27.11.2021 – NZB des J-Wurfs in Forstinning

Gruppe 2 1 250Der J-Wurf vom Bairischen BluesWenn Engel reisen, wird das Wetter schön. Entweder sind unserer Einladung keine Engel, sondern mehrheitlich Bengel gefolgt oder der Himmel war verschnupft, dass nicht alle Engel angereist sind oder aber die ganzen Sinnsprüche sind schlicht Unsinn. Wir bestehen auf die letzte Interpretation. Der Reihe nach…

Zur Nachzuchtbeurteilung sollen die Welpen mindestens sechs Monate alt sein. Die Jays sind am 23. Mai geboren, wodurch der 27. November der erste machbare Termin ist. Der nächstmögliche Termin wäre mindestens auf den Juli 2022 gefallen, weil sich die Züchter ab sofort eine halbjährige Auszeit im Wohnmobil genehmigen und erst ab Ende Juni wieder zur Verfügung stehen. Somit drängt sich der 27. November buchstäblich auf, zumal eine Nachzuchtbeurteilung für Hunde über einem Jahr mehr über deren erlerntes und erarbeitetes Wesen Auskunft gibt als über ihre Grundausstattung. Und um die geht es, weil wir die charakterlichen und körperlichen Qualitäten einer Verpaarung überprüfen wollen, nicht, was ein Hund in eineinhalb Jahren gelernt hat.

 

1M3A2800 Bearbeitet Bearbeitet 1 250JacklEnde 1M3A2811 Bearbeitet 1 250JacklNovember darf man auf schönes Wetter hoffen, sollte aber nicht darauf bauen. Um es kurz zu machen: Forstinning (N 48° 10‘ 52‘‘ E 011° 55‘ 07,9‘‘), Temperaturen scharf über dem Gefrierpunkt, Regen, Schnee und Schneeregen, der Platz schon nach zwei Hunden eine Matschepampe. Die ganze Partitur des Gruselnovembers also, die sich durch die Corona-Lage und die geforderte 3-G-Zugangsbestimmungen komplettierte. Immerhin ist der Landkreis Ebersberg, zu dem Forstinning gehört, noch eine Insel der Seligen mit einer Inzidenz um 700 in einem Meer von Inzidenzen weit über 1000. Auch aus diesem Grund ist der heutige Termin alternativlos, weil wir davon ausgehen mussten, gerade noch die allerletzte Ausfahrt zu erwischen, bevor alles dichtgemacht wird.

 M3A2986 Bearbeitet 1 250JanitschekDie  M3A2915 Bearbeitet 1 250JanitschekPandemie ist es auch, die Jördis‘ (Judica) Anreise durchkreuzte, weil sich ihre Leute nach einem verdächtigen Kontakt (symptom- und virusfrei) in Quarantäne befinden. Aber alle anderen sind angereist, nicht nur die „Anrainer“. Sogar aus Pforzheim (durch einen Mörderstau auf der A 8) und aus Wien, dem dortigen Lockdown zum Trotz, haben sie den Weg nicht gescheut. Und Papa Lando kam, dem Sauwetter die stolze Vaterstirn bietend, aus Niedersachsen angereist. Da geht jedem Züchter das Herz auf (und zerbricht, wenn es an Jördis denkt). Wir wissen das sehr zu schätzen, weil wir auch die Erfahrung gemacht haben, dass Versprechen oft genug nur als Option betrachtet werden. Umso dankbarer sind wir, dass (fast) der komplette J-Wurf unserem Ruf gefolgt ist.

 M3A3028 Bearbeitet 1 250JoschiNun  M3A3052 Bearbeitet 1 250Joschizu den Befunden. Kaum jemand wird erwarten, dass halbjährige Hunde, zumal erwiesenermaßen lebhafte, bei der Gangwerksbeurteilung gesittet neben ihren Hundeführern her traben. So hätte es der Körmeister gern, weil er nur so das Gangwerk richtig begutachten kann. Dafür sind Blues-Hunde aber nicht gemacht. Weil sie alle, die einen mehr, die andern weniger, auch ein eingekreuztes Känguru-Gen besitzen. Das war immer so und wird sich hoffentlich auch nicht ändern. Schließlich wünschen wir uns lebhafte Hunde, und solche zaubern mit sechs Monaten eben gerne eine Art Pas de deux auf den Platz, der die Hundeführerinnen (heute waren nur Hundeführerinnen am Start) mindestens genauso fordert wie den Körmeister. Trotz alledem bleibt die Erkenntnis, dass alle Sieben vier Beine haben, die sie ebenso flüssig wie überflüssig bewegen können. Ob da einer irgendwo lose ist oder eine andere in der Vorhand paddelt, hinten etwas kuhhessig oder vorne kurpfälzisch ist, sagt mit sechs Monaten nicht mehr aus, als dass der Hund noch Verbesserungspotential hat. Was denn sonst.

 M3A3147 Bearbeitet 1 250JasnaAuch M3A3187 Bearbeitet Bearbeitet 1 250Jasna die Zähne zeigt nicht jeder so freigiebig wie Jorge González und findet es unangemessen, wenn ihm fremde Leute im Gebiss herumfummeln, aber letztlich lassen sich alle überreden – und bleiben jederzeit freundlich, wie der Körmeister Marco Mummeshohl bei allen lobend erwähnt. Die Maßnahme mit dem Körmaß klappt da schon deutlich entspannter. Die Jays sind durchweg gut gelaunte und freundliche Zeitgenossen und -innen, was sie auch in der Menschengruppe beweisen, die sie nicht einschüchtert, sondern ihre Neugier befeuert.

Und schön sind sie auch noch geraten. In so zartem Alter muss man ihnen schon durchgängig einen festen Rücken bescheinigen, tiefschwarzes, üppiges, teilweise (noch) sehr welliges Haarkleid, eine lange und sehr elegant geschwungene Rute. Auch den Behängen bescheinigt der Körmeister die gewünschte Korrektheit. Einige haben jetzt schon eine sehr schöne Markenzeichnung (Jeannie, Jazz, Janitschek), wie wir sie vom Blues kaum kennen. Die anderen sind bluestypisch sparsam, aber vollständig mit Marken bestückt. Insgesamt ist Hedda und Lando ein richtig schöner Wurf gelungen.

 M3A3264 1 250JazzBeim  M3A3225 Bearbeitet 1 250JazzBeutespiel zeigen alle einen sehr schönen Beutetrieb, wobei man den einen ansieht, dass sie diese Art zu spielen kennen, während die anderen, denen ein intensives Beutespiel nicht so geläufig ist, tief in ihre Beutekammer greifen müssen, um das herauszuholen, was jetzt gefragt ist. Und sie haben alle genug davon in ihrer Werkzeugkiste. Das ist es, was man sehen will, was angelegt und vorhanden ist. Wir sind jedenfalls mehr als zufrieden.

Den kleinen Wesensparcours meistern alle ohne Ab- und Einbrüche. Die aufgeblasene Puppe treibt ihnen keinen Angstschweiß auf die Stirn. Alle setzen sich mit ihr auseinander, die einen forscher, die anderen etwas zögerlicher, aber Unsicherheit oder gar Angst zeigt keine(r). Und von allen sieben Jays, die heute hier angetreten sind, wissen wir sicher, dass niemand heimlich geübt hat. Auch hier also ein unverstelltes und ehrliches Ergebnis. Die Kette, die aufs Wellblech rasselt, treibt auch keinen der Kandidaten in die Flucht, sondern lässt sie durchgängig ziemlich kalt. Und im anschließende Spiel mit den Hundeführern packen sie alle wieder aus, was in ihnen steckt: viel Leben, Freude und Unbekümmertheit.

 M3A3446 Bearbeitet 1 250JeannieDiese 1M3A3416 1 250JeannieNachzuchtbeurteilung hätte wahrlich bessere Rahmenbedingungen verdient, als sie den Umständen entsprechend vorlagen. Wir sind mit dem, was wir gesehen haben, sehr glücklich und haben wirklich nichts auszusetzen, aber allen unseren Hundebesitzern zu danken. Sie haben vier Monate das weiterentwickelt, was wir in den ersten beiden Monaten angelegt haben. Dazu gehört auch, dass alle sieben Hunde in einem exzellenten Fütterungszustand sind; liebevoll gepäppelte Pummelchen wurden jedenfalls nicht vorgestellt. Vielen Dank dafür. Nochmals vielen Dank, dass ihr alle gekommen seid und nicht vor den unwirtlichen Bedingungen gekniffen habt.

Unser Dank gilt auch dem Körmeister Marco Mummeshohl, der trotz der miesen Bedingungen seine Aufgabe sehr souverän, geduldig, freundlich und kompetent erledigte. Hunde und Hundeführerinnen bekamen es zu keinem Zeitpunkt mit einer Mistwetterlaune zu tun, was man ihm nicht wirklich hätte verübeln dürfen. Wir verleihen ihm deswegen den Ehrentitel Mr. Mummescool.

 M3A3556 Bearbeitet 1 250Jule (Nike)Die  M3A3586 Bearbeitet 1 250Jule (Nike)Körleiterin Annemarie Schröder kann sich ebenfalls an kuschligere NZBs erinnern. Auch sie dürfte den Abend und die Nacht danach vorwiegend in der Badewanne und der Sauna verbracht haben, um sich wieder auf Normaltemperatur zu bringen. Das gleiche gilt für Sabine Ruhs, die den Papierkram, wie immer, souverän erledigte, aber das eben auch im Freien, weil größere Menschenaufläufe im Vereinsheim im Zeichen von Corona nicht zu vertreten waren. Euch beiden ebenfalls eine ganz herzliches und vor allem warmes Dankeschön. Besser trafen es da unsere Food-Logistikerinnen Gerda Altmann und Lissy Frank, die indoors für unser leibliches Wohlergehen sorgen durften, und das auf kulinarisch beeindruckendem Niveau. Ja, auch eine Kartoffelsuppe mit Einlage kann der Erwähnung wert sein, vor allem, wenn sie nicht nur schmeckt, sondern genau das Richtige ist, das den Hungrigen wieder auf die eiskalten Beine bringt.  

Herzliche Dank euch allen und auf ein baldiges Wiedersehen, vielleicht mit dem K-Wurf. Mal sehen, wie das Leben spielt.  

 

 Hier die einzelnen Hunde in Aktion:

Jackl


Janitschek


Joschi


Jasna


Jazz


 
Jeannie


Jule (Nike)