19.04.16 - Brianna und das Hochwasser

 MG 0444 1 200Ein Spaziergang an der Isar bei Grünwald kann ein Genuss sein. Für Brianna wäre er beinahe zum großen Verdruss und der letzte ihres Lebens geworden.

 

Irgendetwas Interessantes an der steilen Uferböschung muss Briannas Neugier geweckt haben - und flugs war sie weg. Und ebenso fix lag sie in der gut mit eisigem Frühlingswasser gefüllten Isar. Was bei schönem Sommerwetter eine begehrte Abkühlung ist, war an diesem Dienstag eine ernste Bedrohung. Claudia sah das ganz genauso und reagierte, wie wohl die meisten von uns reagiert hätten, wenn der Hund hinter dem Uferbewuchs pfeilschnell aus dem Blick verschwindet: nachspringen und retten, was bei dieser Strömung und Wassertemperatur glatter Selbstmord gewesen wäre. Gamba war es, die klaren Kopf behielt, möglicherweise weil sie die Situation richtig einschätzte oder auch nur, weil sie der Verdacht beschlich, dass sie in wenigen Minuten eine Vollwaise sein würde. Also vereitelte sie mit Zähnen und Krallen jeden Versuch ihres Frauchens, ins Wasser zu springen und hielt alles fest, dessen sie habhaft werden konnte; schließlich packte sie ihre Napfbefüllerin sogar an den Haaren und am Nacken, als diese sie sich zu ihr herab beugte. Gambas Ein- und Zugreifen ließ bei Claudia die Erkenntnis reifen, dass es besser sei, nicht in die Isar zu springen, sondern besser Hilfe bei der Feuerwehr zu suchen. Diese war ziemlich schnell zur Stelle - aber es dauerte lange zwanzig Minuten, bis Claudia den Anruf bekam, das sie Brianna am anderen Isarufer herausgefischt hatten. Lebend! 20 Minuten ist eine höllisch lange Zeit zwischen Hoffen und Bangen, wobei das Letztere mit jeder Minute die Überhand gewinnt.

Brianna in alter FrischeBrianna in alter FrischeAber dann war sie wieder da, die in die Jahre gekommene Schwarze Lady, und nach diesem langen Kampf um ihr Leben einigermaßen kaputt und fertig. Aber sie hatte keine Unterkühlung und keine Verletzungen und kaute abends schon wieder entspannt und genüsslich auf einem Ochsenziemer herum. Manche vom Blues scheinen ziemlich unkaputtbar zu sein (was wir uns für alle gewünscht hätten und wünschen würden), aber die Felsbrocken, die Claudia wie auch uns vom Herzen gefallen sind, hätten ausgereicht, einen kleinen Tsunami in der Isar auszulösen. Diesen 19. April dürfen Brianna und Claudia in Zukunft als zweiten Geburtstag feiern und Gamba mit den besten Leckereien versorgen, die sie kriegen können.

Frage: Dürfen wir Gamba nun trotz mangelnder Ausbildungsnachweise als Rettungshund führen? Mehr retten geht doch eigentlich gar nicht, oder?