Der Bairische Blues fährt ins Blaue - und ist dann mal weg

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Markádia

Hedda und Fianna in Markádia

Montag, 14.3.2022

Sonntagnacht hört es auf zu regnen und morgens ist es ziemlich schön bei 12 °C.

Stiglitz
Schwarzkehlchen

Der Chronist muss zugeben: Der neue Platz ist großartig. Wir haben praktisch keine Nachbarn, außer den schon erwähnten, 50 m entfernt, und eben die noch unbeseelten Zeltburgen. Wir fühlen uns richtig allein, und es ist sooo ruhig hier mit den Füßen fast im See. Nur die Vögel singen ihre Lieder, Vögel übrigens, die wir bei uns kaum noch sehen, wie etwas Stiglitz und Schwarzkehlchen.  

Und der Platz ist ideal fürs Rabbit-TV der Damen. Am Ende des Tages kennen die beiden sicher jedes Kaninchen am Bewegungsmuster. Hedda wird immer wieder müde vom Starren und legt sich für eine Stunde im Franz aufs Ohr, aber Fianna sitzt den ganzen Tag und äugt über den See und seine Ufer. Kein Karnickel entgeht ihrem altersweisen Auge. Wenn wir sie jetzt losmachten...  

Das Wetter ist den ganzen Tag schön, als wollte es sich für gestern entschuldigen. Wir frühstücken im Freien und lümmeln anschließend prall in der Sonne herum. Es fühlt sich an, als ob uns der See allein gehörte.  

Hedda
Fianna

Um 16 Uhr legt die Hundeversteherin ihren Mädels eine Fährte, die sie begeistert absuchen, obwohl sie sich kaum noch an die letzte erinnern können. Aber sie machen ihre Sache gut, wenn auch mit ein paar kleinen Fehlern. Aber gelernt ist gelernt, Präzision kommt mit den Wiederholungen. Nach der Fährte bekommen sie ihren Karnickelspaziergang und anschließend sind sie rechtschaffen müde.  

Jetzt, kurz vor 17 Uhr, gehen wir nochmal rüber zum Restaurant über dem See, bekommen einen erstklassigen Ziegenkäse, geschmortes Lamm mit Zwiebelmousse, Reis und Pommes und Schweinelendchen mit Brotbrei, eine typische Beilage aus der Region. Danach noch ein Apfelkuchen, nebenbei eine Flasche Wein. Das Mahl ist ehrlich, schmeckt und kostet 38 €.  

Weil das Restaurant, wie erwähnt, um 18 Uhr schließt, sind wir früh zurück und lassen den Tag ereignislos ausklingen.  

Der Montagmorgen hat schon wieder Regen im Gepäck. Für die Mädels steht ein angemessener Geschäftsgang auf dem Programm, das muss genügen.  

Wir stellen fest, dass wir mit der Dauer unserer Fahrt immer bummeliger werden. Fast überall bleiben wir länger hängen als gedacht und sehen keine Not, schnell weiterzureisen. Wir haben Zeit, und warum sollen wir bei Regenwetter herumreisen?  

Auch von heute gibt es nichts zu berichten. Wir putzen, kramen herum, arbeiten an der Doku, führen die Hunde Gassi, und es fehlt uns nichts. Schon gar nicht, weil das Wetter immer besser wird, Hedda offenbar wieder hergestellt ist und der Männerschnupfen auch seinem verdienten Ende entgegengeht.  

Abends gibt es Hamburger, richtig dicke Dinger, aber das Wetter lässt schon wieder nach, es ist und bleibt in diesem März unbeständig.  

Morgen reisen wir ab. Es gibt keinen Grund mehr, länger in Markádia zu verweilen. Es sei denn der Wettergott hätte ein Interesse daran, uns noch eine Weile festzuhalten. Doch warum sollte er sich ausgerechnet um uns kümmern?  

Carrasqueira / Comporta
Markádia