon, der Gaudibursch, an seiner Seite nun allerdings Greco. Diesmal fiel der Streich jedoch früher auf und der Austausch konnte schon auf halber Strecke zwischen Siegertsbrunn und Grecos Zuhause in Kolbermoor, was ja nur ein mächtiger Katzensprung ist, vollzogen werden. Und wir hatten wieder viel zu lachen. Eine weitere Fortsetzung, "Nimm meinen, ich hab deinen, Teil 3", wird es nach unserer Auffassung nicht mehr geben, zumal bekanntlich auch die lustigsten Plots in der Endlosschleife zu leiern beginnen.

Welche Schlüsse bieten sich aus diesem Komödienstadel nun an? Erstens: Ein elfköpfiger Wurf in Schwarzmarken übersteigt zumindest die den Männern innewohnende Wahrnehmungsfähigkeit. Zweitens: Frauen sind unbestechlich, aber meistens nicht verfügbar, wenn sie am dringendsten gebraucht werden. Drittens: Einem erstmaligen Sieg des Bairischen Blues im Zuchtgruppenwettbewerb einer Ausstellung steht nichts im Wege, außer einer Nichtteilnahme. Viertens: Leon ist Everybody's Darling. Und Fünftens: Der Bairische Blues hat mit Leon die Gattung Haushund (Canis lupus familiaris) um eine neue Variation bereichert, nämlich den Canis lupus multifamiliaris. Und darauf bilden wir uns etwas ein.

Die Welpenschule ist nun vorbei und mit der Zeit werden alle ihre Hunde auch erkennugsdienstlich im Griff haben. Ein Teil des G-Schwaders bleibt unserem Hundeplatz treu und wechselt nun in die Junghundegruppe. Jetzt wird das Spiel für sie zum Spaß: Spaß an der Unterordnung, wer will, Spaß am Schutzdienst, Spaß an der gemeinsamen Arbeit, Freude an den erzielten Erfolgen. Schritt für Schritt. Wir freuen uns jedenfalls, die Bande jeden Freitag wieder zu sehen.

Lieber Rupi, dir ganz herzlichen Dank für deinen unermüdlichen Fotografiereinsatz während der Welpenschule. Eine kleine Auswahl der Bilder zeigen wir hier: