1.-3.11.2019 – dhv-DM IGP-FH – Ende schlecht, alles gut

0P8A9207 1 250Die Mannschaft des BLV bei der diesjährigen dvh-DM der Fährtenhunde - und wir sind dabei!Vom 1. bis 3. November startete Fianna vor den Toren der Lutherstadt Wittenberg bei der Deutschen Fährtenmeisterschaft des dhv. Am Ende dürfen wir resümieren, dass auch Niederlagen nicht nur schlecht sein müssen.

 

 

 

 

 

Mit dem 3. Platz bei der Bayerischen Meisterschaft des BLV Mitte Oktober hatte sich Fianna für die Deutsche Meisterschaft des dhv qualifiziert. Nach dem 5. Platz bei der DM des RZV in Markranstädt stand nun also der mutmaßliche Höhepunkt in Fiannas Fährtenjahr an.

0P8A9136 1 250Wieder mit GegenverkehrDie0P8A9138 1 250Erster spitzer Winkel erste der beiden Fährten war für alle Teilnehmer in einem gepflegten Saatacker gelegt, die zweite dann in anspruchsvoller Rapssaat. Beide Untergründe hat sie schon sicher gemeistert. Und so beeindruckt sie auf der ersten Fährte am Freitag mit stolzen 94 Punkten und liegt am Ende dieses ersten Teils in aussichtsreicher Lauerstellung hinter den Führenden.

0P8A9163 1 250Ansatz im nassen RapsIhre 0P8A9171 1 250Beim 2. spitzen Winkel war noch alles in Ordnungzweite Fährte soll sie am Sonntag suchen. Aber die Bedingungen haben sich für alle, die erst heute dran sind, deutlich verschlechtert: Es hat die ganze Nacht geregnet, der Boden ist matschig und pfützig, dazu bläst ein unangenehmer Wind. Fianna macht sich konzentriert auf den Weg, arbeitet sich sehr intensiv durch das schwierige Gelände mit vielen Traktor- und Wildspuren, bis sie an der zweiten Verleitung unsicher wird; sie sucht, kreiselt, vergewissert sich, schlägt den richtigen Weg ein, denkt nochmal nach, geht zurück und lässt sich von der Verleitung verführen. Nach einer Leinenlänge auf Abwegen ist das Thema dhv-DM für Fianna beendet: Ende Gelände, wie man in diesem Fall treffsicher sagen darf. Alle Hundeführer laden wir an dieser Stelle zu einem kollektiven und kollegialen „Das hat sie noch nie gemacht“ ein. Wasser in der Fährte und ein über eine kleine Kuppe streichender Wind hatten sie ganz ungewöhnlich aus dem Konzept gebracht. Die wirklich bittere Pille ist aber, dass Fianna auf dieser nicht einfachen Fährte, auf der sie sich schon im letzten Drittel befand, bis zu diesem Moment der Verwirrung erst wenige Punkt abgegeben hatte. Das muss man erst einmal schaffen, auf einem solchen Gelände so lange so gut zu arbeiten. Am Ende bleiben noch 35 Punkt übrig, nicht genug, um die Prüfung zu bestehen.   

0P8A9150 1 250Mit tiefer Nase intensiv suchend - so hat sich Fianna auf der Deutschen Meisterschaft präsentiertWir 0P8A9118 1 250Ein tolles Teamsind nicht enttäuscht, aber etwas traurig für Fianna, weil wir ihr ein stolzes Ende gewünscht hätten. Doch im Sport gehören Niederlagen dazu. Was Fianna in diesem Jahr geleistet hat, ist wirklich enorm und verdient unseren höchsten Respekt. Bis hierher schnüffelte sie sich durch zwei oder drei FH2-Fährten im Jahr und heuer reihte sie eine an die andere, dazu die anspruchsvollen und Substanz raubenden IGP-FH Doppelfährten. Davor kann man nur den Hut ziehen, auch wenn das Streichergebnis zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt kommt.

Wie kräfteraubend eine lange FH-Saison ist, belegt unser Enkel Abasi „Bazi“ von der Poloniusburg, der sich mit einer sehr beeindruckenden Energieleistung bei der RZV DM über eine Ersatzfährte den 3. Platz und die Teilnahme an der VDH-DM erschnüffelte und dabei höchsten Respekt einsammelte. Auf der VDH-DM, zwei Wochen nach Fiannas dhv-DM, stellte er die Arbeit schon auf der ersten Fährte ein, hatte fertig und – fast möchte man sagen – die Nase voll. 48 Punkte. Da hat kein Halbherziger hingeschmissen. Da ist auch mal die Luft raus.

Für uns hat Fiannas Aussetzer auch Vorteile. Mit dem bis dahin gezeigten Niveau, hätte sie gute Aussichten auf den 4. oder 5. Platz gehabt, was uns stolz und glücklich gemacht, aber auch die Verpflichtung eingebracht hätte, als Ersatzstarter zur VDH-DM nach Westrup-Stemwede reisen zu müssen. Wir sind in Sachen Hundesport mit allem Drum und Dran in den zwei Monaten zwischen Anfang September bis Anfang November 5300 Kilometer gefahren, Westrup-Stemwede hätten für uns fast noch einmal 2000 Kilometer bedeutet – nur um als Ersatzstarter bereitzustehen. Vielleicht hatte Fianna diese neuerliche Kilometerfresserei im Sinn, als sie sich vom Acker machte. Gewitzt genug wäre sie.  

Jetzt geht sie erst einmal in einen höchst verdienten Winterurlaub mit ein paar Motivationsfährten in lockerer Folge. Der Rest ist Seelenbaumelei. Für die Bayerische Meisterschaft des BLV im nächsten Jahr ist sie mit ihren bisher erzielten Ergebnissen bereits qualifiziert. Über alles andere machen wir uns während der besinnlichen Tage Gedanken. Wozu wären sie denn sonst da?