Jetztwirdsernst mit dem J-Wurf

Samstag, 22. Mai 2021
61. Tag nach Lando

Vielleicht doch nicht ganz so easy & low…

Um 3:30 Uhr erbricht Hedda Schleim und ein bisschen Essensreste. Außerdem muss sie dringend in den Garten: Darmdrainage. Die Chefin nimmt die Störung der Nachtruhe zum Anlass, diese gleich gänzlich zu beenden und sich an ihre Programmierarbeiten zu machen. Das verschafft dem Assi mit Fianna einen sehr ausgeschlafenen Morgen: Die Unruhestifter draußen, die Low-Swinger vereint im Reich der Träume. So kann es entspannt in den Endspurt gehen.

Das hat dann schnell eine Ende, als wir um 6:15 Uhr bei Hedda 36,6 °C messen und von einer launigen Temperaturschnurre kaum noch die Rede sein kann. Den Zwieback mit Leberwurst nimmt Hedda dennoch aus vollem Herzen.

Nach dem Spaziergang nehmen wir zur Versicherung eine weitere Temperaturmessung vor und finden die morgendliche nahezu bestätigt: 36,8 °C. Der Zwieback mundet immer noch, aber die Zubereitung ihres Frühstücks beäugt Hedda argwöhnisch und aus ungewohnter Distanz. Wir versuchen erst gar nicht, ihr Trockenfutter anzubieten, sondern entscheiden uns aus Erfahrung für die Welpenmilch, lassen aber die Banane gleich weg. Das schlabbert sie zur Hälfte weg, zeigt aber wenig von dem Enthusiasmus, den wir von ihr gewohnt sind.

Das spätere Abräumen unseres Frühstückstisches begleitet sie dann aus der Distanz und lässt Fianna den Vortritt. Au weh, Zwick!

Temperaturmessung um 10:45 Uhr: 36,2 °C.

Na denn: Ihr Kinderlein kommet! Wir sind, wie gesagt, gerüstet. Im Keller stapeln sich die Laken und VetBeds, Huhn haben wir auch nochmal eingekocht, und die Babywaage steht bereit. Jetzt müssen sie nur noch kommen.

Die kleinen Lümmel machen sich jedenfalls schon sehr bemerkbar und randalieren in Heddas Bauch herum, was die mit immer fragenderen Blicken quittiert. Und weil alle guten Dinge mindestens zwei sein sollten, piepsen seit heute auch die kleinen Rotschwänzchen in unserem Balkongebälk. Das Leben trotzt dem Herbst, der eigentlich ein Frühling sein sollte.

Zwei Hedda am 22. MaiDinge fallen auf und sollten kurz erwähnt werden. Hedda ist die erste unserer Hündinnen, die so kurz vor der Geburt nicht unseren Garten umgräbt. Alle haben versucht ein Nest unter den Rhodos oder dem Kirschlorbeer zu buddeln, aber Hedda denkt nicht daran. Offenbar findet sie die Schnullerbox ihren Bedürfnissen genügend. Wenn nur alle Frauen so genügsam wären. Und zweitens bekommt sie jetzt richtige Plattfüße, was auf das Relaxin zurückzuführen ist, das jetzt volldosiert einschießt und die Geburt vorbereitet. Wenn die Bänder und Sehnen schlaff werden, werden Hasenpfötchen zu Patschelatschen. Aber auch das vergeht wieder, was zu beweisen war.

14:30 Uhr: 36,1 °C, aber das gekochte Hühnchen mundet immer noch.

Der Nachmittag verläuft ohne Auffälligkeiten, Hedda kämpft mit ihrem Zustand, ist aber sehr gelassen und ruhig; sie macht das wirklich ganz großartig.

Um 20 Uhr wird das nächste Mal die Temperatur genommen: 36,4 °C. Ob das schon der erwartete Temperaturanstieg ist, der die Geburt einläutet, oder nur eine tageszeitliche Schwankung, werden wir sehen. Bevor sich der Bauch senkt, kann es sowieso nicht losgehen. Ein Hinweis, dass wir uns noch ein wenig gedulden müssen, ist, dass Hedda auch abends ihr Hühnchen (ohne alles) zu sich nimmt, wenn sie es auch unterlässt, die Schüssel wirklich schrankfertig auszuputzen. Das übernimmt Fianna gerne für sie. Heute Abend geben wir ihr auch erstmals eine Ampulle Frubiase Calcium. Während der Geburt erleiden die Hündinnen einen massiven Kalziumverlust, der sich am Ende der Geburt in graubraunen Zähnen wie bei einem Kettenraucher manifestiert. Das kann man mit Frubiase etwas moderater gestalten.

Die Nacht verläuft ruhig und ohne Vorkommnisse.