09.-10.10.2021– Besuch bei Janitschek im Salzkammergut

IMG 3355 1 250TraunseeWer etwas von der Welt sehen möchte, kann das auf herkömmliche Weise tun, indem er sich ins Auto, die Bahn oder den Flieger setzt, um sich anschließend den Vorwurf gefallen zu lassen, die Welt grundlos über Gebühr mit CO2 angereichert zu haben. Schlauer ist es, Hunde zu züchten, diese geschickt auf dem Erdkreis zu verteilen und sie dann unter dem Vorwand nachsorgender Fürsorge zu besuchen. So machen wir das. Wer seine Hunde nur in die nächste Nachbarschaft verkauft, ist selber schuld.  

 

 M3A2303 1 250Janitschek mit ElisabethIm aktuellen Fall sehen wir bei Janitschek, dem Strietzi aus dem J-Wurf, nach dem Rechten, der seinen Hauptwohnsitz zwar in Fischamend nahe Wien hat, aber eben auch ein Ferienddomizil am Traunsee, im schönen Salzkammergut, besitzt. Obwohl das Salzkammergut von uns aus gut und schnell zu erreichen wäre, haben wir es bisher noch nie dorthin geschafft. Jetzt bietet sich eine gute Gelegenheit dazu, und zudem können wir unseren zweifelhaften CO2-Fußabdruck auch ohne schlechtes Gewissen rechtfertigen. 

IMG 3338 1 250TraunseeJanitscheks Feriendomizil liegt in Traunkirchen, an der Westseite des Traunsees. Mit von der Partie ist auch Iltschi aus Bad Grönenbach. Nach unserer Ankunft am frühen Nachmittag unternehmen wir einen kleinen Spaziergang am Langbathsee, südwestlich des Traunsees. Dieser Spaziergang erweist sich für den Verfasser dieser Zeilen etwas mühselig, weil die Chefin des Bairischen Blues kränkelnd im Wohnmobil zurückbleibt, was Hedda nicht akzeptieren und verstehen will. Während der Tross sich vorwärts bewegt, zieht es Hedda zurück, immer in der Hoffnung, Frauchen könnte doch noch hinter irgendeinem Baum hervorspringen. Tut sie aber nicht. Auf dem Rückweg hat es Hedda erwartungsgemäß sehr eilig, um sich ihrem Frauchen wieder in die Arme zu stürzen. Der Start in ein unbeschwertes, man könnte auch sagen beschwingtes Wochenende sieht gewöhnlich anders aus. Der kleine Janitschek dagegen kann sich vor Freude über die Anwesenheit seiner Mama, Oma und seines Cousins Iltschi gar nicht genug freuen. Der Zwerg zeigt sich in Hochform, der Verfasser dagegen in einer mentalen Tiefform, was auch darauf zurückzuführen ist, dass wegen der vielen Spaziergänger mit Hunden der Bluestrupp an der Leine geführt werden muss. So etwas legt sich dann nicht nur aufs Gemüt, sondern bei einer schräggelaunten und ständig aus dem Kurs ziehenden Leinengängerin auch aufs Skelett.

Der Abend verstreicht bei einem landestypischen Menü in der Traunkirchener Klosterstube und klingt bei feinem Wein in Janis guter Stube aus. Frauchen ist auch wieder bei Kräften und des Verfassers Muskeln, Sehnen und Bänder sind wieder gestärkt und in der Lage, mit Messer, Gabel und Gläsern unfallfrei zu hantieren. 

1M3A2201 2 1 250OffenseeDer  M3A2245 1 250Familientreffen. Von links: Heike mit Fianna und Hedda, Ulla mit Iltschi, Elisabeth mit Janitschek, Daniela und Günter mit IsiSonntag zeigt sich, wie der Samstag, von seiner himmlisch blauesten und klarsten Seite. Nach dem Frühstück brechen wir zum Offensee, südöstlich des Traunsees, auf. Dort gesellt sich auch Iltschis Schwester Isi aus Thalgau zu uns; mehr fürsorgliche Nachsorge für den Nachwuchs kann man auf einer Reise kaum ins Feld führen. Zwei Stunden wandern, besser: stehen wir im Uhrzeigersinn um den See, weil die Fellträger ein Vollbad nach dem anderen nehmen wollen. Danach beschließen wir das Familientreffen bei einem kräftigen Mittagessen in der Spitzvilla, nördlich von Traunkirchen, mit einem ebenso atemberaubenden wie romantischen Blick über den See.

Wir sind uns sicher, dass dies nicht das letzte Treffen mit Jani in seiner Wahlheimat war. Wir müssen nämlich zugeben, dass das Salzkammergut nicht ohne Grund seit Generationen ein touristischer Hotspot ist: Es ist einfach sauschön hier. Jedenfalls um diese Jahreszeit, wenn die großen Völkerwanderungen vorüber sind. Ob unser Fazit in der Hochsaison ebenso euphorisch ausfallen würde, lassen wir dahingestellt. Dieses Wochenende war jedenfalls jede Minute wert und einer Wiederholung würdig.

Übrigens: Janitschek ist in bester Verfassung und in besten Händen. Dasselbe gilt für Isi und Iltschi. Das wussten wir zwar bereits vor diesem Wochenende, darf aber für die Reiserechtfertigung und die Blues-Statistik nicht unerwähnt bleiben.

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